Sie sind wieder da

:

Bäume in Neubrandenburg unheimlich verhüllt

Die Gespinstmotte hat die Sträucher in der Ihlenfelder Straße von Nebrandenburg in ein weißes undurchdringliches Kleid gehüllt.
Die Gespinstmotte hat die Sträucher in der Ihlenfelder Straße von Nebrandenburg in ein weißes undurchdringliches Kleid gehüllt.
Thomas Beigang

Ein faszinierendes Naturschauspiel lässt sich dieser Tage in Neubrandenburg beobachten. Viele halten zumindest respektvoll Abstand, sieht es doch nicht ungefährlich aus.

Weißes Gespinst hüllt in einigen Ecken Neubrandenburgs Büsche und Bäume ein und bildet einen nur schwer zu durchdringenden Kokon. Besonders im Norden der Stadt ist das Naturphänomen wieder zu beobachten. Selbst Hunde trauen sich nicht, ihre Duftmarken an betroffenen Gehölzen zu hinterlassen, Passanten bleiben in respektvoller Entfernung stehen und schießen Fotos.

Dabei kann, selbst bei Berührung des weißen Geflechts, nichts passieren. Ilona Hellwig, die Chefin einer Baumschule und eines Gartenmarktes in Neubrandenburg, winkt ab: „Da hat sich die Gespinstmotte breit gemacht. Absolut ungefährlich.“

Gespinst schützt vor Feinden

Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, dessen Härchen bei Berührung ein sehr unangenehmes Nervengift verteilen, sei diese Mottenart in Neubrandenburg völlig harmlos für Menschen und Tiere. Zwar fressen die geschlüpften Raupen Bäume und Sträucher ratzekahl und seilen sich dann in die Erde ab, um sich zu verpuppen und auf ein zweites Leben als Schmetterling zu freuen – das Gespinst rings um ihre Heimat auf Zeit soll aber lediglich vor Fressfeinden schützen und diese abschrecken.

Aber selbst Bäume und Sträucher, die jetzt das weiße Gespinst-Kleid tragen, müssen die Hoffnung auf eine grüne Zukunft nicht aufgeben. „Die haben noch genügend Reserven und treiben neue Knospen aus“, macht Ilona Hellwig Mut. Für die das Phänomen auch keine neue Erscheinung darstellt. Zwar waren im vergangenen Jahr besonders rings um den Reitbahnsee extrem viele Bäume und Sträucher betroffen – „das gibt es aber immer wieder in der Natur“, so die Gärtnerin.

Bedingt durch den Klimawandel treten Gespinstmotten häufiger in Massen auf, da die Falter trockenes und warmes Wetter bevorzugen. Die Tiere sind zudem auch sehr widerstandsfähig gegenüber niedrigen Temperaturen.

Fachleute raten, die befallenen Äste im Kleingarten mit dem Gartenschlauch kräftig abzuspritzen. Oder aber man schneidet diese Äste gleich ganz ab. Außerdem könne man die Raupen absammeln und vernichten.