Burg Stargard

:

Bahn nimmt Abstand von ICE-Bahnsteig

Burg Stargard liegt auf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Stralsund - dabei gibt es unterschiedliche Bahnsteighöhen: während es in Neustrelitz 76 Zentimeter sind, sind es in Burg Stargard 38 Zentimeter, in Neubrandenburg 55 Zentimeter. 
Burg Stargard liegt auf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Stralsund – dabei gibt es unterschiedliche Bahnsteighöhen: während es in Neustrelitz 76 Zentimeter sind, sind es in Burg Stargard 38 Zentimeter, in Neubrandenburg 55 Zentimeter.
Paulina Jasmer/Archiv

In Burg Stargard sollte es einen neuen Bahnsteig geben. Höher als der in Neubrandenburg und damit auch höher als die dort verkehrenden Regionalzüge, was zu mehr Barrieren geführt hätte. Doch die Bahn drückt jetzt gehörig auf die Bremse.

Die Pläne der Deutschen Bahn, in Burg Stargard den Bahnsteig umzubauen und auch den Bahnhof rund 100 Meter in Richtung Zentrum zu verlagern, sind vorerst auf Eis gelegt. Das bestätigt Bahnsprecher Gisbert Gahler im Gespräch mit dem Nordkurier. Im September hätte der Umbau planmäßig starten sollen. Zunächst hatte die Bahn noch von einer Verzögerung der Bauarbeiten gesprochen. Jetzt heißt es, dass das Genehmigungsverfahren eingestellt ist.

Vor ein paar Monaten waren konkrete Überlegungen der Bahn laut geworden, den Bahnsteig in Burg Stargard neu zu gestalten. Zu den Veränderungen sollte dabei ein Bahnsteig mit einer Höhe von 76 Zentimetern gehören. Derzeit sind in Burg Stargard 38 Zentimeter Bahnsteighöhe vorhanden. Die Bahn wollte mit der Erhöhung ihr Konzept umsetzen, bundesweit einheitliche Höhen zu schaffen. Und diese liegen bei 76 Zentimetern und sind damit absolut ICE-tauglich, was insbesondere für Ballungszentren wichtig ist. Allerdings hält in Burg Stargard kein ICE und im benachbarten Neubrandenburg ebenfalls nicht – wohl auch nicht auf lange Zeit, immerhin entstehen dort aktuelle Bahnsteighöhen von „nur“ 55 Zentimetern. Dass sich die Burg Stargarder diese 55 Zentimeter wünschen, kommt nicht von ungefähr: Die hier anhaltenden Regionalzüge haben ebenfalls nur eine Höhe von 55 Zentimetern. Somit gäbe es keine Barrieren mehr in Stargard, kein Anmelden mehr bei der Bahn, dass eine Rampe gebraucht würde. Gegen die Pläne, den Bahnsteig auf 76 Zentimeter zu erhöhen, hatten Träger öffentlicher Belange – zum Beispiel die Stadt Burg Stargard und auch der Behindertenverband – Stellungnahmen eingereicht.

Offenbar haben diese gefruchtet. Die Bahn erklärt, dass sie erst einmal nicht weiter an den Planungen festhalte. Allerdings muss sie auch die Kosten fürs bisherige Verfahren tragen. Bahnsprecher Gahler betrachtet dies aber nicht als Niederlage. Vielmehr sei es Ziel von Bund und Bahn, mobilitätseingeschränkten Reisenden einen unabhängigen und barrierefreien Zugang zum Eisenbahnsystem zu ermöglichen. Dazu hätten die DB und der Bund 2017 gemeinsam bundesweit einheitliche Regeln entwickelt.