Unwürdiger Zustand
Bartow hofft auf Förderung der Trauerhalle

Die Bartower Trauerhalle, sie gehört der Gemeinde, befindet sich  schon seit Langem in keinem guten Zustand mehr.
Die Bartower Trauerhalle, sie gehört der Gemeinde, befindet sich schon seit Langem in keinem guten Zustand mehr.
Christina Weinreich

Einen unwürdigen Zustand wollen Bartower Gemeindevertreter nun beenden: Die Trauerhalle soll endlich saniert werden. Das schafft die Gemeinde allerdings nicht aus eigener Finanzkraft.

Einen Ort des Abschiednehmens stellt man sich anders vor, als man ihn in Bartow antreffen kann. Die Gemeinde hat zwar zwei Friedhöfe, doch gehört ihr keiner von beiden, sondern der Kirche. Einer befindet sich direkt am Gotteshaus, der andere am Ortsausgang in Richtung Bartower Pfalz. Dort steht auch die Trauerhalle, die sich den Besuchern schon seit Längerem in einem beklagenswerten Zustand zeigt. Der Putz fällt ab, beide Türen sehen sehr renovierungsbedürftig aus, die Fenster haben schon bessere Zeiten erlebt, und einen ordentlichen Fußweg von der nun endlich befestigten Straße in Richtung Halle gibt es auch nicht.

Bartowern, deren Angehörige hier zur letzten Ruhe gebettet wurden, missfällt das Aussehen der Trauerhalle. „Hier müsste die Gemeinde endlich mal aktiv werden“, fordern sie seit Langem. Dieser Ruf nach Sanierung hat die Gemeindevertretung auch erreicht. Nur fehlte bislang das Geld, hier etwas handwerklich in Bewegung zu setzen. Doch könnte Geld für diese Zwecke nun fließen. Gemeindevertreter René Nast hat einen Fördertopf ausfindig gemacht, der Bartow vielleicht helfen könnte. Es handelt sich um den Vorpommernfonds, den er bereits angeschrieben hat.

Die Gemeinde selbst hat bereits Handwerker um Kostenvoranschläge gebeten. Fassade, Türen, Fenster und Teile des Mauerwerkes müssen erneuert oder saniert werden, teilte Hartmut Schmidt, amtierender Bürgermeister, während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend mit. Maler, Fensterbauer und Mauer haben ihre Kostenangebote offeriert. „Insgesamt 32 600 Euro wird die Sanierung kosten“, sagte Schmidt. 10 000 Euro sollen aus der Gemeindekasse kommen, der überwiegende Betrag aus dem Fördertopf. „Wenn wir aber eine Absage bekommen, können wir nichts an der Trauerhalle machen“, betonte Schmidt.

Christiane Kurth äußerte erneut ihren Unmut über dieses Vorhaben. „Es kann nicht sein, dass die Trauerhalle, die im Jahr nur ein bis zwei Mal genutzt wird, so teuer saniert werden soll“, sagte sie und zeigte sich sichtlich verärgert über diese Ausgabe. Sie sähe dieses Geld besser bei der Sanierung von Wohnhäusern der Gemeinde angelegt. René Nast erklärte, dass dieses Thema im Finanzausschuss hinlänglich erörtert worden sei und die Gemeindevertreter sich für die Arbeiten an der Trauerhalle entschieden hätten. Er wisse, dass die Kirchengemeinde es zulassen würde, weltliche Abschiedsfeiern in der Kirche abzuhalten, „doch zu jeder vernünftigen Gemeinde gehört eine vernünftige Trauerhalle dazu.“ Eine Grundsanierung der Gemeindewohnungen werde es nicht geben, dafür reiche das Geld nicht.