WILDTIERE GERISSEN

Bauer bei Friedland gibt wegen Wolf auf

„Ich dachte, ich produziere hier hochwertiges Biofleisch, aber ich produziere nur für den Wolf”, sagt Bauer Bernhard Albrecht. Für ihn ist nun Schluss damit.
Landwirt Bernhard Albrecht musste erneut getötete Tiere aus seiner Wildanlage schleppen. Ingesamt zehn Tiere wurden gerissen.
Landwirt Bernhard Albrecht musste erneut getötete Tiere aus seiner Wildanlage schleppen. Ingesamt zehn Tiere wurden gerissen. Privat
Friedland.

Bernhard Albrecht aus Friedland gibt wegen des Wolfs seine Wildtierhaltung auf. „Der Wolf ist eine heilige Kuh, da kommt man ohnehin nicht gegen an”, sagt der Landwirt aus dem Ortsteil Bresewitz. Schon wieder wurden in seinem Biowildgehege mehrere Tiere gerissen, wieder kam der Rissgutachter, wieder bleibt die DNA-Analyse abzuwarten.

„Ich produziere nur für den Wolf”

Doch dass das neue Wolfsrudel aus dem Landgrabental – ein Paar und vier Welpen – sich erneut bei Albrecht bedient hat, steht für ihn fest. Zehn Tiere wurden erneut getötet. Warum auch sollten die Tiere kein zweites Mal kommen, wenn sie womöglich schon einmal mit sieben Damhirschen einen guten Fang gemacht haben.

Zwar hat Bernhard Albrecht Zäune, die den Grundschutz sichern, doch gegen den Wolf reicht das nicht. Der Landwirt hat keine Lust mehr. Er hört mit der landwirtschaftlichen Wildtierhaltung auf. Der Aufwand für ihn alleine sei einfach zu groß. , schimpft Albrecht.

dut 20 Jahre ist er in der Landwirtschaft tätig. Nun hofft er, dass er vom zumindest für den Verlust seinen Schadensausgleich bekommt. Erst vor zwei Wochen hat er sieben Tiere verloren, die DNA-Analyse, die einen Wolf bestätigen könnte, liege aber noch nicht vor sagt er.

Ministerium bestätigt Wolfsrudel bei Friedland

Bis zum Frühjahr will Albrecht seinen Bestand nach und nach reduzieren. Dann bleiben dem Landwirt nur noch seine Mastfärsen. Doch er fürchtet mittlerweile auch um die Rinder.

„Diese Entscheidung ist absolut nachvollziehbar”, sagt Matthias Schmidt vom Bauernverband Mecklenburg-Strelitz. Albrecht könnte nicht der einzige bleiben. Es wird in der Region seit geraumer Zeit diskutiert”, meint Schmidt. Gerade für kleinere Betriebe oder Hobbyhalter lohnt sich das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht mehr.

Das Wolfsrudel im Landgrabental ist vom Landwirtschaftsministerium bestätigt worden. Zumindest Halter von Ziegen oder Schafen können sich allgemeine Sicherungspflichten bis zu 80 Prozent fördern lassen. Für Maßnahmen darüber hinaus wären sogar 100 Prozent möglich. Die Anträge müssen an das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt gestellt werden.

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Kommentare (7)

Es wurde bereits schon unzählige male drüber gesprochen, diese Politik hat seinen Preis. Wer das nicht möchte muss halt sein Kreuz an einer anderen Stelle machen und sich auch mehr politisch einbringen. Nur zuschauen reicht heute nicht mehr aus.

Wölfe gehören zur Natur und natürlich muss der Mensch seine Tiere schützen. Nur warum schaffen es die Bauern im südlichen und nördlichen Europa mit den Wölfen zu leben. Nur die Bauern in Deutschland jammern. Es muss bei den Bauern auch ein Umdenken stattfinden.

Da gebe ich Ihnen wohl recht. Es spielen nur vielen Faktoren zusätzlich mit rein. In „diesen“ Gebieten war der Wolf auch nie verschwunden. Dort kennt man den Umgang mit dem Wolf!
Und die Deutschen sind einfach „verwöhnt“ was das schützen der Tiere angeht. Sie brauchten sich ja nicht wirklich Gedanken über eine Gefahr machen.

In anderen europäischen Ländern, in denen es ohne Unterbrechung Wolfsbestand gibt, sehen die Schutzmaßnahmen auch anders aus, als in diesem Land, in dem der Wolf, oder besser den Wölfen, der Status einer Heiligen Kuh verliehen wurde.
Wenn es dort zu regelmäßigen Schäden durch Wölfe kommt, werden die in den Ländern auch bejagt.
Deutschland ist da anders.

Ich befürchte, eines Tages wird es in diesem Land verboten werden, dass ich eine Vogelscheuche in meinen Kirschbaum hänge, obwohl es nur eine passive Maßnahme gegen die ständig zunehmende Star-Population ist.

Das können Sie den B. Weigelt vom NABU fragen. Der hat sogar die passenden Gesetze parat: https://www.nordkurier.de/ratgeber/warum-stare-in-unsere-kirschen-einfallen-und-ob-sie-das-duerfen-0339910507.html

Wildtiere in Zäunen - wegen meiner kann er so einen Quatsch gerne beenden - ich ziehe das Wild vom Jäger vor und davon gibt es reichlich. Bei Schafen, Geflügel etc. haben sich (E-)Zaun und Herdenschutzhunde in Kombination bewährt.
Wie viele Fälle wo es keine ernsthaften Probleme gibt stehen diesem Fall gegenüber? So ein Artikel ersetzt keine ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Einzig weitere Meinungsspaltung.

... wird der Wolf vergrämt - und das rigoros und ohne Kompromiss. Lebensraum für den Menschen hier, Lebensraum für den Wolf da. Vorteil dieser Wolfsländer, sie haben genügend Natur, wo Wölfe in Ruhe leben können (siehe z.B. Russland, Ukraine, Rumänien). In Deutschland muss man den Wolf beobachten, erforschen, Bilder und Videos machen, den Wolf unter Schutz stellen, ihn füttern (geschehen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Niedersachsen) und für ungefährlich erklären, weil er keine Säuglinge frisst und scheu sei.