ERSTER FELDBRAND DER SAISON GELÖSCHT

Bauern befürchten Brände wie 2018

Zu Beginn der Woche brannte das erste Mal in diesem Jahr ein Feld im Neubrandenburger Umland. So glimpflich die Sache ausging, so besorgt äußerten sich die Verantwortlichen mit Blick auf die nächste Zeit.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Tim Prahle Tim Prahle
Knapp ein Hektar Acker brannte am Montag zwischen Chemnitz und Zirzow ab. Die Feuerwehren waren jedoch schnell zur Stelle.
Knapp ein Hektar Acker brannte am Montag zwischen Chemnitz und Zirzow ab. Die Feuerwehren waren jedoch schnell zur Stelle. Tim Prahle
Chemnitz.

Geht das schon wieder los? Das mag sich der eine oder andere Kamerad gedacht haben. Um circa 14.20 Uhr wurden die Einsatzkräfte am Montag alarmiert. Ein Feld an der Kreisstraße 65 zwischen Chemnitz und Zirzow brannte. Es war der erste Ackerbrand im Neubrandenburger Umland dieses Jahr. Im trockenen Vorjahr musste die Feuerwehr besonders im späten Sommer regelmäßig ausrücken, um brennende Ackerflächen zu löschen.

„Wir müssen befürchten, dass es ähnlich wird, wie im letzten Jahr“, sagte Kreisbrandmeister Norbert Rieger, der am Montag ebenfalls zum Ort des Geschehens fuhr.

Dort konnten sich alle schnell auf die Schulter klopfen. Ungefähr 15 bis 20 Minuten nach der Alarmierung war der Brand gelöscht. Als erstes waren die freiwilligen Wehren aus Chemnitz, Wulkenzin und Woggersin da, die Berufsfeuerwehr Neubrandenburg brachte neue Reserven und kümmerte sich um letzte Brandnester am Straßenrand.

Brandursache unklar

Wieso es plötzlich auf dem trockenen Acker brannte, konnte indes nicht gesagt werden. Die Polizei war zu dem Brand zunächst nicht alarmiert worden. Das ist einer Präsidiumssprecherin zufolge auch nicht zwingend erforderlich. Beim Verdacht auf eine fahrlässige Brandstiftung oder eine Sachbeschädigung durch Feuer könnten jedoch noch Ermittlungen folgen.

Sowohl Norbert Rieger als auch Einsatzleiter Christoph Kracht hoben den Einsatz des landwirtschaftlichen Mitarbeiters hervor. Er hatte geistesgegenwärtig mit dem Grubber eine Schneise geschlagen. „Dadurch wurde dem Feuer das Futter genommen“, erklärte Rieger, der die Zusammenarbeit von Landwirten und Wehren mit Blick auf kommende Aufgaben hervorhob. Nichtsdestotrotz brannte ein knapper Hektar Feld ab. „Noch während des Einsatzes sind Funken weiter geflogen und haben die nächste Brandstelle entfacht“, sagte Kracht. Wegen des Staubes hätten die Kameraden diese zunächst gar nicht gemerkt.

Alle müssen wieder auf Regen hoffen

Doch es endete glimpflich. Über eine Stunde nach der Alarmierung übergab die Feuerwehr die Fläche an den Landwirt, der Sorge zu tragen hatte, die abgebrannten Stellen ordnungsgemäß zu bewässern. Zurück blieben schwarze Stoppeln und ein unwohles Gefühl in der Magengegend. Ja, er habe durchaus Angst, dass sich das vergangene Jahr wiederholt, sagte Jan-Martin Locht, Betriebsleiter beim Gut Lukow, dem die Fläche gehört. „Alle müssen mal wieder auf Regen hoffen“, sagte er missmutig. Immerhin halte sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen, da die betreffenden Stellen bereits abgeerntet waren. Die Mitarbeiter seien zudem geschult und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr klappe hervorragend „Wir hatten letztes Jahr genug Möglichkeiten zu üben“, sagt Locht bitter. Die Mähdrescher würden ohne den Grubber gar nicht mehr rausfahren.

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