BAUERNPROTEST

▶ Bauern sorgen für Stau auf Engels-Ring in Neubrandenburg

Bauern und Landwirte haben ihren Unmut über die aktuelle Politik auf die Straße getragen. In Neubrandenburg blockierten sie den Friedrich-Engel-Ring und verursachten lange Staus.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Im Trecker-Tempo über den Friedrich-Engels-Ring in Neubrandenburg.
Im Trecker-Tempo über den Friedrich-Engels-Ring in Neubrandenburg. Felix Gadewolz
Die Bauern sammelten sich nach der Runde um den Ring vor dem Rathaus in Neubrandenburg.
Die Bauern sammelten sich nach der Runde um den Ring vor dem Rathaus in Neubrandenburg. Oliver Thiede
Bauern haben am Mittwochnachmittag den frisch sanierten Engels-Ring in Neubrandenburg lahmgelegt. Sie wollten mit der Aktion i
Bauern haben am Mittwochnachmittag den frisch sanierten Engels-Ring in Neubrandenburg lahmgelegt. Sie wollten mit der Aktion ihrem Protest ausdruck verleihen. Simon Voigt
Auf Google Maps bekam man einen guten Eindruck von den Verkehrsbehinderungen in Neubrandenburg.
Auf Google Maps bekam man einen guten Eindruck von den Verkehrsbehinderungen in Neubrandenburg. Google Maps
Auch in echt war der Stau beeindruckend.
Auch in echt war der Stau beeindruckend. Daniel Focke
Die Bauern sammelten sich nach der Runde um den Ring vor dem Rathaus in Neubrandenburg.
Die Bauern sammelten sich nach der Runde um den Ring vor dem Rathaus in Neubrandenburg. Jessika Kolhoff
Die Bauern schrieben ihre Positionen auf große Plakate.
Die Bauern schrieben ihre Positionen auf große Plakate. Oliver Thiede
Die Bauern sammelten sich nach der Runde um den Ring vor dem Rathaus in Neubrandenburg.
Die Bauern sammelten sich nach der Runde um den Ring vor dem Rathaus in Neubrandenburg. Jessika Kolhoff
Neubrandenburg.

Mitten im abendlichen Berufsverkehr haben Landwirte am Mittwoch in Neubrandenburg mit einem Korso aus Landwirtschaftsmaschinen für eine stärkere Berücksichtigung ihrer Belange protestiert - und für massive Verkehrsbehinderungen gesorgt. Die Bauern hatten sich zu einem sogenannten Flashmob an mehreren Einfallstraßen mit ihren Treckern gesammelt, unter anderem an der Y-Kreuzung in Broda, und fuhren dann gemeinsam auf den Friedrich-Engels-Ring. Dort sorgten die langsam fahrenden Landwirtschaftsmaschinen für starke Verkehrsbehinderungen. Laut Polizei war der Korso nicht angemeldet. Ähnliche Protestfahrten waren auch für andere Städte in MV kurzfristig angekündigt worden.

[Video]

Bauern protestieren gegen Agrarpolitik

Die Bauern wendeten sich mit ihren Protesten gegen die ihrer Ansicht nach restriktive Agrarpolitik der jüngsten Zeit und forderten, dass man ihnen mehr auf „Augenhöhe” begegnet. „Wir haben den Eindruck, dass bei unseren bisherigen Protesten die Gesprächsangebote zwar öffentlichkeitswirksam angenommen wurden, dann kommt aber nichts bei raus”, sagte Landwirt Sönke Andresen aus Tarnow bei Rosenow vor der Rundfahrt im Gespräch mit dem Nordkurier. Als Beispiel dafür führte er den „Agrargipfel” Anfang Dezember im Berliner Bundeskanzleramt an, bei welchem die rund 40 landwirtschaftlichen Verbänden und Organisationen jeweils gerade mal drei Minuten Redezeit bekommen hätten.

[Video]

Globale Politik regt Landwirte auf

Besonders erbost sind die Bauern in der Region nach den Worten Andresens über den Referentenentwurf für die neue Düngemittelverordnung. „Dieser Entwurf zeigt, dass unserer Bedenken überhaupt nicht wahrgenommen werden.” Auch die möglichen Folgen des EU-Mercosur-Abkommens zwischen der Europäischen Union und Südamerika treiben die Landwirte um. Sie fürchten, dass bei einem Abschluss des Abkommens über die größte Freihandelszone der Welt der hiesige Markt mit Agrarprodukten überschwemmt werden könnte, die nach geringeren Qualitätsauflagen hergestellt werden als hierzulande.

"Welchen Schwachsinn müssen wir noch erdulden"

Der Tarnower Landwirt warnte auch vor einer „Ideologisierung” in der Landwirtschaft, etwa beim Arten- oder Insektenschutz. „Wir wir kämpfen gegen landwirtschaftliche Auflagen wie die Düngemittelverordnung, welche de facto nicht umsetzbar sind. Wir entfernen uns immer weiter von einer Politik mit Augenmaß hin zu einer Politik der Demagogie.” Andresen fügte hinzu, die Politik habe noch nicht begriffen, „wie ernst es die Landwirte meinen”. Die grundsätzliche Frage sei, „welchen Schwachsinn müssen wir noch erdulden”. Den Landwirten gehe es dabei nicht um Geld. Sie wünschen sich „Fairness und Augenmaß im konkreten Umfang miteinander” und warnen zugleich vor einer „Verbotslandschaft”. Andresen, der auch mit der Politik seines eigenen Bauernverbands hadert, betonte, „die Rahmenbedienungen müssen stimmen”.

Auch in der Uckermark haben Landwirte am Mittwoch ihre Solidarität mit den Bauernprotesten in den Niederlanden gezeigt. In unserem Video sehen Sie den Flashmob in Prenzlau.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

Kommende Events in Neubrandenburg

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Kommentare (14)

Wenn diese [Anm.d.Red.: Wort gelöscht, bitte keine Beleidigungen.], ihren unmut über die politik auf ihren feldern austragen oder die güllewaen vor dem kanzleramt leeren geht das i.o. nur das blockieren durch eine nicht angemeldete demo ist störung der öffentlichen ordnung, gefährdung des straßenverkehrs und muss endlich mal bestraft werden. Die leidtragenden sind dann wieder einmal die normalbürger, die nach rechtschaffender arbeit nach hause fahren wollen.zu gute r letzt setzen die lw dann den verbrauchten diesel noch steuerbegünstigt beim finanzamt ab.

Was wollen die damit erreichen?
Dass die Bevölkerung ihre Probleme wahrnimmt?
Indem die Bürger nach einem langen Arbeitstag kurz vor Weihnachten von riesigen umweltverschmutzenden dieselfressenden Traktoren mitten in der Stadt von ihrem Feierabend abgehalten werden?
Bringt bestimmt richtig Sympathiepunkte im Volke.
aber naja, die Armen müssen ja auch Jahr für Jahr ausschließlich Missernten erdulden.
Ich frage mich nur wo diese riesigen Mercedes / Volvo SUVs immer herkommen, mit denen die armen landwirtschaftlichen Geschäftsführer durch die Gegend kutschieren. Fallen die vielleicht während der Missernte vom Himmel?

unterstützug haben sie werte landwirte !!!!
musste auf dem ring auch warten es war für eine gute sache
kenne es aus frankreich da geht es ein klein wenig anders zur sache
wer sich hier aufregt....ja klar das brot und fleisch wächst im supermarkt
und wenn sie mercedes oder volvo fahren bitte gern
weiter so nächste woche wieder aber dann die rettungsgasse nicht vergessen das muss sein
viel erfolg

Und Sie fahren mit Ihrem privatem PKW alleine nach Hause.
Überlegen Sie bitte (wenn Sie schon nur an Ihr eigenes Wohl denken) woher Ihr billiges Grillfleisch kommt oder das Getreide ergo die Backwaren (ja die, die Sie nach Ihrer rechtschaffenden Arbeit fressen). Denken Sie einfach mal daran das es auch in Deutschland noch Leute gibt, die sich für Ihren Komfort den Ar*** aufreissen. Machen Sie beide doch einfach mal früher Feierabend das entspannt ungemein.
Viele Grüße von keinem Landwirt

keine Ahnung wie Sie drauf kommen - mich persönlich betrifft das nicht, ich dachte eher an die Autofahrer dort

Ausserdem steht es doch außer Frage, dass die Landwirte - wie so viele andere - enorm wichtige Arbeit leisten.

Dass Ihnen das aber das Recht gibt, derart die arbeitende Bevölkerung zu beeinträchtigen, finde ich nicht.
Warum blockieren sie nicht das Landwirtschaftsministerium - eine derartige Machtdemonstration mitten in der Stadt trifft doch nur die Bürger.

Solche Aktionen geschehen viel zu selten. Um die Hintergründe zu verstehen reicht es nicht sich bei den gleichgeschalteten Medien zu informieren, wobei es zu diesem Thema ja dort sachliche Informationen zu erwarten sind.
Ein kleines Beispiel, die Düngerverordnung: In Deutschland gibt es ein Netz von ca. 11000 Messstellen. Aus dem Bundesumweltministerium kam die Forderung nur die Messstellen nach Brüssel zu melden, bei denen erhöhte Werte festgestellt wurden. Es sind ganze 700 geworden. Es werden jetzt Regionen als rote Flächen gekennzeichnet in denen kein Nitrat nachweisbar ist. Rotes Gebiet bedeutet, dass nur noch 80% der zum Pflanzenwachstum notwendig Menge gedüngt werden darf. Dänemark hat das auch schon probiert und ist als Konsequenz nicht mehr in der Lage, den Eigenbedarf an Brotgetreide zu produzieren.
Also wenn sich hier jemand beschweren sollte, sind das die Landwirte und nicht Rot-Grüne Gutmenschen die nur glauben und akzeptieren was der ÖR verbreitet.

Politiker, die Arbetnehmern, Autofahrern, Mietern, Mittelständlern, Kleinunternehmern ..... in die Tasche greifen, um sich selbst Macht und Wohlstand zu sichern (vor 30 Jahren nannte man es "Montagsdemo").

... steht auf und kämpft um eure/unsere Rechte.In der Politik herrscht Fachkräftemangel. Insbesondere bei den "Grünen"

kämpft für eure Rechte - macht euch unabhängig von diesem politischen System

Deutsche kämpf für eure Rechte! Die Bauern machen es vor! [Anm. d. Red.: Entfernt. Unterlassen Sie Gewaltaufrufe.]

Vollste Solidarität mit den Landwirten Europas.
Solche Aktionen müssen viel öfter und vor allem weiterhin unangekündigt stattfinden, damit endlich jeder mitbekommt was hier in unserem Land und der EU so schief läuft.

Die, die hier den Aufstand üben, sind nicht die kleinen notleidenten Bauern, es sind die neuen vermögenden Großgrundbesitzer und zum Teile des alten wieder hier wohnenden Landadels. Schämt euch Unbeteiligte in eure Missäre einzubeziehen. Pfui Teufel!

Vielleicht stellt die Redaktion einmal Fakten zusammen(!)? Was wollen die Bauern? Wie gestalten sich die Probleme (Belastung der Gewässer und Böden mit Nitraten und chemisch-synthetischen Pestizdien, Verletzungen von EU-Vorgaben, Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Biodiversität, Massentierhaltungen, Im- und Exporte, ...)? Welche Rolle spielen die Konsumten (Wurst z.T. billiger als Hunde- oder Katzenfutter, Fleischkonsum, Lebensmittelabfälle, ...)? Welche Rolle spielen Politik und Interessenverbände (Kleinbauernstrukturen verschwinden, lokale Erzeugung/Verarbeitung/Vertrieb, Megarstelle - kaum neue Arbeitsplätze, ...)?

Einiges findet sich dazu auch im Fleischatlas von 2016!

Jawohl, endlich. Raus auf die Straße wie es mal war. Wir sin das Volk,....