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Bei Abwasser droht deutlicher Preisanstieg

Die externe Entsorgung des Klärschlamms, der in der Neubrandenburger Kläranlage anfällt, wird teurer. Das ist einer der Gründe, die die Stadtwerke für eine zum Jahreswechsel geplante Preissteigerung angeben.
Die externe Entsorgung des Klärschlamms, der in der Neubrandenburger Kläranlage anfällt, wird teurer. Das ist einer der Gründe, die die Stadtwerke für eine zum Jahreswechsel geplante Preissteigerung angeben.
Andreas Segeth/Archiv

Die Entsorgung von Schmutz- und Regenwasser in Neubrandenburg soll für alle Mieter und Hauseigentümer um bis zu 21 Prozent teurer werden. Die Stadtwerke geben an, dass ihre eigenen Kosten gestiegen sind. Die Stadtvertreter wollen das überprüfen.

Die Abwasserpreise in Neubrandenburg unternehmen eine wahre Berg- und Talfahrt. Erst zum Januar 2013 waren die Preise erheblich gesunken. Das hatten die Stadtvertreter vergangenes Jahr im August sogar rückwirkend beschlossen. Die Entsorgung eines Kubikmeters Schmutzwasser rutschte damals von 2,50 Euro auf 2,35 Euro, ein Kubikmeter Regenwasser kostete nur noch 90 Cent statt einen Euro. Nun aber sollen die Preise zum 1. Januar 2015 wieder klettern. Und das kräftig: Schmutzwasser soll auf 2,75 Euro steigen und Regenwasser auf 1,09 Euro. Bevor die Stadtvertreter der Kalkulation der Stadtwerke folgen und diese Kostensteigerung im Dezember absegnen, soll sie aber erst noch eingehend diskutiert werden.

Da wird es einiges zu bereden geben. Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) nannte die Kostensteigerung in dieser Woche „exorbitant“. Die Gründe, die die Stadtwerke für die Steigerung angegeben haben, seien teilweise schlüssig, zum Teil aber auch nicht. Sollte sich nach der Überprüfung herausstellen, dass die Erhöhung nicht gerechtfertigt sei, müsse man sie überdenken. Die Stadtwerke berufen sich unter anderem auf Mehrkosten für die Klärschlammentsorgung, teurere Instandhaltung sowie gestiegene Verwaltungs- und Personalkosten.

Durchschnittshaushalt hätte fast 67 Euro an Mehrkosten

Krüger rechnet vor, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit der geplanten Gebührenerhöhung auf eine Jahresabwassergebühr von 446,94 Euro kommen würde. Das sind 66,79 Euro mehr als in den Jahren 2013 und 2014.

Bei diesen Zahlen ist allerdings zu bedenken, dass die Abwassergebühren für die Jahre 2013 und 2014 vergleichsweise niedrig waren beziehungsweise sind. Diese Absenkung war gesetzlich vorgeschrieben. Denn in den Jahren zuvor hatte sich in Neubrandenburg ein Überschuss an Abwassergebühren angesammelt. Beim Schmutzwasser waren es rund 2,1 Millionen Euro, beim Regenwasser etwa 700 000 Euro. Das Geld durfte trotz des löchrigen Stadthaushaltes nicht für andere Zwecke eingesetzt werden, sondern musste dem Gebührenzahler per Preissenkung innerhalb von drei Jahren wieder zugute kommen.

Nun sind diese Überschüsse fast aufgezehrt und die Neubrandenburger müssen wieder kostendeckende Abwassergebühren zahlen. Sollte sich dabei wieder ein Überschuss ansammeln, beginnt das „Spiel“ von vorn und die Gebühren müssten gesenkt werden, um die Überschüsse abzubauen. Die großen Schwankungen würden letztlich dadurch entstehen, dass die Abwasserpreise auf vielen Variablen beruhen, die sich vorab nicht genau planen lassen, erläuterte Abteilungsleiter Dietmar Hunker aus dem Rathaus.