LOCKERUNGEN BEI FRISEURSALONS

Bei den Friseuren brummt das Geschäft

Mit ihrer Wiedereröffnung gibt es für die Friseure in der Region ordentlich zu tun. Für Wochen sind die meisten ausgebucht. Doch die sechs verlorenen Wochen lassen sich kaum aufholen.
Masken für Mitarbeiter und Kunden sind in allen Salons wie hier beim „HCT“-Friseur in Neubrandenburg Pflicht.
Masken für Mitarbeiter und Kunden sind in allen Salons wie hier beim „HCT“-Friseur in Neubrandenburg Pflicht. Tim Prahle
Ansgar Paul ist seit fünf Jahren Obermeister der Neubrandenburger Friseurinnung.
Ansgar Paul ist seit fünf Jahren Obermeister der Neubrandenburger Friseurinnung. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Mit Ansgar Paul dieser Tage zu sprechen, ist nur schwer möglich. Erst am frühen Abend kann sich der Obermeister der Friseur-Innung Neubrandenburg dank extra eingerichteter Kaffeepause eine Viertelstunde Zeit nehmen. Mehr lässt die enge Taktung nach der Lockerung nicht zu. In seinem Salon im Neubrandenburger Oberbachzentrum arbeiten er und seine Angestellten im Akkord. Trotz und wegen der Beachtung aller Hygienemaßnahmen. „Die Vor- und Nachbereitung kostet schon Zeit, aber die Kunden haben viel Verständnis“, sagt Paul.

So wie bei ihm ist es aktuell überall in der Region. Kaum ein Friseur, der nicht mindestens zwei Wochen ausgebucht ist. Obwohl viele Betrieb einen kleinen „Corona-Aufschlag“ nehmen. Wie unter anderem Lydia Jesch, die mit der „Super Haircompany“ in Neubrandenburg, Friedland und Altentreptow sowie dem Salon „Haar Welt Classic“ in Neubrandenburg vertreten ist. Dort sind es drei Euro mehr, die etwa in die Umsetzung der strengen Hygienemaßnahmen fließen, erklärt Jeschs Assistentin Heike Buhr. „Die Kunden sind ganz entspannt und nehmen es hin, obwohl manche schon mehr zahlen, weil wir nun immer waschen müssen.“ Was ebenso wenig zu stören scheint. Vielmehr seien alle froh, wieder die Haare geschnitten zu bekommen. „Die Menschen scheinen zu merken, wie wichtig der Friseur ist.“ Den ganzen Tag mit Mundschutz zu arbeiten, sei zwar schwierig, aber machbar.

Gut vorbereitet auf Besuch der Ordnungsamtes

Ähnlich klingt es im Salon des „Hair-Cosmetic-Teams“ (HTC) auf dem Neubrandenburger Boulevard durch. Dabei ist nicht nur der klassische Plausch mit den Kunden wegen der Maske eingeschränkt. „Ich rate auch allen Kollegen, regelmäßig draußen kurz Luft zu holen, sonst kippen wir hier reihenweise um“, sagt die dortige Salonleiterin. Ihr Geschäftsführer Sören Clauss ist dennoch guter Dinge. „In anderen Filialen des Landes hatten wir bereits Kontrollbesuch von den Ordnungsämtern. Und wir sind sehr gut vorbereitet“, betont er stolz.

Bei der Friseur-Innung Neubrandenburg, bei der aus dem gesamten Kreisgebiet und Teilen Vorpommerns immerhin 26 Betriebe Mitglied sind, beobachtet Marlies Händschke ebenfalls eine gute Vorbereitung. Doch es gibt auch Probleme. So konnte ein Betrieb in Strasburg eine dringend benötigte Mitarbeiterin nicht einstellen, weil die Kinder der Alleinerziehenden nicht in die Notbetreuung durften. Das wurde in jüngster Vergangenheit zwar immer wieder gefordert, doch noch liege es an einzelnen Entscheidern, wie hier bei einem Mitarbeiter im Gesundheitsamt von Vorpommern-Greifswald. Es wäre vernünftig, endlich schwarz auf weiß zu haben, dass auch Alleinerziehende einen Anspruch auf die Notbetreuung haben“, rät Händschke.

Kunden verhalten sich vorbildlich

Den Friseurbetrieben täte das sicherlich gut, denn der Arbeitsdruck ist hoch. So berichtet es auch Diana Kreibig, Inhaberin vom Friseurstudio Diana in Altentreptow. Zeit zum Reden hat sie nur kurz, der Laden brummt. Der erste Tag sei sehr spannend gewesen. „Vorweg wurde alles genau organisiert, sowohl mit den Mitarbeitern als auch mit den Kunden. Die kommen nun wieder in Scharen – metaphorisch gesprochen und zuerst übers Telefon, um Termine auszumachen. Voll wird das Haus noch eine ganze Weile bleiben. Derzeit ist etwa bis Ende Mai alles ausgebucht, sagt Diana Kreibig. Wie in den vielen anderen Salons würden sich auch hier die Kunden vorbildlich verhalten und Behelfsmasken tragen.

Voll des Lobes für die Kundschaft ist auch Ansgar Paul. „Wir müssen auch einfach dankbar sein, dass die vielen Kunden so lange auf uns gewartet haben“, sagt er. Die sechs Wochen Schließung ließen sich dennoch kaum aufholen. Obwohl der Ansturm aktuell groß sei. So dürften er und alle anderen Betriebe noch einige Zeit mit der Folge der Corona-Restriktionen zu tun haben. Ebenso jene Kunden, die erst jetzt versuchen, einen Termin zu holen.

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