GEMEINDELEBEN

Bei Neubrandenburg wachsen Bäume und Babys um die Wette

In der Gemeinde Neuenkirchen werden hoffentlich bald viele Bäume wachsen. Für jeden neuen Erdenbürger wird ein Baum gepflanzt. Es kommt aber noch mehr unter die Erde.
Kinder, Eltern und Großeltern – sie alle waren gekommen, um für ihre Lütten je ein Bäumchen zu pfla
Kinder, Eltern und Großeltern – sie alle waren gekommen, um für ihre Lütten je ein Bäumchen zu pflanzen. Den Beginn machte diese Stieleiche. Paulina Jasmer
Ihlenfeld.

Die Gemeinde Neuenkirchen bei Neubrandenburg pflanzt für die neuen Erdenbürger jeweils einen Baum. Baum für Baby sozusagen. Und fürs Pflanzen konnten sich die Familien überlegen, was mit – als kleine Zugabe – in den Boden soll. Und was soll man sagen? Allen gefällt's!

Eltern beziehen sich auf Tradition

Die Eltern waren felsenfest davon überzeugt: Keines ihrer Kinder würde etwas vermissen. Keines würde abends nach dem Spielzeug, dem Kuscheltier und, ja, einem Kochlöffel rufen. Denn all diese kleinen Begleiter ihrer Kinder schlummern dann in der Erde.

Constanze Rienitz-Martens, ihr Mann Lars sowie Sohnemann Jonathan haben sich neben einem Spielzeug auch für einen selbst geschriebenen Brief an die Eiche entschieden, der mit in die Erde sollte. Der jungen Mutter ist beim Spaziergang mit Bürgermeister Falk Wiskow, selbst junger Vater, die Idee gekommen, Bäume für Babys zu pflanzen. Eine Tradition, die doch auch in der Gemeinde etabliert werden könnte, so die Hoffnung. Die Gemeindevertreter gaben für diese Geburtenbäume grünes Licht, sodass nun in Ihlenfeld sechs Bäume gepflanzt werden konnten. Am Donnerstag folgen noch drei in Neuenkirchen.

Die Familien nehmen bei dieser Aktion Bezug auf die Tradition, die mit der Geburt eines Kindes zusammenhängt: Für Jungen wird ein Apfelbaum und für Mädchen ein Birnenbaum gepflanzt, so Constanze Rienitz-Martens. Für ihren Sohn gab es eine Stieleiche. Davon gab es noch eine weitere sowie drei Platanen und eine Linde. Die Gemeinde verbindet das Brauchtum mit Ersatzpflanzungen, so der Bürgermeister.

Namensschilder sollen auch noch kommen

Nun hoffen alle, dass die Babys so schön wachsen und gedeihen wie die Bäume und andersherum. Laut Falk Wiskow soll jeder Baum auch ein Schild bekommen mit dem Namen des Kindes, für das er gepflanzt worden ist. „Es verbindet uns noch mehr mit dem Ort. Es ist noch mehr Heimatgefühl entstanden“, meint Constanze Rienitz-Martens, die schon ein paar Jahre in Ihlenfeld wohnt. Im Dorf herrsche Zusammenhalt, man könne sich aufeinander verlassen und auch etwas bewegen. Schön, dass sich dies nun auch in der Natur wiederfindet, lobt sie. Sandra Asmus mit ihrem kleinen Piet, erst sechs Monate alt, schloss sich dem an. Sie fühle diese Verbundenheit, obwohl sie erst seit einem Jahr in Ihlenfeld wohnt. Ein Stück von Piets Nabelschnur kam in die Pflanzgrube seines Baumes.

Claudia Hruby und Andreas Hanack haben zur Pflanzaktion ihren Maximilian Fred mitgebracht. Daheim gibt es für das Söhnchen übrigens auch schon einen Baum, traditionell einen Apfelbaum, ein Boskop, berichtete sein Vater stolz. Maximilian Fred trennte sich von einem Plüschelefanten. Eine richtige Trennung war es aber nicht. Nicht nur, dass daheim zahlreiche Plüschelefanten warten, sondern auch genau dieses Exemplar gibt es in mehrfacher Ausführung. Gleiches galt für Jannes Björn, Sohn des Bürgermeisters. Für ihn wurden eine Haarsträhne und ein Kochlöffel mit ins Erdreich gegeben. „Er bekocht gerade die ganze Familie“, so Falk Wiskow. Aus vier Kochlöffeln waren nun drei geworden.

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