Bürger und Fraktionen sind sich in einem Punkt einig: Altentreptow soll Altentreptow bleiben, so, wie es jeder kennt.
Bürger und Fraktionen sind sich in einem Punkt einig: Altentreptow soll Altentreptow bleiben, so, wie es jeder kennt. Kai Horstmann
Findling

Bekommt Altentreptow einen Zusatz im Namen?

Mit der Hebung des Großen Steins wurde die schon vor Jahren angestoßene Debatte über einen Zusatznamen für Altentreptow neu entfacht.
Altentreptow

Soll Altentreptow künftig einen Zusatznamen mit regionalem Bezug bekommen oder nach über 80 Jahren wieder „Treptow a. Toll“ heißen? Eine Frage, auf die bislang keine abschließende Antwort gefunden wurde. Zwar hatte sich der Hauptausschuss im November des vergangenen Jahres dafür entschieden, dieses Thema in der Ausschussrunde vor der Sommerpause erneut aufgreifen zu wollen, aber wenn es nach den Altentreptowern geht, scheint es in dieser Sache keinen weiteren Diskussionsbedarf zu geben. Sowohl die Leserzuschriften an den Nordkurier als auch die Kommentare in den sozialen Netzwerken aus den vergangenen Monaten sprechen eine eindeutige Sprache: Altentreptow sollte Altentreptow bleiben. Alles andere ergebe weder Sinn noch würde es einen Mehrwert für die Bürger mit sich bringen. Schon die verhaltene Beteiligung an der Namensumfrage habe gezeigt, wie gering das allgemeine Interesse daran sei. Die Stadtvertretung sollte deshalb ein Zeichen setzen und diese ganze Debatte endgültig beenden, so der allgemeine Tenor.

Umbenennung wäre mit hohen Kosten verbunden

Auch die Fraktionsvorsitzenden machten gegenüber dem Nordkurier unmissverständlich klar, dass sie den von der Verwaltung ins Rennen geschickten Ideen ziemlich skeptisch gegenüberstehen. „Die Umbenennung wäre ohne Zweifel mit enormen Kosten verbunden, die dann auf jeden einzelnen Bürger zukommen. Und die klatschen garantiert nicht vor lauter Begeisterung in die Hände. Schon allein deshalb lehnt unsere Fraktion alle weiteren Bemühungen in dieser Richtung ab. Wir alle, die in dieser Stadt leben, sollten den Namen, den wir haben, mit Stolz tragen und dazu stehen“, betonte Mirko Renger von der Altentreptower Wählergemeinschaft.

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Augenmerk auf wichtige Projekte lenken

Ob die von Bürgermeisterin Claudia Ellgoths Amtsvorgänger favorisierte Bezeichnung „Findlingsstadt“ die Verantwortlichen in Schwerin mehr überzeugt hätte, wird nie jemand erfahren. Denn dieser Vorschlag wurde sowohl in den Fachausschüssen als auch von den Treptowern rigoros abgelehnt und deshalb erst gar nicht weiter verfolgt. Thomas Kraft (CDU) vertritt ebenfalls die Ansicht, die Namensfrage lieber ad acta zu legen. „Wir sollten keine zusätzliche Energie mehr drauf verwenden, sondern uns stattdessen mit den Dingen beschäftigen, die unsere Stadt wirklich langfristig voranbringen können. Es gibt genug Aufgaben zu erledigen“, argumentierte Kraft. Für die städtische Linksfraktion sei die ganze Diskussion von vornherein unnötig gewesen. „Ich kann verstehen, dass die Stadt nach Möglichkeiten sucht, um sich besser zu vermarkten und neue Leute anzulocken. Ein erweiterter oder anderer Name bringt da nicht viel. Wir sollten den Fokus jetzt lieber auf Projekte legen, von der alle etwas haben, wie zum Beispiel die geplante Badeanstalt am Klosterberg“, findet Gabriele Schuring.

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