GEWERBEGEBIET

Bethanien-Center in Neubrandenburg sorgt für Diskussionen

Das Bethanien Center in Neubrandenburg will sich neu aufstellen, um den bundesweiten Verkauf der Real-Märkte zu kompensieren. Doch dazu gibt es Klärungsbedarf – nicht zum ersten Mal in diesem Gewerbegebiet.
Das Neubrandenburger Bethanien Center will sich neu aufstellen, braucht dafür aber eine Änderung des B-Plans. Foto:
Das Neubrandenburger Bethanien Center will sich neu aufstellen, braucht dafür aber eine Änderung des B-Plans. Foto: Tim Prahle Tim Prahle
Das Bethanien Center steht nun auf der Agenda der Stadtvertreter. Foto: Tim Prahle/Archiv
Das Bethanien Center steht nun auf der Agenda der Stadtvertreter. Foto: Tim Prahle/Archiv Tim Prahle/Archiv
Neubrandenburg ·

Die Bedenken rund um das Gewerbegebiet auf dem Lindenberg im Süden Neubrandenburgs reißen offenbar nicht ab. Während des Ausschusses für Umwelt, Ordnung und Sicherheit ist es um einen weiteren Bebauungsplan mit Namen „Bethanienberg Süd“ gegangen, der nach fast 30 Jahren geändert werden soll. Dieser B-Plan umfasst das Bethanien Center samt Parkplatz sowie andere Firmen wie zum Beispiel das Autohaus Grützner und die WSN Sicherheit und Service GmbH. Auch bei diesem Plan spielten die Auflagen zum Umweltschutz eine Rolle – und wurden kritisiert.

Das erinnert an Anfang September, als der B-Plan rund um den Möbelstandort von XXXLutz Rück für Diskussionen gesorgt hatte. So plant das Möbelhaus eine Erweiterung. Außerdem soll sich ein Möbelgeschäft im Discount-Bereich ansiedeln. Hierbei hatten einige Stadtvertreter die Antwort vermisst, wohin das Regenwasser von den versiegelten Flächen abgeleitet werde. Außerdem monierten sie, dass zu wenige Nachpflanzungen veranschlagt seien und störten sich an dem Babyartikel-Sortiment. Sie kassierten die Beschlussvorlage (Nordkurier berichtete).

Mehr lesen: XXXLutz will aber darf nicht erweitern

Und jetzt also der „Bethanienberg Süd“. Laut Marion Strasen, Sachgebietsleiterin Bauleitplanung, ist der B-Plan „Bethanienberg Süd“ der zweitälteste der Stadt. 1992 habe es eine „sehr grobe“ Einzelhandelsfestsetzung gegeben. Es seien die gut 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in vier thematische Sondergebiete geteilt worden, zum Beispiel in SB Warenhaus, also für die Real-Kette.

Keine Sondergebiete mehr, sondern Obergrenzen

Doch die Zeiten hätten sich geändert. Grundlage für die Überarbeitung des B-Planes würden „Umstrukturierungs- und Modernisierungsabsichten des Bethanien Centers, unter anderem auch bedingt durch den bundesweiten Verkauf der Real-Märkte, bilden“. Anstelle von vier Sondergebieten soll mit der Festsetzung von Verkaufsflächenobergrenzen für das gesamte Einkaufszentrum eine gewisse Flexibilität bei der Vermietung durch den Betreiber erzielt werden. Auch Herausforderungen des Klimaschutzes würden realisiert. So soll die Beleuchtung auf LED-Technik sowie die Kühlmöbel im SB-Warenhaus auf moderne Geräte umgestellt und die Leergutannahme für eine höhere Nutzerakzeptanz besser positioniert werden.

Marion Strasen betonte, dass mit der Änderung des B-Planes keine neue Versiegelung einhergehe, sprich äußerlich keine Neu- oder Anbauten. Im Zuge der Überarbeitung würde der Baumbestand auf dem Parkplatz aufgenommen und auch der Hinweis, dass Bäume in selbiger Qualität ersetzt werden müssten, wo es angezeigt ist. Darüber hinaus seien Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen „zulässig“.

Rainer Kirchhefer (Bündnis 90/Die Grünen) ging das nicht weit genug. „Wenn man so einen Plan macht, sollte man den besser formulieren“, sagte er und wünschte sich hinsichtlich Dach- oder Fassadenbegrünung oder der Installation von Photovoltaikanlagen mehr Druck im B-Plan, dass dies „mindestens gewünscht“ sei. Marion Strasen verwies darauf, dass das Bethanien Center von außen keine Änderungen vornehmen wolle, sondern dass es „nur innen restrukturiert“ werden soll. Darüber hinaus müsste bei Forderungen nach Solaranlangen bedacht werden, dass die bestehende Bauten womöglich über keinen darauf ausgelegten Brandschutz verfügen – und somit investieren müssten.

Peter Modemann, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, sicherte angesichts der Bedenken zu, dass rechtlich geprüft werde, inwiefern Klimaschutzmaßnahmen im B-Plan Einzug halten können. Er merkte an, dass die Angemessenheit solcher Maßnahmen bedacht werden und man sich die Frage stellen müsse, „ob Investoren Schlange stehen.“ Im heutigen Stadtentwicklungsausschuss wird dieser B-Plan ab 17 Uhr ebenfalls thematisiert.

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Kommentare (5)

kann der Eigentümer so viel umbauen, wie er möchte.
Da kann der Grüne seine Wünsche äußern oder nicht.
Aber er weiß sicherlich nicht, das z.B. begrünte Dächer
eine andere Statik und Abdichtung nach sich ziehen?!
Was macht er eigentlich beruflich?

👌.Da kommen paar Tonnen!!! zusammen ,wenn man das auf einem Dach macht. Und ob dafür die Stützen und vor allem die Dachbleche(ich tippe mal auf Trapezbleche) ausgelegt sind bezweifle ich stark.

👌.Da kommen paar Tonnen!!! zusammen ,wenn man das auf einem Dach macht. Und ob dafür die Stützen und vor allem die Dachbleche(ich tippe mal auf Trapezbleche) ausgelegt sind bezweifle ich stark.

und ständig hat einer Bedenken oder will seine eigenen Wünsche durchsetzen aus diesem Grund tritt die Stadt oft auf der Stelle und Entscheidungen ziehen sich so lange hin, bis keiner mehr Interesse hat sein Vorhaben umzusetzen. Last doch den Investoren einfach ihre Arbeit machen. Ein Stadtvertreter hat Angst das man durch Versiegelung nicht weiß wohin mit dem Regenwasser, der andere will seine grünen Wünsche durchsetzen , der nächste hat Angst um den Einzelhandel weil XX Lutz Babykleidung im Sortiment aufnehmen möchte. Ich wüste was ich als Investor machen würde. Der Stadt den Rücken kehren.

Das geht gar nicht mehr, was in Neubrandenburg vor sich geht. Normalerweise sollten sich die Ratsherren über jeden Investor freuen und über jede Modernisierung in der Stadt, was wiederum Kunden in die Stadt holt und Arbeitsplätze schafft und sichert. Es wird den Investoren schwer gemacht, wo es nur geht, als wenn die Region Neubrandenburg es finanziell nicht nötig hat. Es stehen mal wieder grüne Ideologien im Vordergrund und nicht die Arbeitsplätze. Ich würde es mir 3 mal überlegen, in dieser Stadt zu investieren. Man sollte über diese Themen einen Volksentscheid machen und den Bürger fragen, was er gerne hätte.