AN KINDERWAGEN GERÜTTELT

Betrunkene Deutsche geht auf Syrer los

Eine junge Deutsche soll einen Syrer bespuckt und an dessen Kinderwagen gerüttelt haben. Das hatte dann zahlreiche Personen auf den Plan gerufen. Sie schieben sich gegenseitig die Schuld an der Eskalation zu.
Meldungen der Polizei zu Unfällen und Diebstählen in Mecklenburg-Vorpommern
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Neubrandenburg.

Im Neubrandenburger Reitbahnweg ist es bereits am Montagabend vor einem Supermarkt zu einer größeren Auseinandersetzung zwischen deutschen und ausländischen Gruppen gekommen. Das bestätigt jetzt die Polizei auf Nordkurier-Nachfrage.

Laut ersten Ermittlungen soll dabei eine 22-jährige Deutsche, mit einem Promillewert von mehr als 1,0 aus einem Bus gestiegen und ihr ein 42-jähriger Syrer entgegen gekommen sein. Der Mann war mit einem Kinderwagen, mit einem dreijährigen Kind, und einem zwölfjährigen Kind unterwegs. Die Frau gab an, von dem Vater der Kinder unvermittelt geschlagen worden zu sein. "Andere Zeugen berichteten, dass sie den 42-Jährigen bespuckt und ausländerfeindlich angeschrien habe", so die Polizei. Die Frau habe außerdem gegen den Kinderwagen gestoßen. Daraufhin habe der Syrer sie geschlagen.

Dieser Vorfall soll laut Polizei der Ausgangssachverhalt gewesen sein, der für eine Eskalation gesorgt habe. Denn wegen einer vermeintlichen Schlägerei war die Polizei zuvor gerufen worden und war mit mehreren Funkstreifenwagen angerückt.

Polizei ermittelt auch wegen Fremdenfeindlichkeit

Sowohl die Frau als auch der Mann sollen daraufhin weitere Personen, teilweise ebenfalls alkoholisiert, hinzugezogen haben. Der 22-Jährigen sind nach Polizeiangaben zwei 25-jährige Deutsche zur Hilfe gekommen und hätten den Syrer konfrontiert. Ihm sollen wiederum ein 16-jähriger weiterer Syrer geholfen haben, der wiederum einen der 25-jährigen Deutschen geschlagen haben soll. Die 22-jährige Frau habe daraufhin den Jugendlichen angegriffen und soll mit einer zerbrochenen Glasflasche auf den 42-jährigen Vater losgegangen sein. Davon soll sie jedoch letztlich abgehalten worden sein.

Wie eine Polizeisprecherin erklärte, seien vier Anzeigen wegen gegenseitiger Körperverletzung aufgenommen worden. Zwei davon gegen die alkoholisierte Deutsche, die keine sichtbaren Verletzungen aufgewiesen habe. Gegen die beiden 42- und 16-jährigen Syrer sei jeweils eine Anzeige geschrieben worden. Beide waren leicht verletzt.

Die Ermittler haben in den vergangenen Tagen zunächst versucht, den Tathergang zu rekonstruieren. Der genaue Ablauf müsse noch abschließend in den Ermittlungen geklärt werden. Damit erläutert die Polizei auch den Zeitverzug, warum diese Auseinandersetzung – womöglich mit fremdenfeindlichem Bezug – ihrerseits erst jetzt öffentlich geworden ist.

Der Artikel wurde um 12 Uhr mit weiteren Details ergänzt.

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