POLIZEIEINSATZ

Betrunkenem Jäger droht Verlust von Jagd- und Waffenschein

Einer Zivilstreife war ein Gewehrlauf aufgefallen, der in Neubrandenburg aus einem Fenster ragte. Der Waffenbesitzer muss mit ernsten Konsequenzen rechnen.
Das Waffengesetz ist ein besonders strenges Gesetz. Wer demnach als unzuverlässig eingestuft wird, dem droht der Verlust
Das Waffengesetz ist ein besonders strenges Gesetz. Wer demnach als unzuverlässig eingestuft wird, dem droht der Verlust der Waffenbesitzkarte. Patrick Pleul
Neubrandenburg ·

Einem Neubrandenburger Jäger, der nachts unter Alkoholeinfluss an einem Fenster mit einem Gewehr hantiert haben soll, droht Ungemach von der Jagdbehörde. Bei der Unteren Jagdbehörde sei die entsprechende Anzeige eingegangen, sagte eine Sprecherin des Landkreises dem Nordkurier am Mittwoch auf Anfrage. Daraufhin sei ein ordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet worden. Deshalb könne der Landkreis zu dem Sachverhalt oder zu möglichen Konsequenzen keine weiteren Informationen geben. Sollten die Behörden den Mann für „unzuverlässig“ einstufen, drohen ihm der Verlust des Waffen- sowie des Jagdscheins.

Polizei beschlagnahmte zwei Waffen in der Wohnung

Die Polizei ermittelt gegen den Neubrandenburger sowie eine 29-Jährige wegen des Verdachtes auf Verstoß gegen das Waffengesetz (der Nordkurier berichtete). Die beiden sowie fünf weiteren Personen, die in der Nacht zu Sonntag in einer Wohnung sowie einem Keller im Nachtjackenviertel von der Polizei angetroffen wurden, sollen zudem mit ihrem Treffen gegen die Corona-Verordnung des Landes verstoßen haben (der Nordkurier berichtete). Eine Zivilstreife der Bundespolizei hatte den Angaben zufolge in der Nacht zu Sonntag beobachtet, wie zwei Menschen an einem Fenster standen und eine schwarze Langwaffe mit einem Zielfernrohr heraus hielten. Bei einer anschließenden Wohnungsdurchsuchung wurden zwei Waffen beschlagnahmt, ein Atemalkoholtest ergab laut Polizei einen Wert von 1,5 Promille.

Mehr lesen Sie hier: Betrunkener Jäger zielt mit Gewehr aus Fenster in Neubrandenburg

Jäger äußert sich nicht zum laufenden Verfahren

Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern wollte zum konkreten Fall unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben machen. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage dem Nordkurier, allgemein sei jeder Jäger dafür verantwortlich, dass seine Jagdwaffen sicher aufbewahrt sind, nicht falsch mit ihnen umgegangen wird und sie auch nicht aus den Händen gegeben werden. Wenn jemand stark alkoholisiert seine Waffe an Dritte abgebe, die generell nicht dazu berechtigt seien, stehe die Zuverlässigkeit der Person infrage. Damit drohe der Entzug des Jagdscheins und der Waffenbesitzkarte. Vom Nordkurier zu dem Vorfall schriftlich angefragt, wollte sich der Jäger in dem laufenden Verfahren ebenfalls nicht äußern.

Mit dem Hinweis, dass es sich vorsorglich um keinen von ihm geschilderten Tathergang handele, führte er zur Rechtslage aus, in den eigenen vier Wänden dürfe der Besitzer erlaubnispflichtiger sowie erlaubnisfreier Waffen diese aus dem Schrank nehmen, sie putzen, sie vertrauenswürdigen Personen, wie beispielsweise angehenden Jungjägern oder interessierten Freunden, zeigen und sie auch aus der Hand geben, wenn man dabei stehen bleibt und sich nicht gerade für eine längere Zeit entfernt.

Der Waffenbesitzer darf seinen Ausführungen nach eine nicht geladene Waffe in seiner Wohnung „anbacken“, also an die Backe anlegen, wenn diese nicht auf Menschen gerichtet ist oder in eine Richtung, in der offensichtlich Menschen leben oder wertvolle Gegenstände stehen. Weiter schrieb er: „Und sollte der Waffenbesitzer dabei in seiner Wohnung stehen, kann auch dabei ruhig das Fenster geöffnet sein. Er muss sich auch nicht vergewissern, ob nachts um zwei Uhr die Straße möglichst menschenleer ist, dass keiner auf die Idee kommt, in sein Fenster zu gucken.“

Weiter führte der Mann aus, man müsse auch nicht jeder unbekannten Person Auskunft zu eventuellem Waffenbesitz geben, selbst dann nicht, wenn diese sich als Zivilstreife zu erkennen gebe. Auch sei es etwa über das nationale Waffenregister relativ einfach dabei zu evaluieren, ob in einer Wohnung ein Besitzer legaler Waffen wohnt.

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Kommentare (11)

Die Ausführungen des Jägers sind im großen und ganzen zutreffend. Das Verhalten der deutschen Landespolizeien im Hinblick auf Waffenbesitzer ist dagegen geprägt von Panik und Hysterie. Hier in der Schweiz hat hat fast jeder Mann ein Sturmgewehr in der Wohnung. Milizarmee nennt sich das. Eine feindliche Armee, die einmarschiert müsste damit rechnen aus jedem zweiten Fester beschossen zu werden. Ein bisschen mehr Entspanntheit täte Deutschland auch beim Thema Waffen ganz gut.

keine Panik und Hysterie. Die Aufgaben der Polizei besteht ja unteranderem darin: Vorbeugung bei Kriminalität,sowie Bekämpfung und Ermittlung von Straftaten
In diesem Fall kontrollierten die Beamten eine Situation - mit Handhabung einer Schusswaffe.
Für mich selbst sehe ich sogar, wegen das geöffnete Fenster, ein Eingriff der öffentlichen Sicherheit.
Bei der Aufklärung stellten die Beamten bei dem Waffen-Besitzer ein erhöhten Alkoholwert fest. Alkohol und Waffe passt nicht, egal ob geladen oder nicht. Bei 1,5 Promille ist die Verantwortung eh in Frage zustellen, ist eh im Waffengesetz geregelt.
Die Beamten kamen ihrer Arbeit nach, der Sachverhalt wird geklärt. Hätten die Beamten nicht eingegriffen und es wäre dann zu irgendwelchen Sach-und Personenschäden gekommen, dann wäre der Aufschrei auch groß. Schusswaffen sind halt keine Spielsachen. Mit Waffen sollte man mit hoher Verantwortung und mit Respekt umgehen können. Die Schweizer können es eventuell besser, als dieser Jäger 🤷🏼‍♂️

...Verhalten der deutschen Landespolizeien im Hinblick auf Waffenbesitzer ist dagegen geprägt von Panik und Hysterie."
Völlig falscher Ansatz.
Wer Unzuverlässig ist muss halt mit den Konsequenzen leben. Er hätte also mal ins Waffengesetz schauen sollen; hier, § 5, Abs. 1 , Ziffer 2, Bst. b und c WaffG.

Was in der Schweiz gilt, gilt eben nicht in Deutschland.

was der jäger in seinen vier wänden macht wem interessiert es und fenster auf oder zu völlig egal
einfach nur lächerlich
nordkurier = bildzeitung
nordkurier: ich habe heute morgen in meinen vier wänden den kaffee schwarz getrunken
wäre doch für morgen eine schlagzeile wert ?

Ja, wenn das Fenster geschlossen und der Jäger alleine wäre. mir wäre dann auch egal, wenn der Jäger aufgrund von Alkohol sich selbst mit der Schusswaffe verletzt hätte...

... Jäger - Migranten ein.
Panik mache? Völlig egal?

oder anstatt jäger nen teller mücken

Teller und Mücken 🤦🏼‍♂️.
Alter Schalter, das ist Ihre Argumentation... Mücken und Teller 😂😂😂😂

argumentiere ich wie belanglos es ist .....

...scheint es ihnen ja richtig belanglos zu sein.

vier