POLIZEIEINSATZ

Betrunkener Jäger zielt mit Gewehr aus Fenster in Neubrandenburg

Weil Gefahr für Leib und Leben bestand, beschlagnahmte die Polizei in Neubrandenburg zwei Gewehre eines Jägers. Er soll unter Alkohol mit einer Waffe aus dem Fenster gezielt haben.
In der Robert Blum Straße in Neubrandenburg kam es zu einem Polizeieinsatz, nachdem ein betrunkener Jäger am Fenster mit einem Gewhr hantierte.
In der Robert Blum Straße in Neubrandenburg kam es zu einem Polizeieinsatz, nachdem ein betrunkener Jäger am Fenster mit einem Gewhr hantierte. Tim Prahle
Neubrandenburg ·

Angetrunkene Personen haben im Neubrandenburger Nachtjackenviertel mit einem Gewehr am Fenster hantiert und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst. In der Nacht zu Sonntag hätten die Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg von Kollegen der Bundespolizei die Information erhalten, dass eine Person aus einer Wohnung in der Robert-Blum-Straße heraus mit einer Waffe gezielt habe, teilte die Polizei am Montag mit.

Die Bundespolizisten waren in einem zivilen Fahrzeug auf Streifenfahrt, als sie eine Langwaffe aus einem Fenster des Mehrfamilienhauses bemerkten, hieß es. Die Beamten stoppten ihr Fahrzeug, um die Lage besser in Augenschein zu nehmen. Dabei konnten sie laut Polizei deutlich erkennen, wie zwei Personen am Fenster standen und eine schwarze Langwaffe mit einem Zielfernrohr aus dem Fenster hielten. Dabei sollen sie auf die andere Straßenseite gezielt haben.

Gefahr für Leib und Leben

Als die Bundespolizisten ihr Fahrzeug stoppten, war den Angaben zufolge eine weibliche Person am Fenster. Die Beamten fragten die Dame nach der Waffe. In der Folge legte sie die Waffe beiseite und schloss das Fenster sowie die Jalousien. Die Beamten konnten kurze Zeit später beobachten, wie mehrere Personen aus der betroffenen Wohnung in den Kellerbereich gingen. Als sie an der Wohnungstür klingelten, befanden sich noch der Wohnungsmieter sowie zwei weitere Personen in der Wohnung. Auf Nachfrage gaben die Personen an, nichts von einer Waffe und weiteren Personen zu wissen.

Nachdem die Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg am Tatort eingetroffen waren, hielten sie erneut Rücksprache mit den Menschen in der Wohnung, die der Mitteilung zufolge augenscheinlich alkoholisiert waren. Da aufgrund der Schilderungen der Beamten der Bundespolizei eine Gefahr für Leib und Leben bestand, weil angetrunkene Personen mit Waffen hantierten, haben die Beamten die Wohnung durchsucht. In dem Waffenschrank des Mittvierzigers, der den Angaben zufolge bekennender Jäger ist, befanden sich zwei Gewehre, darunter auch die von den Bundespolizisten beschriebene schwarze Langwaffe mit Zielfernrohr. Der Atemalkoholtest bei dem Tatverdächtigen zeigte ein Wert von 1,52 Promille an.

Zwei Waffen sichergestellt

Die Beamten hätten beide Waffen zur Gefahrenabwehr sichergestellt, da eine Wiederholungshandlung im angetrunkenen Zustand nicht auszuschließen sei, hieß es. Beim Aufsuchen des Kellerbereiches stellten die Polizeibeamten vier weitere erwachsene Personen fest. Darunter befand sich auch die 29-jährige Frau, welche die Bundespolizeibeamten zuvor mit der Waffe am Fenster beobachtet hätten

Die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen den Mittvierziger und die 29-Jährige wurden im Kriminalkommissariat Neubrandenburg aufgenommen. Zudem müssen sich die Leute in der Wohnung und im Kellerbereich wegen des Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung verantworten.

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Kommentare (5)

dafür sorgen das die person nie wieder eine waffe besitzen darf...will mir nicht ausmalen was nächstes mal passiert

Kann es zwar nachvollziehen, dass man Bekannten, die zu Besuch sind und die immerwieder nachfragen auch mal die entladene Hera in die Hand gibt, weil die sowas nur aus Filmen kennen und der Mensch eben neugierig ist aber die angesoffen aus dem Fenster halten lassen ist schon grenzdebil.

Nicht nur, weil jederzeit die Polizei auftauchen könnte, sondern eben weil man dadurch merkt, dass die Personen gerade ihre Hemmung verlieren und es als Spielzeug betrachten.

Petri Heil

... wars dann wohl mit dem Jagen. Mir bekannte vergleichbare Fälle von Fehlverhalten von Jägern haben immer dazu geführt, das die Waffen auf Dauer entzogen wurden. Das war sogar dann der Fall, wenn derjenige wegen Trunkenheit im Verkehr auf frischer Tat angetroffen wurde. Also eigentlich ein Ereignis was mit der Jagd nichts zu tun hat.
Wer Unzuverlässig ist muss halt mit den Konsequenzen leben. Er hätte also mal ins Waffengesetz schauen sollen; hier, § 5, Abs. 1 , Ziffer 2, Bst. b und c WaffG.

Ein Blick in das Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.

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