Bei einer Silberweide am Gätenbach nahe einem Fußweg hat ein Biber in dieser Woche den Stamm so massiv beschäd
Bei einer Silberweide am Gätenbach nahe einem Fußweg hat ein Biber in dieser Woche den Stamm so massiv beschädigt, dass der Baum am Dienstag umstürzte. Mirko Hertrich
So stark zernagt hätte der Baum ohnehin gefällt werden müssen, damit er niemanden gefährdet.
So stark zernagt hätte der Baum ohnehin gefällt werden müssen, damit er niemanden gefährdet. Frank Wilhelm
Die von einem Biber gefällte Silberweide im Gätenbach soll noch in dieser Woche beseitigt und später durch eine
Die von einem Biber gefällte Silberweide im Gätenbach soll noch in dieser Woche beseitigt und später durch eine Neupflanzung mit Biss-Schutz ersetzt werden. Mirko Hertrich
Aus dem Jahr 2019 stammt dieser Schnappschuss eines Bibers auf dem Friedrich-Engels-Ring nahe der Vierrademühle.
Aus dem Jahr 2019 stammt dieser Schnappschuss eines Bibers auf dem Friedrich-Engels-Ring nahe der Vierrademühle. Simon Voigt
Diesen Baum hatte ein Biber im September 2021 am Gätenbach umgelegt, um seinen Hunger auf Knospen und Rinde zu stillen.
Diesen Baum hatte ein Biber im September 2021 am Gätenbach umgelegt, um seinen Hunger auf Knospen und Rinde zu stillen. Mirko Hertrich
Naturschutz

Biber fällt weiteren Baum in Neubrandenburg

Erneut ist ein Baum mitten in Neubrandenburg von einem Biber so stark beschädigt worden, dass er umfiel. Ist der Nager etwa in die Stadt gekommen, um zu bleiben?
Neubrandenburg

Wieder hat sich ein Biber an einem Baum am Gätenbach im Süden Neubrandenburgs zu schaffen gemacht. Wie Fotos von Nordkurier-Lesern zeigen, wurde ein relativ dicker Baum offenbar von dem Nager „geringelt“, wie es in der Fachsprache heißt. Auf den Fotos stand der Baum noch, am Dienstagabend lag er unweit der Schwimmhalle im Gätenbach.

Biber hat an gleicher Stelle schon mal kräftig zugebissen

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Mecklenburgische Seenplatte teilte dem Nordkurier auf Anfrage mit, dass es sich bei dem Baum um eine Silberweide handelt. Sie war nach dem Biberverbiss nicht mehr zu retten und hätte aus Gründen der Verkehrssicherheit ohnehin gefällt werden müssen, so Thilo Koegst vom Stalu. Geplant sei, den umgestürzten Baum noch in dieser Woche zu beräumen. Wie auch in den vergangenen Jahren werde dafür ein neuer Baum gepflanzt – mit Verbissschutz.

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An gleicher Stelle hatte Europas größtes Nagetier in den vergangenen 14 Monaten bereits einen Baum gefällt und an einem zweiten starke Bissspuren hinterlassen. Allgemein ist das nachtaktive Tier recht rege unterwegs im Neubrandenburger Stadtgebiet. So hatte ein Biber am Schwanenteich einen der neu gepflanzten Bäume gefällt. Auch am Tollensesee wurden Verbissspuren festgestellt. Am stärksten wirkt das streng geschützte Tier aber im Mühlenholz, wo ein Biberdamm an der Linde den Bahndamm aufzuweichen drohte, woraufhin die Biberburg mit einer Ausnahmegenehmigung abgetragen wurde.

Jungbiber kommen auf der Suche nach neuen Revieren

In der Linde von Burg Stargard bis Neubrandenburg gibt es laut Stalu schon länger mehrere sesshafte Biber. Infolge des hohen Populationsdrucks in diesem Bereich komme es zwangsläufig zur Abwanderung von Jungtieren. So werde auch der Gätenbach auf der Suche nach neuen Revieren durchwandert. Aufgrund der städtischen Lage, verbunden mit Störung etwa durch Menschen oder Hunde gehen die Stalu-Experten davon aus, dass Biber dort „bis auf Weiteres“ nicht sesshaft werden.

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Um weitere Baumschäden zu vermeiden, werden junge oder neu gepflanzte Bäume in dem Bereich mit einem Verbissschutz gesichert, hieß es weiter. Mit zunehmendem Stammdurchmesser werde der Schutz entfernt, um das Wachstum nicht zu behindern. Auch seien Bäume mit größerem Stammdurchmesser kaum durch den Biber gefährdet.

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Kommentare (1)

Biber werden nicht in urbaner Gegend sesshaft? Da scheint wohl die Evolution der Biber abgeschlossen, wie angeblich die der Eisbären, die mal Braunbären waren.