IST DAS WETTER SCHULD?

Bienen von Flugunlust geplagt

Zu kalt, zu nass, zu windig, häufig jedenfalls. - Es istwirklich zu klamm, das muss Imker Stephan Naujoks jeden Tag feststellen.
dpa
Altenhagen.

Seine Bienen sind ohne nennenswerte Verluste über den Winter gekommen, doch nun hat der Altenhagener, selbstständiger Elektormeister von Beruf, die Hoffnung fast aufgegeben, dass die Rapsblüte noch ordentlich honigt. Seine Bienen umsummen die Kästen, doch auszufliegen zaudern sie.Dabei lockt einen halben Kilometer vom Imkerhof entfernt ein gelber Horizont. Raps, so weit das Auge reicht. Ideal bei günstigem Wetter. "Rapshonig, ist das Beste, was es gibt, kräftig aromatisch, je weißer, je reiner", schwärmt Stephan Naujoks. Doch in diesem Mai...

Von der blühenden Ölsaat tragen seine 20 bis 25 Völker onst zwei Drittel der Jahresernte ein. Das dritte Drittel liefern die Linden, die links und rechts die Straßen säumen. Und wenn die Bauern mal beim Herbizidspritzen einen Streifen auslassen und dort plötzlich Kornblumen und Wicken in voller Pracht gedeihen, dann ist das um so besser für den Imker. Denn dann fallen auch schon mal ein paar Gläser Wildblütenhonig an. "Aber das kommt nur selten vor", meint Stephan Naujoks. Er ist der Spross einer alten Imkerfamilie. Seine Vorfahren stammen aus Ostpreußen. Dort wurden immer Bienen gehalten.

"Hier in Altenhagen ist die Tradition von meinen Eltern fortgesetzt worden. Nachdem Tod meines Vaters führe ich die Imkerei nun weiter", berichtet Naujoks. Dabei ist er aber kein Neuling auf dem Gebiet, sondern ein wirklich erfahrener Mann mit Ausbildung. 1987, zwei Jahre vor der Wende, hatte er sich nämlich mit seinem Vater als Imker selbstständig gemacht. 300 Völker nannte der Naujoksche Imkerhof sein Eigen. Mit sechs Wanderwagen zogen Vater und Sohn im Frühjahr durchs Land, stets Felder mit pollenträchtigen Kulturen im Blick. Eine beliebte Bestäubungsregion war die KAP Breesen. Der Staat zahlten zudem einiges an Geld für den Service der Nektarsammler. Bei Vermehrungsrotklee zum Beispiel 20 Mark pro Volk, für Obstplantagen noch mehr. Um den Absatz kümmerte sich der VEB Bienenwirtschaft Meißen. Der wiederum lieferte den Honig größtenteils in den Westen für Devisen. Nur mit viel Glück war mal ein Glas privat zu ergattern. Das Angebot in den Kaufhallen dafür: Kunsthonig mit 30-prozentigem Bienenhoniganteil. Aber das ist Geschichte, wie auch er Rotklee Geschichte ist. Er verschwand aus der Flur. "Nach der Wende gab es jedoch einen heftigen Knick abwärts, was den Absatz betrifft", berichtet Stephan Naujoks. '

Denn plötzlich stand in jedem Laden Honig aus aller Herren Länder. Inzwischen hat sich das Geschäft aber normalisiert. Die Ausbeute seiner zwei Dutzend Völker, immerhin etliche Zentner, wird Stephan Naujoks reißend los. "Von privat an privat natürlich", macht er deutlich. Wenn es denn nur wärmer wäre. Dann nämlich könnte Stephan Naujoks auch mit der Königinnenzucht beginnen, der Selbstvermehrung seiner Völker im Prinzip,wie es seine Vorfahren chon gehandhabt haben. Die Naujokschen arnica-Bienen gelten nämlich nicht nur als besonders arbeitsam, sondern auch ls außerordentlich friedlich.

 

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