MUSIK

Bigbands aus aller Welt beim Workshop in Neubrandenburg

Beim 24. Internationalen BigBand-Workshop zeigten auch die beiden Bläserklassen des Lessing-Gymnasiums in Neubrandenburg ihr Können.
Die zwei Bläserklassen des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums waren beim BigBand-Workshop dabei.
Die zwei Bläserklassen des Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums waren beim BigBand-Workshop dabei. Paulina Jasmer
Viele Besucher erlebten das Jazz-Konzert in der Neubrandenburger St. Johannis Kirche. Die Dozenten des 24. internationalen Wor
Viele Besucher erlebten das Jazz-Konzert in der Neubrandenburger St. Johannis Kirche. Die Dozenten des 24. internationalen Workshops für Jugend-Bigbands: Wolfgang Köhler (l., Piano), Marie Séférian (Gesang) und Ack van Rooyen (Flügelhorn). Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Für Janik Posorski steht fest: Er wird Musiker. Wahrscheinlich schlummert dieser Wunsch schon in ihm, seitdem er Gitarre spielt. Aber so richtig vorstellen kann er es sich erst, seitdem er mit dem Trompetenspiel begann. Das ist anderthalb Jahre her. Der 14-jährige Neubrandenburger besucht die achte Klasse des Lessing-Gymnasiums und geht dort in die Bläserklasse. In derselben Klasse ist auch Natalie Mara Wiedner, die in Alt Rehse zu Hause ist. „Ich wollte schon immer Querflöte spielen“, begründet sie ihren Wunsch, Teil der Bläserklasse zu sein. Janik und Natalie Mara üben so mindestens zweimal pro Woche auf ihren Instrumenten, im Rahmen des Unterrichts.

Doch kurz vor dem Wochenende war das Üben in der Aula etwas Besonderes. Denn der 24. Internationale BigBand-Workshop stand ins Haus. Dafür waren die Schüler zusammengekommen, die Klassen 8a und 7a. Und mittendrin Janik und Natalie Mara. Sie probten für das große Abschlusskonzert am Sonntag. Alle 14 teilnehmenden BigBands aus Dänemark, Schweden, Tschechien und ganz Deutschland sorgten für Stimmung. Vorher galt es aber zu üben, zu probieren, zu wiederholen.

Zum ersten Mal als Dozentin dabei

Während Janik nun bereits für sich entschieden hat, dass sich sein zukünftiges Leben um Musik drehen soll, weiß Natalie Mara vor allem eines: dass es dies nicht soll. Ihre berufliche Zukunft solle nichts mit Musik zu tun haben. Musik – sie spielt bereits seit acht Jahren Klavier – solle ihr Hobby bleiben, sagt sie. Ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat indes Marie Séférian. Die 35-Jährige war am Wochenende Dozentin für den Gesang und zum ersten Mal beim Workshop dabei. Mit einer kleinen Gruppe, bestehend aus fünf jungen Sängerinnen, übte sie einen ganzen Tag. „Das ist schon sehr persönlich“, beschrieb sie. Den Vormittag hätten die jungen Musiker mit dem Improvisieren verbracht.

Das kam nicht von ungefähr, hat sich Marie Séférian dem Jazzgesang verschrieben. Doch alles habe mit klassischem Gesang begonnen, ehe sie dann mit 14 Jahren Mitglied einer Funk-Band wurde.

Klassik und Funk – zwei völlig verschiedene Musikrichtungen. Als die Klassik zunächst noch eine größere Rolle in ihrem jungen Leben spielte, da merkte die in Münster geborene Frau bald, dass es eben nicht die Klassik ist, die ihr Herz erfreut. „Wenn ich nach Hause komme, würde ich mir immer Jazz anmachen“, wusste sie jetzt zu berichten. Sie mag das Freiheitsgefühl, was sie mit dieser Musikart verbindet.

„Bei einer neuen Sprache lernt man auch erst die Grammatik”

Und was dabei alles möglich ist, zeigte sie ihren Workshop-Teilnehmerinnen, vor allem, dass Jazz – auch wenn er manchmal ziemlich schräg klingt – auch Regeln hat. „Die muss man beachten“, meinte sie und verglich das so: „Bei einer neuen Sprache lernt man auch erst die Grammatik. Und wenn man die neue Sprache fließend spricht, macht man sich automatisch über die Grammatik keine Gedanken mehr.“

Und in Neubrandenburg galt es für die 35-Jährige, nun die jungen Sängerinnen zu unterstützen, ihnen Tipps zu geben. „Es ist schön zu sehen, wie unterschiedlich sie sind“, sagte sie. Es gehe darum, jede da abzuholen, wo sie sich befindet, ohne dass sich jemand zurückversetzt fühlt. Und Marie Séférian stimmte zu: Es geht nicht um besser oder schlechter, sondern schlicht um das Andere.

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