Seit Donnerstag kosten Corona-Tests für alle Bürger mindestens drei Euro, sofern sie keinen Befreiungsgrund nachweis
Seit Donnerstag kosten Corona-Tests für alle Bürger mindestens drei Euro, sofern sie keinen Befreiungsgrund nachweisen können. Jedoch variieren die Preise in den Neubrandenburger Testzentren. Tom Weller
Pandemie

Bis zu zehn Euro für einen Corona-Test in Neubrandenburg

Für Corona-Schnelltests zahlt man ab sofort Geld, wenn kein Grund für eine Befreiung nachgewiesen wird. Die Preise dafür unterscheiden sind jedoch stark.
Neubrandenburg

Wer sich auf Corona testen lassen will, muss ab sofort dafür bezahlen. Wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Voraus ankündigte, kostet ein Schnelltest seit Donnerstag drei Euro. Bei den Testzentren in der Region Neubrandenburg variieren die Preise für Tests jedoch stark. „Wenn kein Grund für einen Test nachgewiesen werden kann, kostet es bei uns zehn Euro“, sagt Maik Wolff vom Wilma-Pflegedienst, Betreiber von drei Neubrandenburger Testzentren.

Kein Grund, keine Ermäßigung

Die neuen Regelungen der Bundesregierung schreiben vor, dass sich sogenannte vulnerable Gruppen weiterhin kostenfrei testen lassen können. Das betrifft schwangere Frauen, Kinder unter fünf Jahre sowie Besucher von Pflegeheimen und Kliniken. Sie haben einen Anspruch auf kostenlose Bürgertests, müssen diesen aber auch nachweisen.

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Wer hingegen eine Innenraum-Veranstaltung besuchen will oder eine gefährdete Person, muss sich mit drei Euro an den Kosten beteiligen – den Rest trägt der Staat. Kann ein Test-Grund nicht nachgewiesen werden, zahlt der Bürger den vollen Preis, da die staatliche Förderung wegfällt.

Der Wilma-Pflegedienst möchte seine Neubrandenburger Testzentren weiterhin geöffnet halten. „Solange es Bedarf gibt, wollen wir für die Bürger da sein“, sagt Wolff. Seine Leistungen wolle er dabei nicht allein vom Profit abhängig machen. Selbst wenn die Nachfrage deutlich sinke, werde er weiter Tests anbieten. Wobei Wolff nicht davon ausgeht, dass sich in Zukunft niemand mehr testen lassen werde. „Wir beobachten, dass mit den Regelungen ein großer Teil der Bürger abgebildet wird, der in den vergangenen Wochen die Bürgertestung genutzt hat“, sagt Wolff.

Strukturen erhalten, falls eine neue Corona-Welle anrollt

Die Testzentren fangen mit den erhöhten Preisen die Kosten auf, die vorher vom Staat getragen wurden. Vittorio Emmermann zufolge wurde mit der neuen Testverordnung auch der Satz gesenkt, den der Staat an die Testzentren zahlt. Sei zu Anfang der Pandemie bis zu dreißig Euro für einen Test gezahlt worden, gebe es jetzt noch 6,50 Euro. „Für viele ist das natürlich ein Grund, um zu schließen, da es nicht mehr wirtschaftlich ist“, sagt der Betreiber des Friedländer Testzentrums.

Auch sein Testzentrum werde trotzdem weiterhin geöffnet bleiben. Zum einen, um die Bürger zu unterstützen – zum anderen aus einem wirtschaftlichen Interesse für die Zukunft. „Natürlich muss ich schauen, ob ich meine Mitarbeiter bezahlen kann. Aber wir wollen unsere Strukturen aufrechterhalten, falls im Winter eine neue Infektionswelle kommt“, sagt Emmermann.

Kunden beschweren sich

Verärgert ist er darüber, wie die neue Verordnung von der Politik kommuniziert wurde. Bis jetzt habe er zu wenige handfeste Vorgaben vom Gesundheitsamt bekommen, um für Klarheit bei seinen Mitarbeitern und Kunden sorgen zu können. „Wir haben im Grunde nur die mündliche Information erhalten, dass Tests ab sofort drei Euro kosten. Viele Kunden haben sich schon über die unklare Lage beschwert“, erläutert Emmermann.

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Dass auch unter den Testzentren keine klare Linie herrscht, wird durch den Preis deutlich, der etwa in Friedland für einen Test verlangt wird. „Bei uns zahlt jeder drei Euro oder gar nichts“, sagt Emmermann. Einen Grund müsse dabei niemand nachweisen.

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Kommentare (1)

Kostenfrei testen dürfen "Besucher von Pflegeheimen und Kliniken" mit Nachweis. Welchen Nachweis muss ich im Pflegeheim vorlegen, um kostenfrei getestet zu werden, um meine Mutter zu besuchen? Welchen Nachweis muss mein Bruder, meine Schwägerin (Ehemann verstorben) erbringen, um kostenfrei im Pflegeheim (oder anderswo) getestet zu werden, um meine Mutter zu besuchen? Laufen in Bundesregierungen und Ministerien nur noch alltags- und lebensferne Entscheider herum?