DANK AN VIELE HELFER

Blinder Ausreißer-Kater gefunden

Der Kater von Irina Rimkus war am Mittwoch der vergangenen Woche ausgebüxt. Eigentlich ist es nicht seine Art. Aber der Altentreptower Vierbeiner hat noch ein Handicap, das die Besitzerin zu einer Suchaktion veranlasste.
Bärbel Gudat Bärbel Gudat
Der blinde Kater Krümel muss sich jetzt nach seinem Ausreißversuch ausruhen.
Der blinde Kater Krümel muss sich jetzt nach seinem Ausreißversuch ausruhen. Privat
Altentreptow.

„Krümel“ muss sich auch ein paar Tage nach dem glücklichen Ende seines Ausreißversuches erst mal vom großen Abenteuer erholen. „Er schläft jetzt viel“, sagt seine Besitzerin Irina Rimkus. Sie hat ihren schwarzen Kater zwei Tage lang gesucht. Eigentlich bleibe er immer auf dem Grundstück in der Altentreptower Unterbaustraße. Ein Streuner sei „Krümel“ nämlich nicht, versichert sie. Er besitzt aber ein Handicap, der Kater ist blind. Auch deshalb unternahm Irina Rimkus alles, um ihr Tier so schnell wie möglich wiederzufinden. Vor Jahren war es ihr zugelaufen und geblieben. Jetzt ist „Krümel“ an die zehn Jahre alt, kommt draußen auf dem Hof zurecht und hat ein gutes Leben. „Aber er hätte nie alleine zurückgefunden“, da ist sich seine Besitzerin sicher.

Als sie am Mittwochabend sein Verschwinden bemerkte, druckte sie sofort Zettel mit der Bitte um Hilfe bei der Suche. Darauf fand sich auch der Steckbrief ihres kleinen Ausreißers. „Ich muss mich ganz besonders bei den Kindern von der Reitbahn bedanken“, so die Katzenbesitzerin. „Sie haben sofort drei Suchtrupps gebildete und die Zettel verteilt.“ Die Mädchen und Jungen hätten keine Hemmungen gehabt, Leute auf der Straße anzusprechen.

„Die Treptower halten zusammen”

Auch in vielen Geschäften in der Treptower Innenstadt durfte Irina Rimkus ihre Suchanzeige abgeben. „Viele haben sie im Schaufenster mit ausgehängt.“ Dass sie soviel Unterstützung bei der Suche nach ihrem Liebling bekam, freut sei. Denn schließlich führten Anrufe von zwei Frauen aus der Westpfahl- beziehungsweise aus der Mauerstraße dazu, dass sie „Krümel“ wiedergefunden hat. „Ich habe ihn durch die Hinweise der beiden an einer ganz unmöglichen Stelle gefunden“, sagt die Treptowerin. In der Nähe des Brandenburger Tores, wo die kleine Tollense fließt, habe er sich hinter einem Gitter verfangen. Wie er sich dort verfangen konnte, ist ihr ein Rätsel. Aber vergangenen Freitag konnte sie ihrem schwarzen Liebling aus seiner misslichen Lage befreien. Er habe gezittert, sei aber zum Glück bei seiner Tour durch die Stadt nicht verletzt worden. Er habe zuallererst viel getrunken. Jetzt jedenfalls erholt er sich.

Sein Frauchen ist allen dankbar, die bei der Suche geholfen haben wie ihren Nachbarn, aber auch denjenigen, die sie anriefen, weil sie glaubten, das Tier irgendwo gesehen zu haben. Es sei schön zu wissen, dass die Treptower zusammenhalten, selbst wenn es „nur“ um einen blinden Kater gehe. Ein besonderer Dank geht noch an David Ulrich, ein früherer Nachbar von Irina Rimkus. „Er ist mit mir zusammen durch die Straßen gelaufen, hat Flyer verteilt und zu guter Letzt auch Hilfestellung geleistet beim Rausholen von Krümel aus dem Graben, sich so quasi mit mir in den Graben gestürzt, wenn auch mit Todesverachtung, aber um Krümel zu retten.“

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