MOBBING IN DER CYBER-WELT

Bloßgestellt im weltweiten Netz

Gerade für Kinder und junge Erwachsene existieren unzählige Fallen in der neuen medialen Welt. Einmal hinein getappt, braucht es viel Selbstvertrauen und Hilfe von Freunden und Erwachsenen, um sich zu wehren.
Bärbel Gudat Bärbel Gudat
Christine, Josefine, Leonie und Mareike (von links) diskutierten für eine Radiosendung für den NB-Radiotreff  über das Thema Sexting.
Christine, Josefine, Leonie und Mareike (von links) diskutierten für eine Radiosendung für den NB-Radiotreff  über das Thema Sexting. Bärbel Gudat
Neubrandenburg.

Cecilia, Emelie, Sonja und Theresa absolvierten gerade die 7. Klasse am Lessinggymnasium. Die Mädchen haben alle Handys, sind bestens vernetzt. „Wir verabreden uns meist über WhatsApp“, sagt Celina. Das sei doch besser als von Tür zu Tür zu laufen. Das Smartphone ist auch im Schulalltag ihr ständiger Begleiter. Von den Gefahren im Netz haben sie gehört, auch vom so sogenannten Sexting. Im Deutschen  steht das Wort hauptsächlich für das Versenden von erotischen Selbstaufnahmen per Smartphone oder via Internet, erklären die Mädchen. Selbst damit zu tun hatten sie jedoch noch nicht.

Erotisches Foto rumgeschickt

Sie haben von einem Fall an einer benachbarten Schule gehört, berichten dagegen Marika und Leonie. Auch sie sind 13 Jahre alt und kommen in die 8. Klasse. Ein Mädchen habe ganz privat ein erotisches Foto einem Jungen gesandt und der hat es in der ganzen Schule rumgeschickt. Nichts war mehr privat und der Schulalltag glich für das Mädchen einem Spießrutenlauf. Sie wurde bloßgestellt und konnte sich nicht wehren.

Jeder fünfte im Alter von 13 bis 19 Jahren hat mit Sexting bereits Erfahrungen gemacht. Man möchte einem Jungen imponieren  oder  möchte  zeigen: Schaut her, so schön ist mein Körper durch den Sport. „In einem Snapshot ist das Bild nur für Sekunden sichtbar. Dann  wird es gelöscht“, weiß Christin. Allerdings bietet auch das keine Sicherheit, denn mit ein zwei „Handgriffen“ lässt es sich  wieder herstellen.

Weitergabe dieser Fotos ist oft strafbar

Die sicherste Variante ist, sich nicht auf solche Selbstdarstellungen einzulassen. Vorbeugen ist besser als später unter Cybermobbing zu leiden. „Wer solche Fotos von anderen erhält, der muss sagen: ich mach da nicht mit. Schluss, Aus, Ende“, gibt sich Josi konsequent. Außerdem ist das Weiterverbreiten von solchen Bildern bei Jugendlichen unter 14 Jahren strafbar. Es fällt unter Kinderpornografie.

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Kommentare (1)

Die Sendung wird ausgestrahlt auf NB-Radiotreff 88,0 am Sonnabend, den 19.07., um 20:15 Uhr und am Sonntag, den 20.07. um 18 Uhr wiederholt (http://nb-radiotreff.de/programm, http://nb-radiotreff.de/hoeren/).