Nach den Bränden geht es ans große Aufräumen. Doch was kommt danach?
Nach den Bränden geht es ans große Aufräumen. Doch was kommt danach? Tim Prahle
Brand-Ruinen

Sollen Ferienwohnungen bei den Bootsschuppen erlaubt werden?

Wie soll das Areal am Oberbach künftig aussehen, nachdem viele Bootsschuppen abgebrannt sind? Schon früh befürchteten einige, dass dort bald Tourismus einziehen wird. Werden sie recht behalten?
Neubrandenburg

In der kommenden Stadtvertretersitzung in Neubrandenburg am 11. August soll über einen Bebauungsplan für das Areal zwischen Oberbach, Kulturpark und Schillerstraße abgestimmt werden. Jener Ort also, an dem in diesem Jahr bereits drei Brandanschläge einen gehörigen Teil der dortigen Bootsschuppen zerstört haben.

Außerdem solle damit die „Neuordnung des Gebietes für die Funktionen Fischerei, Wassersport, Freizeit/Naherholung, Gastronomie und Beherbergung“ sichergestellt werden, heißt es im Aufstellungsbeschluss. Und genau das letzte Wörtchen „Beherbergung“ sorgte für Zündstoff unter den Stadtvertretern.

Ferienwohnungen in Traumlage

Die zentrale Frage zu dem Thema stellte Neubrandenburgs oberster Stadtplaner Frank Renner: „Wollen wir nur den Wiederaufbau der Bootsschuppen und das war’s? Oder wollen wir den Pächtern die Möglichkeit geben, im Obergeschoss eine Ferienwohnung zu errichten, wie das an zahlreichen Gewässern in der Umgebung praktiziert wird.“

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Schon kurz nach den ersten Bränden gab es Gerüchte, dass mit der Zerstörung der alten Bootsschuppen Platz für Ferienwohnungen in Traumlage gemacht werden solle. Dem widersprach Frank Renner jedoch ausdrücklich: „Es geht hier ausdrücklich nicht um Hotels, Pensionen oder Ähnliches, es geht hier um ein Zusatzangebot der Bootsschuppenbesitzer.“

Neben den Bootsschuppen ist Beherbergung auch Thema bei den Müritz-Fischern. Diese wollen ihren Standort mit Gastronomie, einer Verkaufsstelle für Fischprodukte und eben Ferienwohnungen deutlich aufwerten, heißt es von den Stadtplanern.

Öffnet sich die Büchse der Pandora?

Ausschussmitglied Johannes Waeller (Fraktion CDU/FDP) merkte an, wie wichtig und wegweisend diese Entscheidung sein wird. „Wir öffnen damit die Büchse der Pandora. Das Leben bei den Bootsschuppen wird sich grundlegend ändern, wenn wir die Tür für Beherbergung aufstoßen.“

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Nicola D’Aniello (Bürger für Neubrandenburg) schlug vor, erst eine umfassende Befragung unter den Bootsschuppenbesitzern zu starten, um nicht über deren Köpfe hinweg zu entscheiden.

Erste Bauanträge bereits in der Vorbereitung

Den Aufstellungsbeschluss zugunsten einer Befragung der Pächter zurückstellen? Frank Renner befürchtet, dass man dadurch zu viel Zeit verliere, die ersten Bauanträge seien schließlich in Vorbereitung.

Letztlich stimmten fünf Ausschussmitglieder für den Aufstellungsbeschluss, vier enthielten sich. Endgültig entscheidet aber die Stadtvertretung am 11. August darüber, ob sich das gewohnte Bild des Bootschuppenareals grundlegend verändern wird oder nicht.

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