KEINE EXAKTEN PLANUNGEN UND KEIN ZEITPLAN

Bremsen statt Gas geben beim Ausbau der B 96

Noch immer steht nicht fest, wann Neubrandenburger endlich zügig mit dem Auto in Richtung Berlin fahren können. Fast ein Vierteljahrhundert wird geredet, getan hat sich noch nicht viel.
Thomas Beigang Thomas Beigang
An dieser Stelle im Süden Neubrandenburgs geht sie los, die Zuckelei in Richtung Süden. Seit vielen Jahren wird der Ausbau der B 96 nun schon diskutiert.
An dieser Stelle im Süden Neubrandenburgs geht sie los, die Zuckelei in Richtung Süden. Seit vielen Jahren wird der Ausbau der B 96 nun schon diskutiert. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Der schnelle Trip von Neubrandenburg in Richtung Süden über eine schnelle B 96 bleibt weiter ein kühner Traum. Der Entwicklungsbeirat B 96 in der Mecklenburgischen Seenplatte – zu dessen neuem Chef gerade der Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU) gewählt wurde, hat scharf die anscheinende Untätigkeit des zuständigen Infrastruktur- und Verkehrsministeriums in Schwerin kritisiert.

Wie Torsten Haasch, der Hauptgeschäftsführer der Neubrandenburger Industrie- und Handelskammer am Donnerstag auf Nordkurier-Nachfrage sagte, existiere offenbar noch immer kein Zeitplan für den Ausbau der B 96 von Neubrandenburg in Richtung Süden. „Wir haben keine Orientierung“, so Haasch.

Dabei sei der geplante Ausbau der Hauptverkehrsader bereits seit dem Jahr 2003 Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans. „Wir gehen davon aus“, so Haasch, „dass wohl bis zum Jahr 2030 der Ausbau beginnt.“ Immerhin – geredet wird über den mehrspurigen Ausbau bereits seit rund einem Vierteljahrhundert. Gingen die Planungen in den 1990er-Jahren noch von jeweils zwei Spuren in die Nord- und Südrichtung aus, favorisiert man schon seit Jahren die 2-plus-1-Lösung – im Wechsel mal nach Süden oder mal nach Norden zweispurig.

Ministerium weist Mär vom B96-Zeitplan zurück

Im Verkehrsministerium wehrt man sich gegen die Vorwürfe aus Neubrandenburg. Ein Zeitplan, so eine Sprecherin der Behörde auf Nachfrage, könne gar nicht existieren. Voraussetzung dafür sei die Übergabe der Linienplanung durch die Deges, das Fernstraßenplanungs- und Bauunternehmen. „Voraussichtlich im September soll die Linienplanung an das Land übergeben werden, dann könnte bis zum Ende des Jahres die Bestätigung durch das Bundesverkehrsministerium erfolgen“, heißt es weiter.

Dem müssten sich die Genehmigung der Haushaltsmittel, die Durchführung eines Planfeststellungsverfahren, die Vergabe der Bauleistungen und schließlich der Bau selber anschließen. „Ein Zeitplan dafür kann angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten nicht seriös prognostiziert werden“, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Soviel aber wenigstens: Der Verlauf der B 96 bleibt wohl weitgehend mit dem jetzigen Verlauf identisch.

Ungeachtet der Einwände fordert IHK-Geschäftsführer Haasch, in den Planungen des Schweriner Ministeriums dem Ausbau der B 96 oberste Priorität einzuräumen – auch um Schritt mit den Brandenburgern zu halten. Zu lange schon – eigentlich viel zu lange – seien die Menschen vertröstet worden. Dabei stößt der Ausbau der B 96, wann immer der auch starten mag, nicht auf ungeteilte Liebe. Die Neubrandenburger Grünen kritisieren zum Beispiel die Ortsumgehungen in Usadel und Weisdin. Die stoßen auch in den betroffenen
Gemeinden auf viel Skepsis.

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