Die Auslage beim Bäcker wird auch weiterhin mit vielen Leckereien bestückt sein. Nur teurer werden Brot, Kuchen und
Die Auslage beim Bäcker wird auch weiterhin mit vielen Leckereien bestückt sein. Nur teurer werden Brot, Kuchen und Brötchen. Golletz, Weronika
Immer öfter bleiben in Neubrandenburgs Supermärkten, wie hier im Kaufland, Mehl-Regale leer.
Immer öfter bleiben in Neubrandenburgs Supermärkten, wie hier im Kaufland, Mehl-Regale leer. Tim Prahle
Lebensmittel

Brot, Kuchen, Pizza – wird es bei uns auch teurer?

In den Supermarkt-Regalen für Mehl und Speiseöl klaffen öfter Lücken. Den Bäckereien mangelt es jedoch nicht an Mehl und Co. Aber die Preise werden wohl deutlich steigen.
Neubrandenburg

Ein Brötchen für 20 Cent? Das war einmal. Die explodierenden Lebensmittelpreise, besonders für Öl, Mehl und Molkereiprodukte, machen besonders den Bäckereien zu schaffen. „Die Preise für Öl und Mehl haben sich ja mehr als verdoppelt auf dem Weltmarkt“, berichtet der Neubrandenburger Bäcker Frank Kadatz von der dramatischen Situation.

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Düstere Aussichten?

Bislang konnte er dank alter und guter Lieferkonditionen für die wichtigsten Zutaten die Preissteigerung noch begrenzen. Doch für die Zukunft sieht er schwarz. „Es ist nicht abzusehen, ob und wie sich das noch hochschaukelt. Es ist nicht nur Mehl und Öl, auch bei Butter und anderen Molkereiprodukten, die wir verarbeiten, steigen die Preise. Dazu kommen noch die Energiekosten. Besonders positiv blicke ich nicht nach vorne.“

„Mehl immer pünktlich”

Was genau das für den Kunden bedeutet, kann Kadatz noch nicht abschätzen. Doch eins ist klar: Alles wird teurer. Dass die Kunden sich jedoch in Zukunft um Brot und Brötchen streiten, weil zu wenig da ist, sei blanker Unsinn, erklärt der Bäcker. Mehl bekomme er immer pünktlich und in vollen Mengen geliefert.

Wer sein Öl und Mehl jedoch in Neubrandenburgs Supermärkten kauft, kann öfter mal vor leeren Regalen stehen. So erging es an Ostern nicht nur einer fleißigen Kuchenbäckerin aus Burg Stargard (der Nordkurier berichtete), sondern auch einem lokalen Pizzabäcker, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte.

Supermärkte betonen, es gäbe keinen Engpass

Normalerweise bezieht er sein Mehl vom Großhändler in Neustrelitz. Zwar sei es dort öfter mal knapp gewesen, aber seine Mehlsäcke hat er immer bekommen. Nur einmal hatte er Pech und das Mehl war bereits weg. Da musste er sogar Kunden abwimmeln, weil schlicht die Zutaten fehlten. „An einem Tag hatten wir eine Bestellung nach der anderen und das Mehl ging uns aus. Wir haben alle Supermärkte in der Stadt abgeklappert, aber haben kaum etwas gefunden.“ Auch der Restaurantbetreiber will die Preise seiner Pizzen nun erhöhen, um die gestiegenen Kosten der Zutaten wieder reinzuholen.

Nachfrage verdreifacht

Die Nachfrage nach Speiseöl und Mehl in Deutschland ist nach Beginn des Ukraine-Krieges zeitweise stark gestiegen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes war der Absatz von Speiseöl im Lebensmitteleinzelhandel in der Woche vom 7. bis 13. März mit einem Plus von 123 Prozent mehr als doppelt so hoch wie im September 2021.

Für Mehl wurde im selben Zeitraum sogar eine Verdreifachung der Nachfrage festgestellt. Das Plus betrug 206 Prozent. Russland und die Ukraine zählen zu den wichtigsten Getreideexporteuren der Welt. Die Ukraine ist zudem ein bedeutender Produzent von Speiseöl, insbesondere von Sonnenblumenöl.

Kurzfristige Verzögerungen

Die großen Supermärkte Edeka, Rewe, Kaufland, Lidl und Aldi betonen, dass es kein grundsätzliches Problem mit der Versorgung gebe. Doch aufgrund von kurzfristigen Lieferverzögerungen können an manchen Tagen Öl und Mehl auch mal vergriffen sein, heißt es von allen Konzernen auf Nordkurier-Anfrage. Zu möglichen weiteren Preissteigerungen äußerten sie sich nicht.

Angst um sein Geschäft hat der Neubrandenburger Pizzabäcker trotz steigender Preise nicht: „Irgendwann entspannt sich die Lage schon wieder.“ Und auf eine Alternative zu Mehl aus Weizen, zum Beispiel Dinkel, will er auch nicht setzen: „Auf keinen Fall. Pizza wird mit Weizenmehl gemacht, basta.“

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