„SAG: ICH LIEBE DICH!“

Was ist Ihr schönster Liebesbrief?

Liebeserklärungen aller Art werden im Februar in Neubrandenburg zu hören sein – geschrieben oder empfangen von Nordkurier-Lesern. Die Briefe müssen aber noch nicht abgeschickt worden sein.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Kein Liebesbrief ohne Grübelei und zerknüllte Entwürfe: Das wissen auch die Loopolia-Musiker Daniel Reich, Antje Sellmann, Sebastian Nicklas und Peer Pfütze (von links).  gehören zum Foto: Susanne Schulz
Kein Liebesbrief ohne Grübelei und zerknüllte Entwürfe: Das wissen auch die Loopolia-Musiker Daniel Reich, Antje Sellmann, Sebastian Nicklas und Peer Pfütze (von links). gehören zum Foto: Susanne Schulz Susanne Schulz
Neubrandenburg.

Angefangen hat die große Liebe vielleicht mit einem kleinen Zettelchen, von Schulbank zu Schulbank gereicht, beschriftet mit der Frage „Willst du mit mir gehen?“ und den Antwortmöglichkeiten „Ja“, „Nein“, „Vielleicht“ zum Ankreuzen. Heute kommt die große Liebe oft noch wortesparender daher, mit der Buchstabenfolge „hdgdl“ in einer Handy-Nachricht, als Kürzel für „Hab dich ganz doll lieb“. Aber ehrlich, Liebesbriefe sehen anders aus. Liebesbriefe sind romantisch, innig, überwältigend ... – und womöglich vom Aussterben bedroht?

„Auf keinen Fall“, meint Sebastian Nicklas, der Liebesbriefen ein ganz besonderes Podium geben möchte. Mit dem Motto „Sag: Ich liebe dich!“ will er Menschen ermuntern, andere an ihren schönsten Liebesbriefen teilhaben zu lassen. Gelegenheit dazu bietet im Februar eine Veranstaltung im Neubrandenburger Marstall. Die Nordkurier-Nutzer sind aufgerufen, Liebesbriefe beizusteuern – solche, die bereits zu ihren wichtigsten Schätzen gehören, oder auch solche, die erst auf diese Anregung hin entstehen.

Handgeschrieben kommt wieder in Mode

Wer mag, kann die gefühlvollen Zeilen dann selbst vortragen; möglich ist aber ebenso, sie von jemand Mutigerem vorlesen zu lassen, auf Wunsch auch anonym. „Es ist eine Freude zu sehen, wie die Liebe die Menschen in Neubrandenburg miteinander reden und näher zusammenrücken lässt“, malt Nicklas sich den Nachmittag aus, für den er schon die durchs TV bekannte Moderatorin Friederike Witthuhn gewonnen hat und den er auch selbst samt seiner Band Loopolia mitgestalten will.

So dominant heutzutage auch die kurzen, schnellen Notizen über WhatsApp, SMS oder soziale Netzwerke scheinen, sind die Loopolia-Musiker doch überzeugt: „Der handgeschriebene Brief kommt wieder in Mode, eben weil das etwas Besonderes ist.“ Liebesbriefe aller Art wünschen sie sich für ihren Februar-Nachmittag im Marstall, der ein Publikum „von 0 bis 100“ erfreuen soll. Da kann der Brief eines Kindes an Mama oder Papa verlesen werden, der Brief eines alten Menschen an Hund oder Katze als einzigen verbliebenen Gefährten, eine Liebeserklärung an die Heimatstadt oder -region.

Offenbarungen an den ersehnten Partner

Und natürlich geht es um Offenbarungen an den geliebten oder auch ersehnten Partner. „Wenn ich frisch verliebt wäre, würde ich meinen Liebesbrief an den Nordkurier schicken, damit er an dem Nachmittag verlesen wird, und meine Angebetete dorthin locken, wo sie dann in aller Öffentlichkeit hören kann, was ich für sie empfinde“, liefert Sebastian Nicklas eine Steilvorlage für heimlich Liebende auf Ideensuche.

Den Nachmittag des 17. Februar hat er sich als Datum für „Sag: Ich liebe dich!“ ausgesucht. Nicht unmittelbar den Valentinstag am 14. Februar, an dem erfahrungsgemäß ohnehin schon genug los ist; dafür in der unerschöpflichen Liste vieler inoffizieller Feiertage den „Tag der grundlosen Nettigkeiten“. Obwohl bei Liebeserklärungen ja wohl von „grundlos“ keine Rede sein kann!

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