Guckt bald die Spitze eines Mobilfunkmastes über die Hügel des Brodaer Landschaftsgartens? Die Bürgerinitiative will sich jedenfalls gegen dieses Szenario wehren.
Guckt bald die Spitze eines Mobilfunkmastes über die Hügel des Brodaer Landschaftsgartens? Die Bürgerinitiative will sich jedenfalls gegen dieses Szenario wehren. Karl-Josef Hildenbrand
Funkmast bringt Broda in Wallung

Bürger machen weiter mobil gegen Telekom-Pläne

Nun wird’s ernst: Die Telekom hat einen Bau­antrag für einen neuen Funkmast in Broda eingereicht. Die Bürgerinitiative will gegen eine mögliche Baugenehmigung vorgehen. Doch hat die Stadt überhaupt eine Wahl?
Neubrandenburg

Nicht jeder reagiert auf elektrische Felder derart heftig wie Heike W. Sie sei „elektrosensitiv“, schon beim Fahren in Zügen bekomme sie wegen der vielen dort genutzten Handys Herz-Rhythmus-Störungen, berichtet die Neubrandenburg bei einer Infoveranstaltung der Bürgerinitiative „Bürger für Neubrandenburg“, die sich gegen die Aufstellung eines neuen Mobilfunkmastes der Telekom im Stadtteil Broda wendet.

Die 55 anderen Teilnehmer der Versammlung können zwar nicht über ähnlich extreme Erfahrungen berichten, die meisten allerdings hegen ein gewisses Unwohlsein bei dem Gedanken, dass bald ein leistungsstarker, 45 Meter hoher Sendemast in ihrer unmittelbaren Nähe aufgestellt werden soll. Sie sorgen sich um ihre Gesundheit, aber auch um einen möglichen Werteverlust ihrer Eigen­heime.

Mit seiner Meinung allein auf weiter Flur steht CDU-Stadtvertreter Wolfgang Schneider, der sich jahrzehntelang beruflich mit Arbeitsschutzthemen und schädlichen Umwelteinflüssen befasst hat und nun im Ruhestand ist. Er verweist auf die umfangreiche Erforschung des Themas und die gesetzlichen Grenzwerte, die eingehalten werden. Es gebe keine einzige Studie, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Krankheiten nachweise.

Die Bürgerinitiative indessen will gemeinsam mit einem beauftragten Rechtsanwalt gegen eine mögliche Bau­genehmigung der Stadt vorgehen. Ein solcher konkreter Antrag der Telekom ist Anfang Februar im Rathaus eingegangen. Im Stadtentwicklungsausschuss ist man sich mit der Stadtverwaltung einig, dass eine mögliche Gesundheitsschädigung durch Strahlen gar nicht durch die Stadt zu beurteilen sei, sondern allein durch die Bundesnetzagentur. Der Neubrandenburger Landtagsabgeordnete Manfred Dachner (SPD) kündigte unterdessen an, dass sich der Petitionsausschuss des Landes, dem er selbst vorsitzt, in zwei Wochen mit dem Thema befassen werde.

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