AUFLAGEN IN DER CORONA-KRISE

Bürger melden Bürger bei Polizei und Ämtern

Anrufer, die Verstöße gegen die Corona-Regeln wahrnehmen, lassen die Telefone der Ordnungshüter derzeit nicht stillstehen. Bei genauem Hinschauen der Behörden entpuppt sich so manche Warnung aber als grundlos.
Sicher ist sicher. Vor dem Anruf bei der Polizei kann man schon mal Handschuhe anziehen.  (Symbolfoto)
Sicher ist sicher. Vor dem Anruf bei der Polizei kann man schon mal Handschuhe anziehen. (Symbolfoto) Daniel Reinhardt
Neubrandenburg.

Einwohner an der Seenplatte und in anderen Teilen des Landes sind derzeit besonders aufmerksam – und misstrauisch. Die Reviere und Einsatzleitstellen der Landespolizei müssen in diesen Tagen mit einer ganzen Serie von Telefonanrufen fertig werden, die allesamt von einem Tenor beherrscht werden: Verstöße gegen die dem Infektionsschutzgesetz folgenden Maßnahmen. „Die Zahl der Anrufe und Meldungen hat schon explizit zugenommen“, bilanziert eine Sprecherin der Polizeiinspektion in der Kreisstadt Neubrandenburg. Besonders aufmerksame Bürger würden sogar anrufen, wenn gerade irgendwo mehr als zwei Menschen zusammenstünden.

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Unterschiede zwischen Stadt und Land

Die gegenwärtige Zeit der Krise und der Unsicherheiten ruft an der Seenplatte offenbar mehr „Melder“ auf den Plan. Polizisten jedenfalls können davon gerade ein Lied singen. Mit durchaus geografischen Unterschieden, heißt es aus der Polizeiinspektion, die für den gesamten Landkreis zuständig ist. Während Anrufe aus den Städten besonders „illegale“ Ansammlungen von drei oder noch mehr Leuten in Parks oder auf Spielplätzen zum Inhalt haben, sorgen sich viele Bewohner eher ländlicher Gegenden besonders um unerlaubte Aufenthalte.

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„Eine Reihe von Anrufern melden zum Beispiel Autos mit Kennzeichen, die nicht in Mecklenburg-Vorpommern vergeben werden, aber gerade mitten im Dorf stehen“, so eine Polizeisprecherin. Und wenn Beamte die vermeintlichen illegalen Gäste und deren Autos unter die Lupe nehmen, ist fast immer alles rechtens. Meist, so die Botschaft der Polizei, handelt es sich bei den „fremden“ Fahrzeugen um Dienstautos von Einwohnern oder die Leute haben ihre Autos noch nicht umgemeldet.

Infos zu Einlasskontrollen in Supermärkten

Andere, wie gerade in einem Dorf bei Stavenhagen geschehen, empören sich gegenüber der Polizei und dem Ordnungsamt darüber, dass eine Großmutter ihr Enkelkind aus Hamburg betreut. Der Anrufer war der Ansicht, dass das nicht erlaubt sei. Wahrscheinlich vermutete er einen Verstoß gegen das derzeit geltende Einreiseverbot von Menschen aus anderen Bundesländern, das in der Corona-Krise verhängt worden ist. Die Polizei geht gemeinsam mit den Ordnungsämtern den Hinweisen nach – bittet allerdings darum, dass sich nunmehr die Einwohner nicht immer öfter gegenseitig anzeigen.

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Auch Ordnungsämter wie das in der Kreisstadt Neubrandenburg müssen mehr Anrufe registrieren als zu „normalen“ Zeiten. Das sei aber noch überschaubar, heißt es in der Stadtverwaltung. Bei den Hinweisen gehe es beispielsweise um Anfragen zu Ladenschließungen und –öffnungen, so eine Rathaus-Sprecherin. Darunter aber auch Informationen zu spielenden Kindern auf den gesperrten Spielplätzen. Auch wenn jugendliche Gruppen gesehen werden, erhalte das Ordnungsamt oft Meldung. Auch zu den Einlasskontrollen an den Supermärkten und Discountern wurde das Ordnungsamt informiert. Manchmal sind es auch sehr detaillierte Hinweise: Es wurde unter anderem sogar gemeldet, wenn ein Einkaufswagen nach der Benutzung nicht desinfiziert wurde.

Den Hinweisen werde nachgegangen, heißt es. Allerdings, so ein Zwischenfazit aus dem Rathaus der Kreisstadt, halten sich die allermeisten an die Maßnahmen und Vorgaben zur Eindämmung des Corona-Virus und die damit verbundene Kontaktsperre.

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Kommentare (5)

... größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant.
Einfach mal den gesunden Menschenverstand einschalten und die Behörden nicht mit vermeindlichen Verstößen überschütten. Da sind zu viele die Zeit haben aus dem Fenster zu schauen weil sie zu Hause bleiben müssen.

... ein Land voll Denunzianten.

hat es vorhergesagt.

mfs abteilung inneres lässt grüssen
;-)

ein Metallic Blauer Mitsubishi (Kleinwagen), der Mittags immer schaut ob die Nebenwohnsitz vielleicht unerlaubt auf ihrem Grund und Boden. Gruß an den Denunzianten bei Röbel!