Gemeindevertretung Wulkenzin

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Bürgermeister nach Beschluss leicht verstimmt

Wulkenzins Bürgermeister Sven Blank kann die Entscheidung einiger Gemeindevertreter nicht nachvollziehen. (Archivfoto)
Wulkenzins Bürgermeister Sven Blank kann die Entscheidung einiger Gemeindevertreter nicht nachvollziehen. (Archivfoto)
Frederike Zörner

Die Entscheidung der Gemeindevertreter über eine vermeintliche Lappalie stieß bei Wulkenzins Bürgermeister Sven Blank auf Unverständnis. Für die nächste Kommunalwahl schmiedet er bereits Pläne.

Amtsdeutsch klingt selten sexy. Auch diese Beschlussvorlage nicht: „Übertragung der Entscheidung des gemeindlichen Einvernehmens nach § 36 BauGB auf den Bürgermeister“. Erdacht vom Neveriner Bauamt sollte so die Entscheidung des Bürgermeisters gestärkt und vor allem auch Bauprozesse beschleunigt werden. „Bei Bauanträgen hat die Gemeinde zwei Monate Zeit, dem zuzustimmen“, erklärt Bauamtsleiter Alexander Diekow. In einigen Fällen könnte das knapp werden, wenn eine Gemeindevertretersitzung gerade stattfand und die nächste erst in weiter Ferne liegt. „Es würde das Verfahren ein wenig beschleunigen, wenn die Bürgermeister direkt entscheiden könnten“, fügt Diekow hinzu.

Allen Gemeinden sei daher eine entsprechende Beschlussvorlage zugesandt worden. So auch den Wulkenzinern. Doch die stimmten mehrheitlich dagegen, was den Bürgermeister Sven Blank etwas missmutig stimmte. „Ich habe damit schon gerechnet“, sagt er auf Nordkurier-Nachfrage. Unverständlich finde er diese Entscheidung. Denn diese beharrten darauf, dass sie regelmäßig genug tagen würden und die Gefahr, deswegen eine Frist nicht einhalten zu können, nicht gegeben sei.

Bauamtsleiter Diekow bestätigt dieses Ansinnen grundsätzlich. „Hauptanlass für die Übertragung der Entscheidung an den Bürgermeister war, die Fristen einhalten zu können.“ Die Bürgermeister seien immerhin mindestens alle zwei Wochen im Amt zugegen. Wulkenzins Bürgermeister ist dennoch zumindest leicht verstimmt. Es lässt sich nur mutmaßen, ob es dabei eventuell auch an dem unausgesprochenen Wort liegt. Denn dem Bürgermeister einer Gemeinde – und das ist Sven Blank in Wulkenzin mittlerweile seit gut zehn Jahren – eine solche Ermächtigung zu geben, ist auch ein Stück weit eine Vertrauensfrage. Allerdings will er davon offiziell nichts hören, nimmt es sogar mit Humor: „Wie gesagt, ich kenne meine Gemeindevertreter ja und habe es schon geahnt, dass sie das nicht wollen.“

Nicht zuletzt deswegen wünsche er sich für die Kommunalwahl im kommenden Jahr ein paar neue jüngere Gesichter. Nach derzeitigen Plänen möchte er auch nicht mehr als Einzelbewerber antreten, sondern versuche derzeit eine Wählergemeinschaft zu gründen. Dabei sei er auch beziehungsweise gerade auch auf Wulkenzinerinnen zugegangen. „Wir haben auch keine einzige Frau in der Gemeindevertretung. Es wäre schön, wenn sich das mal ändert“, erklärt er. Auf viel Gegeninteresse beim anderen Geschlecht stieß sein Ansinnen bislang allerdings noch nicht.