BARTOWER TRAUERHALLE

Bürokratie verzögert Sanierung

Fördermittel für die kleine und gemeindeeigene Trauerhalle in Bartow aus dem Vorpommernfonds sind bewilligt, aber nun prüft die Behörde. Deren Mühlen mahlen sehr langsam.
Bärbel Gudat Bärbel Gudat
Der Zustand der gemeindeeigenen Trauerhalle in Bartow ist beklagenswert.
Der Zustand der gemeindeeigenen Trauerhalle in Bartow ist beklagenswert. Bärbel Gudat
Bartow.

Die Fördermittel aus dem Vorpommernfonds für die kleine Trauerhalle in Bartow sind bereits zugesagt. Jetzt muss aber noch die Landesverwaltung prüfen, ob alles seine Ordnung hat. Der Bartower Bürgermeister René Nast hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Mittel letztendlich die bürokratische Hürde nehmen und der endgültige Förderbescheid die Gemeinde noch in diesem Jahr erreichen wird.

Der Bartower hatte sich, wie Anfang des Jahres versprochen, um diese Fördermittel bemüht und Erfolg gehabt. Im Frühjahr gab es für ihn und die damalige Gemeindevertretung die Zusage, dass mit Geld zu rechnen sei: Bartow wird für die kleine Trauerhalle am Ortsausgang in Richtung Pfalz aus dem Vorpommernfonds 13 000 Euro bekommen. Eine frohe Kunde, denn die im Haushalt eingeplanten 10 000 Euro reichen auf keinen Fall, um das Sorgenkind wieder herzurichten.

Beklagenswerter Zustand

Der unscheinbare und grau verputzte Bau auf dem Gelände des Friedhofes ist seit Längerem in einem beklagenswerten Zustand. Er wurde noch zu DDR-Zeiten errichtet. Das Dach wurde schon mal repariert, aber ansonsten bröckelt der Putz, Fenster haben schon bessere Zeiten erlebt und den Türen fehlt Farbe. Außerdem ist das Mauerwerk im unteren Bereich des Gebäudes augenscheinlich beschädigt. Auch im Inneren der Halle sieht es nicht besser aus. Hier fehlt Farbe. Außerdem wünschen sich die Bartower einen vernünftigen Fußweg von der Straße bis zur Halle.

Geld für die Renovierung zu bekommen, hatte die Gemeinde nicht erst in diesem Jahr versucht. Schon vor Jahren war die Sanierung im Gespräch, denn allein ist sie nicht zu bewältigen. Nach der Zusage keimte die Hoffnung auf schnelle Veränderung, aber nun bremsen bürokratische Hürden die Gemeinde aus. Ohne die Bestätigung durch das Landesförderinstitut sei das Geld eben nicht zu bekommen, sagte der Bürgermeister. „Die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam“, fügte er ein bisschen resigniert hinzu. Trotz allem bleibt die große Hoffnung auf einen Baustart noch in diesem Jahr.

Nicht viel Platz für Trauergäste

Der Friedhof in Bartow gehört der Kirchengemeinde Hohenmocker. Der gemeindeeigene Friedhof befindet sich in Groß Below. In der Halle in Bartow finden die weltlichen Trauerfeiern statt. Aber es ist hier nicht viel Platz für die Trauergäste, es gibt nur 18 Stühle. Überhaupt fehlt insgesamt der würdige Rahmen für einen würdigen Abschied.

Wenn das Geld aus dem Vorpommernfonds fließt, dann könnte sich noch in diesem Jahr am Aussehen der Trauerhalle etwas ändern. Mit Farbe und handwerklichem Geschick ist hier bestimmt innen und außen einiges auszurichten, damit auch die Trauerfeiern ansprechend durchgeführt werden können. Maler, Fensterbauer und Maurer hatten auf Bitten der Gemeinde schon vorab Anfang des Jahres mal Angebote abgegeben. 32 600 Euro lautete deren Kostenvoranschlag.

Einige Kirchen in der Region öffnen sich für weltliche Beerdigungen, stellen ihr Gotteshaus zur Verfügung, sagte René Nast. Doch in Bartow sei wohl die Entscheidung gefallen, es nicht zu tun. Vor diesem Hintergrund ist die Renovierung der Halle in Bartow wichtig. Der Bürgermeister möchte aber mit dem Kirchengemeinderat gern ins Gespräch kommen. Vielleicht findet sich ja gemeinsam eine praktikable Lösung.

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Kommentare (4)

Warum soll man nach dem Tod dort hinein getragen werden, wo man im Leben nicht hingehen wollte?

Wie der Name schon sagt, es ist eine Trauerhalle. Eher für die Lebenden als für den Toten. Dem Toten ist das dann schon egal. Der mehr oder weniger geliebte Verwante,Freund, Bekannte oder auch geliebte Feind wird dort aufgebahrt. In den allermeisten Fällen ist jeder eingeladen, vom Verstorbenem Abschied zu nehmen. Mit oder ohne geistlichem oder weltlichem Beistand. Ein wüdevoller Abschied sollte überall möglich sein. Geliehene Partyzelte oder Trauerfeiern unter Regenschirmen als Notbehelf zählen sicher nicht dazu. TrauerFEIER meint übrigens nicht Halligali und klingelde Smartphons sondern gemeinsames Gedenken an den Verstorbenen. Ich hoffe ich konnte Ihre Frage zufriedenstellend beantworten.

Es geht mir eher um den Hinweis, die Kirchengemeinde wolle die kirchlichen Gebäude nicht für weltliche Bestattungen öffnen. Ich gehe übrigens mit der Ansicht der Kirchengemeinde d’accord. Meine Trauerfeier soll auch nicht in der Roten Flora stattfinden, um ein "Extremnegativbeispiel" zu benennen.

... Ihre Überschrift möchte ich doch richtig stellen. Zur Trauerfeier geht man eigentlich, weil man den Toten die letzte Ehre erweisen möchte, (auch) zur Beileidsbekundigung der Trauenden, aber hauptsächlich wegen dem Verstorbenen.