Kampf für die Umwelt

Bundeswehr sammelt Müll in Neubrandenburg

„Die Pflicht und Vorbildfunktion, umweltpolitische Vorgaben zu erfüllen” trieb gut 100 Soldaten in den Wald bei der Tollense-Kaserne. Dort fanden sie sogar DDR-Relikte.
Dennis Bacher Dennis Bacher
Antreten zum Müllsammeln!
Antreten zum Müllsammeln! Stadt Neubrandenburg
Gut 100 Soldatinnen und Soldaten griffen freiwillig zum Müllsammel-Werkzeug und füllten gut 150 Säcke.
Gut 100 Soldatinnen und Soldaten griffen freiwillig zum Müllsammel-Werkzeug und füllten gut 150 Säcke. Dennis Bacher
Die Hundertschaft schaffte Berge an Müll aus dem Forst.
Die Hundertschaft schaffte Berge an Müll aus dem Forst. Dennis Bacher
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Neubrandenburg.

Brigadegeneral Andreas Durst nickt zufrieden. „Es sind weitaus mehr gekommen, als ich erwartet hatte.“ Der 53-Jährige spricht von den gut 100 Soldatinnen und Soldaten der Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“, die sich vor ihm aufgereiht haben – allesamt freiwillig erschienen und entschlossen dazu, in den Wald zu ziehen.

Anstelle von Gewehren oder Maschinenpistolen sind die Wehrdienstleistenden am Donnerstag mit Greifzangen, Spaten und Müllsäcken bewaffnet. Denn: Umweltschutz ist Bestandteil aller Planungen und Handlungen der Bundeswehr, sagt General Durst. Diese habe die Pflicht und Vorbildfunktion, umweltpolitische Vorgaben zu erfüllen.

Vor diesem Hintergrund organisierte die Brigade anlässlich des Tages der Umwelt gemeinsam mit ihrer Patenstadt Neubrandenburg erstmals eine zivil-militärische Müllsammel-Aktion. Im Visier: das kasernennahe Waldstück westlich der Tollense-Kaserne.

150 Müllsäcke gefüllt

Kurz nachdem die fleißigen Kameraden also im Zehdenicker Forst verschwunden waren, kamen die ersten beiden schon wieder heraus. Den rostigen Ofen in ihrer Mitte fanden die Soldaten offenbar nur wenige Schritte vom Lazarettfriedhof entfernt im Gehölz. Insgesamt füllte die Hundertschaft knapp 150 Müllsäcke. Zudem trugen die Soldaten Unmengen an Asbestdächern aus dem Wald, die wohl von einer ehemaligen Kleingartenkolonie stammen und einst einfach der Umwelt übergeben wurden. Zu den besonderen Fundstücken gehörten neben dem Ofen ein gut erhaltenes Geschirr-Set sowie einige Autokennzeichen aus DDR-Zeiten.

Jan Brauns von der Abteilung Stadtgrün griff gemeinsam mit dem Stadtförster Carsten Düde ebenfalls zum Müllsammel-Werkzeug. Auch Peter Modemann, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Neubrandenburg, war bei der erstmaligen Kampagne vor Ort: „Die Müllsammlung zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Bundeswehr ist und wie gut sie funktioniert“, so Modemann.

Bei der gemeinsamen Aktion soll es sich laut Brigadegeneral Durst übrigens keineswegs um die letzte ihrer Art handeln. „Die große Beteiligung bestätigt uns, auch im kommenden Jahr am Tag der Umwelt teilzunehmen.“ Die Natur wird angesichts des enormen Müllberges, der nun von der Stadt fachgerecht entsorgt wird, danken.

 

Kommentare (8)

Nu kommt , laßt mich nicht dumm sterben. Wo ist die Tolensekaserne und wo der Zehdenicker Forst?

Für die Erbsenzähler hier noch das vergessene "l"

zu erfüllen? Wäre mir neu, dass die Bundeswehr den politischen Auftrag hat die Wälder von Müll zu befreien. Das ist eindeutig "NICHT" der Auftrag. Ich sage das als ehemaliger Zeitsoldat. Somit frage ich mich wofür genau die Steuergelder gebraucht werden jedes Jahr bei der Bundeswehr? Waffen, Ausrüstung usw können doch dann auch ersetzt werden durch Mülltüten, Handschuhe und Gummistiefel.

Find ich gut! Sie hätten ja auch ihre "umweltpolitischen Vorgaben" erfüllen können, indem sie Freitag vom Dienst fern bleiben und in der Innenstadt rumlungern.

... an allem etwas zum Rumnörgeln zu finden und dies voll Sendungsbewusstsein in die Welt hinaus zu posaunen. Wird nichts gemacht, ist es nicht richtig, wird etwas gemacht, dann auch. Mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen.

Na,wieder am Kommentare kommentieren?

Eine gute Aktion, begrüßenswert. Sollte öfter veranstaltet werden. Ich wünschte wir hätten früher bei der NVA auch sowas gemacht, dann wäre man öfter mal rausgekommen und nicht wochenlang wie im Knast rumgelungert. Egal in welchem System, diese Art Umweltschutz ist immer aktuell.

In meiner NVA Zeit wurden zu 90 % leere Schnapsflaschen aufgesammelt