EINSICHTEN AUS RUSSLAND

Carsten Gansel klappt Tagebuch aus Moskau erneut auf

Moskau und Russland aus einer Perspektive, wie sie sonst in den Medien nicht üblich ist: Carsten Gansel liest in Neubrandenburg aus seinem Buch „Meinst Du, die Russen wollen…?“
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Die Buchpremiere von „Meinst Du, die Russen wollen…?“ (Carsten Gansel) in der Regionalbibliothek von Neubrandenburg war ein voller Erfolg, daher gibt es nun eine zweite Veranstaltung.
Die Buchpremiere von „Meinst Du, die Russen wollen…?“ (Carsten Gansel) in der Regionalbibliothek von Neubrandenburg war ein voller Erfolg, daher gibt es nun eine zweite Veranstaltung. Archivbild Tim Prahle
Neubrandenburg.

Alle Blicke richten sich nach Moskau: Viele haben den Ausstieg der deutschen Elf bei der WM vielleicht noch immer nicht verdaut. Moskau bleibt eine Metropole, die derzeit wie keine andere im Licht der Öffentlichkeit steht. Die Berichterstattung in den „Leitmedien“, wie Carsten Gansel sie nennt, ist sportlich geprägt und dieser Tage gefühlt etwas weniger negativ gefärbt.

Tagebuch aus Moskau

Wenngleich, ganz verstummt sind die kritischen Stimmen nicht. Zu Recht? Oder doch eher zu Unrecht? „Meinst Du, die Russen wollen …?“, diese Frage wirft Carsten Gansel, Professor für Neuere Deutsche Literatur und Mediendidaktik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen in seinem neuen Buch auf: Es ist ein Moskauer Tagebuch, sein Tagebuch.

Es sind Beobachtungen, Eindrücke, Begegnungen, die der Neubrandenburger Carsten Gansel bei seinen längeren Aufenthalten in dem Land und ganz besonders auch bei seiner Gastprofessur an der Staatlichen Landesuniversität Moskau (MGOU) im Wintersemester 2017/18 jeweils eingefangen hat.

Das Land mit den Augen der Menschen dort zu sehen, das war sein Anspruch. Er wollte sich nicht von jenen Russland und dessen Politik erklären lassen, „die nicht wissen, was kyrillische Buchstaben sind“. Mit dieser Herangehensweise hat er ganz eigene Erfahrungen gesammelt, im Gespräch mit Studenten, Einheimischen, Künstlern oder aber der Deschurnaja (der Diensthabenden) im Wohnheim. Und er appelliert, auch niemals die Geschichte aus den Augen zu verlieren, will man sich ein realitätsnahes Bild von dem Land machen und es verstehen.

Lesung in Neubrandenburg

Wie sehr das Thema den Nerv der Zeit auch hier in Mecklenburg-Vorpommern trifft, zeigte sich schon bei der Buchpremiere Ende Juni in der Regionalbibliothek von Neubrandenburg. Dort wollte Carsten Gansel, der übrigens auch der Finder und Herausgeber des Jahrzehnte verschollenen Stalingradmanuskripts von Heinrich Gerlach ist, vor rund 80 Leuten lesen. Gekommen waren weit über 100.

Weil aus Platz- und Brandschutzgründen leider nicht alle eingelassen werden konnten, gibt es nun eine Folgeveranstaltung. Der Termin ist Donnerstag, der 12. Juli, um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, im Restaurant „Berlin“, Fritz-Reuter-Straße 1A, am Neubrandenburger Ring. Dort ist bei schönem Wetter sogar ein Open Air geplant. Der Eintritt ist frei. Die Moderation hat wieder Nordkurier-Redakteur Frank Wilhelm übernommen. Er kennt Carsten Gansel schon sehr lange und war auch Mitinitiator für das Russland-Buch, das aus dessen Tagebuch-Einträgen für den Nordkurier-Blog hervorgegangen ist.

„Meinst Du, die Russen wollen…? Ein Moskauer Tagebuch“

Lesung und Gespräch mit Prof. Carsten Gansel.
Besucher sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.
Es wird empfohlen, sich vorab anzumelden. Die Telefon-Nummer lautet: 0395 5708970 (täglich ab 14 Uhr).

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