DEBATTE IN NEUBRANDENBURG

CDU berät bei Kreisparteitag über „Thor Steinar“-Laden

Zahlreiche Mieter im Alten Hotel in Neubrandenburg sind unglücklich über den neuen „Thor Steinar”-Laden. Die CDU erwägt jetzt Konsequenzen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Nach der Eröffnung gab es Proteste vor dem „Thor Steinar“-Laden. Gleich nebenan auch die örtliche CDU Büros.   Foto: Mirko Hertrich
Nach der Eröffnung gab es Proteste vor dem „Thor Steinar“-Laden. Gleich nebenan auch die örtliche CDU Büros. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Der überraschende Einzug eines Ladens der umstrittenen Modemarke „Thor Steinar“ könnte für den Vermieter wirtschaftliche Folgen haben. „Unsere Begeisterung hält sich sehr in Grenzen, um es mal freundlich auszudrücken“, sagte der Neubrandenburger CDU-Chef Frank Benischke dem Nordkurier.

In dem Gebäude, in dem am Donnerstag nahezu unangekündigt, aber nicht unwidersprochen ein Laden der in der rechten Szene beliebten Modemarke „Thor Steinar“ eröffnete, haben die Neubrandenburger Christdemokraten ihre Räumlichkeiten sowie der Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte. Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) hat in dem Komplex ebenfalls ein Bürger- und Wahlkreisbüro, genauso wie der CDU-Innenexperte und Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor.

Vermieterfirma mit Nähe zur CDU

Benischke kündigte an, dass sich der Geschäftsführende Kreisvorstand am Sonnabend am Rande des Kreisparteitags in Stavenhagen mit der Angelegenheit befassen wird. Er selbst habe den Mietvertrag durchgesehen und werde einen Vorschlag unterbreiten. Auch andere Mieter zeigten sich entsetzt und besorgt über den neuen Laden in Marktplatznähe. „Das ging ganz schnell, wir haben vom Einzug nichts mitbekommen“, sagte eine Gewerbetreibende.

Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) kündigte gleich nach der Eröffnung des Modegeschäfts an, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Mit dem Nordkurier wollte der Verwalter des Komplexes, die Tyroller Immobilien- und Hausverwaltung, auf jeden Fall nicht sprechen. „Wir sagen nichts, aus die Maus“, hieß es am Telefon. Dabei müsste der Firma daran gelegen sein, die CDU als Mieter zu behalten. Nicht zuletzt saß ihre Inhaberin für die Partei mehrere Jahre im Erfurter Stadtrat.

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Kommentare (11)

Seit Jahren wird beklagt, dass der Einzelhandel wegen der Konkurrenz des Onlinehandels auf dem Rückzug ist. Geschäfte schließen, Innenstädte veröden. Anstatt sich zu freuen, dass ein neues Ladengeschäft entgegen diesem Trend eröffnet, Arbeitsplätze schafft und Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt in Aussicht bringt, wird aufgrund ideologischer Grundgesetze, die offensichtlich über dem eigentlichen ach-so-tollen freiheitlich-demokratischen Grundgesetz stehen, diskutiert, demonstriert und dämonisiert.

so einen Laden, wie Thor Steinar, möchte ich in meiner Ecke auch nicht haben wollen. Die Bude zieht doch ausschließlich nur … [Rest-Kommentar wegen Verstoßes gegen Netiquette gelöscht, d. Red.]

Hätte man, einen LINKEN LADEN eröffnet, hätten wohl alle Gejubelt

Sogar den roten Teppich ausgelegt. Aber unsere brave alternative Jugend werden den Laden schon friedlich klein kriegen.

Hätte man einen LINKEN LADEN eröffnet, hätten wohl alle gejubelt!
Mit Verlaub, Feuerfuchs, Ihre Beiträge strotzen vor Fehlern!

In deutschland herrscht freier handel, außer mit dingen die das gesetz verbietet. Also was wollt ihr denn? Nur weil mir ein politiker irgendeiner partei dumm grinst habe ich auch kein recht ihn zu verrprügeln oder sonst was zu machen. Verbietet das zeugs was dort verkauft wird per gesetz und dann gibt es eine rechtsgrundlage. Wer sich in der jetzigen lage aufregt vestößt auch gegen den demokratischen ethikcodex deutschlands. Betroffeene cdu politiker können sich ja in ihre illegale feriendomiziele am achterwasser im lyoniel feininger weg zurückziehen und ihre auch nicht immer der verfassung gerechten parolen dort besprechen. Ich bitte zu beachten, das ich weder rechts noch links, weder grün oder andersfarbige parteien bevorzuge, ich bin ein normal denkender mensch im unserem staat

Es wäre 100000x besser gewesen wenn sich die so christdemokraten mal endlich gedanken machen würden wie man bis zum sommer ost und westgehälter und auch die renten anzugleichen kann. Aber so schürt man nur undemokratisch für mißgunst und verunglimpft andere, darin sind sie ja weltmeister.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!
Dieser vorauseilender Gehorsam ist wieder kaum zu glauben. Es ist lediglich ein Klamottenladen, dieses Hineininterpretieren von politischen Motiven, macht die Marke doch erst interessant.

...aber nicht darüber, dass dieser Staat Waffen an Schurkenstaaten und tödliche Antidemokratien verscherbelt!

Ich sage nur, so soll die zumeist strohdumme, manipulierte, gehirngewaschene Masse des Volkes ticken! Und wie man sieht, das Konzept ist erfolgreich! Man lenkt erfolgreich ab von den wahren Problemen dieses Landes und deren Verursacher!

"In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."
Egon Bahr

Gut, dass sich einige Neubrandenburger - egal welcher politischer Gesinnung - dazu entschlossen haben, gegen die Eröffnung dieses Geschäftes zu protestieren! Die Bekleidung dieser Marke steht seit vielen Jahren als Symbol und Erkennungszeichen unter Neonazis und fast jeder, der die Klamotten trägt, ist sich dieser Tatsache auch bewusst. Neonazis sind übrigens die Leute, die den Nationalsozialismus gut finden - eine politische Idee, die vor gerade mal 80 Jahren zu einem grauenhaften Krieg mit 50 Millionen Toten (darunter ca. 13 Millionen von Deutschen ermordeten Zivilisten), geführt hat. Die Inhaber der hinter der Marke "Thor Steinar" stehenden Mediatex GmbH distanzieren sich nicht von ihrer rechtsextremen Kundschaft. Im Gegenteil – Das Bekleidungsdesign der Firma orientiert sich absichtlich in Farb- und Formgebung an der völkischen Symbolik der Nationalsozialisten im 3. Reich. Ein Ladengeschäft dieser Marke ist ein Schandfleck im Herzen Neubrandenburgs. Ich bin sicher, dass es hier schnell zu einer Aufkündigung des Mietvertrages kommen wird.