ALKOHOLVERBOT

CDU will Partyvolk in Neubrandenburg trockenlegen

Während in der Gastronomie strenge Corona-Regeln einzuhalten sind, wird am Belvedere in Neubrandenburg gefeiert. Die CDU hat nichts gegen die Treffen, fordert aber einen Verzicht auf Alkohol.
Feiern ja, aber ab 22 Uhr ohne Alkohol, findet die CDU-Fraktion in der Stadtvertretung. Das Rathaus geht derweil gegen Ruhest&
Feiern ja, aber ab 22 Uhr ohne Alkohol, findet die CDU-Fraktion in der Stadtvertretung. Das Rathaus geht derweil gegen Ruhestörer am Belvedere vor und will möglichst bald Schilder mit der Hausordnung an dem denkmalgeschützten Bau aufstellen. Tim Prahle
Neubrandenburg.

Angesichts steigender Corona-Zahlen blicken Mitglieder der Neubrandenburger CDU-Fraktion mit Sorge auf das ungeregelte Partytreiben am Aussichtspunkt Belvedere und am Strandbad Broda. Die Ratsherren Nicola D‘Aniello und Marco Messner bringen jetzt ein Alkoholverbot ins Spiel.

In der Gastronomie müssten strenge Regeln eingehalten werden, während die meist minderjährigen Feierenden sich nicht dran hielten, warf Nicola d‘Aniello bei der Stadtvertretersitzung in die Runde. Er schlug ein Alkoholverbot zumindest ab 22 Uhr vor. Schon 2018 hatte der Gastronom ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Neubrandenburg vorgeschlagen, fand dafür aber keine Mehrheit.

Feiern mit Hochprozentigem

Sein Fraktionskollege Marco Messner führte an, bei den Feiern in Broda gehe es nicht hauptsächlich um das Problem mit Lärm, sondern um den Alkoholkonsum. „Bei den Tanzveranstaltungen wird unter den Jugendlichen im höchsten Maß Alkohol konsumiert, da reden wir nicht von Prosecco, sondern von Hochprozentigem“, sagte der Hotelier dem Nordkurier.

Seinen Worten nach ist es Gastronomen zudem nicht zu vermitteln, dass diese strengen Auflagen wie Sperrstunde oder das Führen von Infektionsnachverfolgungslisten erfüllen müssten, während etwa in Belvedere bei Tanzveranstaltungen mit mehreren hundert Leuten ohne Einhaltung jeglicher Regelungen gefeiert werde – und das auch noch auf städtischem Eigentum.

Der Ratsherr zeigt Verständnis dafür, dass die jungen Menschen feiern möchten. Mit dem Alkoholverbot solle aber die Dynamik rausgenommen werden. „Wir haben seit Monaten schon darauf hingewiesen, dass man dort handeln muss.“

Schilder und Müllcontainer

Den Vorwurf der Untätigkeit, der auch in der Stadtvertretung von CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Schwanke erhoben wurde, wollte OB Silvio Witt (parteilos) nicht auf seiner Verwaltung sitzen lassen. „Wir sind auf die Menschen zugegangen und haben uns ein Bild gemacht.“ Er habe auch stets betont, dass Ruhestörung gar nicht geht. Witt kündigte an, dass die geplanten Schilder mit der Hausordnung am Aussichtspunkt Belvedere in den kommenden Wochen aufgestellt werden. Parallel dazu soll auch wie von den Jugendlichen erbeten ein Müllcontainer kommen.

Bei einem Gespräch mit Mitgliedern der Stadtvertretung hatte die Stadt zudem vereinbart, eine Zukunftswerkstatt zu dem Thema zu veranstalten. Allerdings fehlt es an geeigneten Moderatoren. Ein angefragtes Büro habe der Stadt abgesagt, teilte Vize-Oberbürgermeister Peter Modemann mit. Frühestens im Sommer kommenden Jahres gebe es freie Termine.

Dreistelliges Bußgeld

Modemann schilderte auch, dass Polizei und Ordnungsamt gegen Lärmbelästigung durch „leicht zu transportierende, aber äußerst effektive Lautsprechersysteme“ vorgehen. Diese würden bei „unsachgemäßem Gebrauch“ von der Polizei eingezogen. Bis dato hätten die Jugendlichen diese am nächsten Tag wieder abholen können. In einem Fall habe sich die Stadt jetzt ein solches System ausliefern lassen und ein dreistelliges Bußgeld gegen einen Jugendlichen verhängt. Im Beisein der Eltern sei zudem eine sogenannte Gefährderansprache durchgeführt worden.

 

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Kommentare (4)

Jede neue Generation hat Innovationen und sucht Wege, um zueinander zu finden und sich zu entwickeln. Wenn die Gesellschaft nicht den Raum schafft, wird der Raum selbst erschlossen und eingenommen. Gestern geistert ein Video eine Mannes vom Gesundheitsamt Frankfurt/M. durch die öffentlich-rechtlichen Nachrichten, dass die Nichtträger eines MNS für die erhöhten Coronazahlen verantwortlich seien. Und dieser nicht belegbare Dummfug blieb unkommentiert.

"Und dieser nicht belegbare Dummfug..."
Wo bleiben deine Beweise für deinen Dummfug, den du hier ständig absonderst?
Du hast bisher keinen einzigen Beweis für deine verschwörungsdummen Theorien und Lügen geliefert.
Also erstmal an die eigene Nase packen bevor du mit nacktem Finger auf andere zeigst.

...meine Meinung Verschwörungstheorie, Märchen, Dogma, Regierungserklärung oder Meinung nennen. Ich muss meine Privatmeinung nicht begründen. Zudem erscheinen meine Statements nicht im Namen eines öffentlichen Amtes, wie im obigen Fall in den öffentlichen Medien.

Gute Idee! Das lässt sich sicher schnell und einfach umsetzen. Man muss eigentlich nur ein oder zwei Polizisten abstellen, die permanent vor Ort sind und aufpassen. Nicola D‘Aniello und Marco Messner - echte Fachmänner! Bravo.