PANDEMIE

Corona-Post vom Amt – zum Lachen oder Weinen?

Die Agentur für Arbeit verlangt von einem Neubrandenburger, der ein Restaurant und einen Veranstaltungsservice betreibt, eine Begründung für seine geschlossenen Geschäfte.
Für die Gastronomie bleiben die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie bestehen.  Ein Neubrandenburger Gastronom s
Für die Gastronomie bleiben die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie bestehen. Ein Neubrandenburger Gastronom soll dem Amt trotzdem erklären, warum er weiter Kurzarbeit beantragt. Annette Riedl
Neubrandenburg ·

In der Rostocker Zentrale der Dehoga, dem berufsständischen Verband der Gastronomen und Hoteliers in MV, hört man den Amtsschimmel wiehern – und in Neubrandenburg weiß ein Mann gerade nicht, ob er lachen oder weinen soll.

Dabei ist Marco Gillmeister, Inhaber der Firma „Gillmeister Enterprises“, von der unter anderem ein Restaurant im ehemaligen Güterbahnhof und ein Veranstaltungsservice geführt werden, eigentlich in diesen Tagen der Corona-Pandemie nicht nach Scherzen zumute.

Seit Monaten sind die Gaststättentüren im ganzen Land geschlossen und Events mit Publikum schon lange nur noch eine schöne Erinnerung. Logisch, dass auch Gillmeister macht, was Tausende andere Betriebe tun: Der Endvierziger hat zu Beginn des zweiten Lockdowns im November gut 20 Leute in Kurzarbeit geschickt – bis zu 24 Monate zahlt so der Staat die Zeche für die von ihm verordnete Schließung.

Gastronom soll Gründe für Arbeitsausfall erklären

Jetzt aber hat der Neubrandenburger Unternehmer Post erhalten. Die Agentur für Arbeit hat ihm geschrieben, nachdem er für März erneut die Verlängerung angezeigt hat. Er möge doch bitte mitteilen, heißt es in dem Schreiben vom Amt, welche konkreten Gründe für den weiteren Arbeitsausfall vorliegen. Dazu werden dem Unternehmer ein knappes Dutzend Fragen mitgeschickt, die es zu beantworten gilt.

Unter anderem soll sich Gillmeister überlegen, welche Maßnahmen wieder zur Vollbeschäftigung der Arbeitnehmer beitragen. „Ja, mein Gott“, regt sich der Mann darüber im Gespräch mit dem Nordkurier auf, „die Antwort darauf weiß ich schon: Gaststätten wieder öffnen!“ Das aber liege, logisch, nicht in seiner Hand, er ist da – leider – machtlos.

Kurzarbeitergeld muss sorgfältig geprüft werden

Aber was soll er schreiben? Bei der Dehoga, seinem Interessenvertreter, zeigt sich Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann, auch überrascht. „Da wiehert der Amtsschimmel aber laut“, wundert sich der Rostocker und stellt fest, dass alles streng nach Gesetz gehandhabt werde.

In der Neubrandenburger Agentur für Arbeit verteidigt man das Schreiben um die weitere Bewilligung der Kurzarbeiterhilfen, das Marco Gillmeister so ratlos gemacht hat. Auch bei Gastronomen könne es Veränderungen geben, so die Auskunft auf eine Nordkurier-Nachfrage. Viele von denen würden Essen ausliefern oder für Selbstabholer zubereiten und bereit halten. „Und so etwas muss geprüft werden und deshalb die aktuellen Schreiben mit den Fragen, damit die dafür zuständigen Sachbearbeiter Bescheid wissen“, so ein Sprecher der Behörde.

Gegenwärtig würden sehr viele Betriebe und Arbeitgeber in der Region die Verlängerungen der Kurzarbeitergelder beantragen, heißt es weiter. Und weil die Agentur verpflichtet sei, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sehr sorgfältig umzugehen, müsse alles genau geprüft werden. „Als Antworten reichen uns ja schon ein paar Angaben, mit denen wir arbeiten können“, so die Auskunft der Behörde

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Kommentare (11)

...und genau daran wird dieses Land zu Grunde gehen...

Nee wegen Jammerlappen, Heulsusen,Hass- und Hetzmenschen wie ihnen!

lappen bist du

mit den beleidigendesten Kommentaren sind Sie!
Realistisch gesehen kommen da nur Unfug & Beschimpfungen.

Können uns gerne mal treffen, dann wischt der Jammerlappen mit dir den Boden...

im Ton ver- und dafür aber garnichts be-griffen, verehrter mile5.
So schreibt nur jemand, den die Sorgen anderer nicht im geringsten interessieren und er selbst nicht betroffen ist.
Müssten Sie von einem eigenen - mittlerweile seit 5 Monaten zwangsgeschlossenen - Geschäft leben, würden Sie sich diesen Unsinn klemmen...

geht Deutschland zu Grunde? Weil eine Behörde ein paar unbequeme Fragen stellt, nachdem es viele "Unternehmen" geschafft haben, den Staat zu bescheißen. Die Begründung für das Schreiben hat die Agentur für Arbeit gut und nachvollziehbar erläutert. Agentur für Arbeit Note 1 ... Herr Gillmeister Note 6, weil der Inhalt des Schreibens nicht erkannt wurde.
Achso Herr Gillmeister, sie als Unternehmer hinterfragen doch auch vieles, wenn es um Ausgaben oder Vergabe bei Geldauszahlungen, wie bei Projekten oder Vermietungen. Da gibt es bestimmt auch Kunden o.a., die nicht wissen, ob sie weinen oder lachen sollen.
Bei einem Hilfepaket sollten und müssen die genauer hinschauen. All das sind Steuergelder.

vor den "Behörden" in allen Ehren, verehrter Pan.
Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass die Bürokratie in D inzwischen groteske Züge angenommen hat, Anträge teilweise erst nach Jahren beschieden werden und mancher bis dahin verzweifelt und pleite ist.
Da haben es arabische Familienclans leichter, wie wir dieser Tage hörten. Sie schleppen das Geld hiesiger Steuerzahler in einer Größenordnung ins Ausland, dass selbst Altmeier und Scholz runde Augen kriegen wie's Kind beim Kacken.
Am kleinen Gastwirt aber tobt sich der Amtsschimmel aus bis ihm die Eisen abfallen.
Hören Sie mir auf mit ihrer Obrigkeitsgläubigkeit!
Bleiben Sie gesund!

...hätte jede gastronomische Einrichtung die Möglichkeit, einen Abholservice anzubieten.

Die Antwort wie lange es dauert, hätte ich reingeschrieben: Dauer solange es die Landesregierung für notwendig erachtet. Das Ende ist nicht abzusehen.......Merkel übernehmen Sie!

hatten recht. Das alles ist Deutschland,...