Hunderte Luftballons stiegen in den Himmel.
Hunderte Luftballons stiegen in den Himmel. Felix Gadewolz
Einige Teinehmer hatten Botschaften auf dem Rücken.
Einige Teinehmer hatten Botschaften auf dem Rücken. Felix Gadewolz
Die Teilnehmer der Demonstration in der Neubrandenburger Oststadt gingen für ihre Meinung auf die Straße.
Die Teilnehmer der Demonstration in der Neubrandenburger Oststadt gingen für ihre Meinung auf die Straße. Paulina Jasmer
Demonstration

▶ Corona-Protest in Neubrandenburger Oststadt verläuft friedlich

In Neubrandenburg demonstrierten am Samstag hunderte Menschen gegen die Corona-Politik. Die Polizei sprach von einem reibungslosen Ablauf, fand aber auch Messer.
Neubrandenburg

Ein Demonstrationszug von hunderten Menschen hat am Samstag für Aufsehen in der Neubrandenburger Oststadt gesorgt. Mit Trillerpfeifen, Lautsprechern und Musik bahnten sich die Teilnehmer ihre Weg durch das größte Stadtgebiet Neubrandenburgs.

Der Veranstalter, der seinen Namen nicht öffentlich machen wollte, hatte rund 1.500 Teilnehmer angemeldet. Die Polizei Neubrandenburg sprach von knapp 600 Teilnehmern in der Spitze. Der Veranstalter gab auf Nordkurier-Nachfrage die Zahl mit 750 bis 800 an. Das Motto lautete „Kunst und Kultur sowie Leben und Familie verbinden. Den Zusammenhalt stärken und die Kultur schützen. Für ein buntes farbenfrohes Leben, alle vereint. Die Kultur und unsere Kinder sind unsere Zukunft”.

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Leichte Verkehrseinschränkungen

Es gab ein Bühnenprogramm mit Rednern und Musikern. Im Anschluss führte der Demonstrationszug durch die Oststadt. „Die kurzzeitige Nutzung der Salvador-Allende-Straße und die erforderlichen Sperrmaßnahmen durch die Polizei führten zu leichten Verkehrseinschränkungen in der Oststadt. In der Einsteinstraße/Petrosawodsker Straße stoppten die Teilnehmer planmäßig zur Zwischenkundgebung”, sagte ein Polizeisprecher. Nach der Rückkehr zum Parkplatz in der Kopernikusstraße sind hunderte Luftballons in den Oststadthimmel gestiegen.

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„Wir sind nicht die von Frau Schwesig erwähnten Faschisten”

Der Versammlungsleiter sprach von einer „sehr guten Resonanz”. Viele Schaulustige hätten an den Fenstern gestanden und gewunken. „Wir wollten ein Zeichen für die Kinder und die Kultur setzen”, sagte er weiter. Man habe gezeigt, dass „wir nicht die von Frau Schwesig erwähnten Faschisten sind, sondern friedliche Menschen, die für ihr Grundrecht einstehen.” Allerdings soll eine derartige Demo am Wochenende eine Ausnahme bleiben, da sie mit einem großen logistischen Aufwand verbunden sei. „Wir bleiben weiter bei den Montagsspaziergängen”, kündigte er an.

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Klappmesser in Form einer Kreditkarte gefunden

Die Polizei Neubrandenburg, die von Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützt wurde, sprach am Ende der Veranstaltung gegen 17 Uhr von einem weitestgehend reibungslosen Ablauf. Der Versammlungsleiter hätte immer wieder per Lautsprecher auf das Abstandsgebot hingewiesen. Doch ganz ohne Vorkommnisse war dann alles nicht vonstatten gegangen, wie die Polizei am Samstagabend mitteilte.

So sei ein Teilnehmer festgestellt worden, der augenscheinlich ein Messer bei sich führte. Bei der Kontrolle sei neben dem erkannten Taschenmesser zudem ein Klappmesser in Form einer Kreditkarte gefunden worden. Gegen den Mann wurde eine Strafanzeige nach dem Versammlungsgesetz erstattet. In diesem Zusammenhang wies die Polizei darauf hin, dass Waffen, Messer oder Gegenstände, mit denen Personen verletzt oder Sachen beschädigt werden können, „auf Versammlungen nicht gestattet sind und zur Anzeige gebracht werden.”

Anwohner zeigte Mittelfinger

Des Weiteren war den Polizisten ein Teilnehmer aufgefallen, der ein Schild mit sich führte. „Aufgrund der Abbildung besteht der Verdacht der Verunglimpfung des Bundespräsidenten”, so der Sprecher weiter. Das Schild sei sichergestellt und eine Strafanzeige gegen den Mann aufgenommen worden.

In der Semmelweisstraße soll außerdem ein Anwohner Teilnehmer der Demonstration beleidigt haben: Er habe laut Polizei den Mittelfinger gezeigt. Die Personalien des Anwohners seien ebenfalls aufgenommen worden. Er müssen sich wegen Beleidigung verantworten. In der Folge sprach die Polizei dann von einem störungsfreien Verlauf: „Ein aktives polizeiliches Handeln war nicht erforderlich.”

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