Ein erheblicher Teil der Neuinfektionen in der Seenplatte betrifft bereits Geimpfte. Schwere Verläufe in dieser Personeng
Ein erheblicher Teil der Neuinfektionen in der Seenplatte betrifft bereits Geimpfte. Schwere Verläufe in dieser Personengruppe sind laut Gesundheitsamt aber zum Glück selten. Daniel Karmann
Pandemie

Coronavirus sorgt an 30 Schulen in der Seenplatte für Probleme

Die Krankenhäuser haben noch Kapazitäten. Aber auch dort spitzt sich die Lage zu. Ein großer Teil aller Infizierten wurde bereits geimpft.
Seenplatte

Spätestens jetzt lässt sich das Wiederaufkeimen der Pandemie in der Region nicht mehr kleinreden. Wie die Leiterin des Gesundheitsamtes der Mecklenburgischen Seenplatte, Dr. Cornelia Ruhnau, am Dienstagabend dem Gesundheitsausschuss des Kreistages mitteilte, wütet das Corona-Virus aktuell in 30 Schulen des Landkreises.

So wenig Quarantäne wie möglich

Dennoch würden so wenig Schüler wie möglich in Quarantäne geschickt. Nur in Einzelfällen werde eine ganze Klasse isoliert. „Wir versuchen, den Unterricht aufrechtzuerhalten“, sagte Ruhnau. Schließlich handele es sich bei den Schülern, von denen sich überwiegend Heranwachsende zwischen 12 und 17 Jahren infizieren, um keine besonders gefährdete Gruppe.

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Andere trifft es aber durchaus hart. So werden laut Ruhnau derzeit elf Infizierte in Krankenhäusern des Landkreises behandelt, vier auf der Intensivstation. Und die Fälle würden zunehmen. Beunruhigend: Knapp 40 Prozent aller Infizierten in der Seenplatte sind geimpft worden. Die gute Nachricht, die Ruhnau hat: „Der Verlauf ist nicht so schwer.“

Genügend Kapazitäten in Krankenhäusern

So scheinen die Impfungen zumindest den gewünschten Effekt zu erzielen. Die hiesigen Krankenhäuser haben laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) noch genügend Kapazitäten. Die entscheidende 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen lag zuletzt bei 3,1.

Made with Flourish

Allerdings zeigen auch die nach Ämtern aufgeschlüsselten Infektions-Zahlen aus der Kreisverwaltung, dass keine Entwarnung angebracht ist. Anfang der Woche wies erneut die Feldberger Seenlandschaft den höchsten Inzidenz-Wert auf. Neun ausgewiesene Fälle seit Montag vergangener Woche ergaben in der bevölkerungsarmen Gemeinde einen theoretischen Wert von 204 Neuinfektionen auf 100  000 Einwohner pro Woche. Die Feldberger Seenlandschaft führte mit einer Inzidenz von 250 schon in der vergangenen Woche die Statistik an. 37 Fälle ließen jetzt auch die Inzidenz in Waren auf 176 klettern. Im Amt Neverin betrug sie 194, im Treptower Tollensewinkel rund 170.

Bollwerk Dargun: Keine Infektionen, keine richtige Erklärung

In Dargun scheint die Pandemie demgegenüber völlig zu ruhen: Schon die vierte Woche in Folge hat das Gesundheitsamt hier keinen einzigen Fall gezählt. Auch Darguns Bürgermeister Sirko Wellnitz ist schon aufgefallen, dass die Kleinstadt derzeit wie ein „Bollwerk“ anmutet. „Das ist schön und wir freuen uns darüber.“ Allerdings ist Wellnitz bewusst, dass die Situation jederzeit wieder in die andere Richtung umschlagen kann. „Wir hoffen, dass es lange so bleibt.“ Schließlich musste Sirko Wellnitz schon am eigenen Leib erfahren, dass mit einer Corona-Erkrankung nicht zu spaßen ist. Dass ausgerechnet die Darguner gegenwärtig verschont bleiben, kann sich der Bürgermeister nicht wirklich erklären. Wahrscheinlich handele es sich ein Stück weit um Zufall. „Wir sind nicht vorsichtiger als die anderen.“ Es gebe auch gar keine Kapazitäten, noch mehr zu reinigen und zu schützen als anderswo.

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