Traditions-Veranstaltung

Hat das Oldtimer-Treffen doch noch eine Chance?

Elf Jahre lang war der 1. Mai in der Oldtimerszene für Altentreptow reserviert. 2018 war das letzte Treffen. Die Nachricht vom Aus der Veranstaltung scheint aber noch nicht alle Fans erreicht zu haben.
Christina Weinreich Christina Weinreich
Der Altentreptower Andy Kliegel – im Hintergrund mit der Sonnenbrille – hat sich mit Freunden einen Anhänger gebaut, mit dem er zum Oldtimertreffen anreiste. Auf dem hatte die gesamte Familie und Verwandtschaft Platz.
Der Altentreptower Andy Kliegel – im Hintergrund mit der Sonnenbrille – hat sich mit Freunden einen Anhänger gebaut, mit dem er zum Oldtimertreffen anreiste. Auf dem hatte die gesamte Familie und Verwandtschaft Platz.
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Altentreptow.

Offenbar haben es immer noch nicht alle erfahren. Zwölf Monate haben nicht ausgereicht, alle zu informieren, dass das Kapitel „Oldtimertreffen in Altentreptows Gewerbegebiet“ im vergangenen Jahr zugeschlagen wurde. Prompt rollten wie alle elf Jahre zuvor Oldtimer im Bereich der Tankstelle im Gewerbegebet frühmorgens in Altentreptow an.

Der Burower Christian Wojaczyk war kurz nach 7 Uhr in der Tankstelle, als er erste Gefährte auf dem Gelände sichtete. Da er jahrelang als Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes half, die Treffen abzusichern, erkannte er sofort die Oldtimerfahrer. Sie kamen nicht aus der näheren Umgebung. „Sondern von dort, wo der Nordkurier nicht erscheint“, sagte er.

Er klärte die Leute auf, die sich enttäuscht zeigten, und schickte sie 30 Kilometer weiter zum Oldtimertreffen nach Jarmen. Nicht nur im Gewerbegebiet kreuzten Oldtimer auf. Kameraden der Feuerwehr berichteten Wojaczyk, dass sie auch im Stadtgebiet etliche Exemplare rollen sahen. Beispielsweise die knallroten Maschinen des Java-Klubs aus Pasewalk.

Oldtimer-Fans reagieren ungehalten

„Am Tag vor dem 1. Mai klingelte es mehrfach bei meiner Kollegin Frau Balzer. In letzter Minute wollten sich Besitzer von alten Fahrzeugen noch registrieren lassen. Sie hat all die Jahre immer die Anmeldung fürs Treffen entgegen genommen“, erzählt Ideengeber und Cheforganisator des Oldtimertreffens Peer Utech.

Einige reagierten auch etwas ungehalten: Ihr könnt das Fest nicht abblasen. Wir haben uns in den Jahren entsprechende Technik zugelegt, extra wegen des 1. Mai in Altentreptow, hieß es am Telefon. „Es ist ja in dieser Zeitspanne in der Umgebung ein richtiger Grundstock an Oldtimern gewachsen“, sagt Utech.

Städter fragten den Baumarktinhaber, ob er nicht wenigstens den Kulturnachmittag weiterführen könne, an denen man vor allem ein-stigen DDR-Künstlern begegnen konnte. Im vergangenen Jahr traten Gerd Christian, Thomas Lück und Andreas Holm auf. Ein Festzelt lasse sich doch überall im Gewerbegebiet aufbauen.

Loitz als Alternative

Am 1. Mai wurden zwischen den wehmütigen Machern zahlreiche Bilder von alten Treffen über die sozialen Medien hin und her geschickt und enthielten als Anhang dicke Wermutstropfen. „Das Oldtimertreffen in Altentreptow ist mausetot“, stellt Peer Utech noch einmal klar und deutlich fest.

Hin und wieder würde René Kmietzyk, Inhaber des Reifenservice, ihn noch mal anstupsen und wolle mit ihm auf Flächensuche gehen. „Das ist definitiv vorbei.“ Das Gewerbegebiet hatte die Struktur und Voraussetzung, die man für solch eine Veranstaltung brauche.

Und mit Gerhard Kopischke vom gleichnamigen Autohaus, in den ersten Jahren auch einen tollen Partner. Er wolle auch nicht in andere Orte ziehen, wie bereits angeregt wurde. „Ich wollte etwas für Altentreptow machen.“ Und dabei bleibe er. Die Oldtimer-Karawane müsse nun am Gewerbegebiet weiter ziehen in Richtung Loitz, wo am 4. Mai das nächste Treffen stattfindet.