GESCHMACKLOSE BEMALUNG

Leonies Stiefvater sorgt bei Urteils-Verkündung für Eklat

Letzte Worte für seine getötete Stieftochter Leonie hatte der Angeklagte David H. im Prozess nicht. Dafür bemalte er sich vor der Urteilsverkündung aber die Finger.
Bei der Urteils-Verkündung im Leonie-Prozess in Neubrandenburg fiel der Angeklagte durch diese Bemalung auf.
Bei der Urteils-Verkündung im Leonie-Prozess in Neubrandenburg fiel der Angeklagte durch diese Bemalung auf. Andreas Becker
Schon am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte mit dieser Geste für einen Eklat gesorgt. Deutlich zu sehen: Hier sind di
Schon am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte mit dieser Geste für einen Eklat gesorgt. Deutlich zu sehen: Hier sind die Finger noch unbemalt. Bernd Wüstneck
Leonies Stiefvater David H. kurz vor der Urteilsverkündung mit seinem Anwalt Jörg Fenger.
Leonies Stiefvater David H. kurz vor der Urteilsverkündung mit seinem Anwalt Jörg Fenger. Andreas Becker
Das Publikums-Interesse am Leonie-Prozess ist am Tag der Urteilsverkündung riesig.
Das Publikums-Interesse am Leonie-Prozess ist am Tag der Urteilsverkündung riesig. Andreas Becker
Kerzen und Plüschtiere vor dem Eingang des Hauses, in dem am 12. Januar 2019 Leonie ums Leben kam.
Kerzen und Plüschtiere vor dem Eingang des Hauses, in dem am 12. Januar 2019 Leonie ums Leben kam. Stefan Sauer
Im September 2018 postete David H. die Familienküche auf Facebook. Im selben Monat soll der Angeklagte hier die kleine Le
Im September 2018 postete David H. die Familienküche auf Facebook. Im selben Monat soll der Angeklagte hier die kleine Leonie geschlagen und misshandelt haben. privat
Es war der zweite Schock im Drama um die nach schweren Misshandlungen gestorbene kleine Leonie – die Flucht des unter Mo
Es war der zweite Schock im Drama um die nach schweren Misshandlungen gestorbene kleine Leonie – die Flucht des unter Mordanklage stehenden Stiefvaters aus dem Polizeihauptrevier Pasewalk. 48 Stunden nach Leonies Tod war der 28-jährige David H. im Anschluss an eine Vernehmung geflüchtet. NK-Archiv
David H. wurde nach seiner tagelangen Flucht vor der Polizei in Neu Koserow festgenommen.
David H. wurde nach seiner tagelangen Flucht vor der Polizei in Neu Koserow festgenommen. privat
David H. bei der Überführung Anklam.
David H. bei der Überführung Anklam. Karsten Riemer
Unzählige Herz-Luftballons stiegen in Wolgast bei der Beisetzung von Leonie aus Torgelow in den Himmel.
Unzählige Herz-Luftballons stiegen in Wolgast bei der Beisetzung von Leonie aus Torgelow in den Himmel. Tilo Wallrodt
Neubrandenburg.

Am Donnerstag hat das Landgericht Neubrandenburg David H. wegen Mordes durch Unterlassen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Während aus dem Publikum Jubelrufe nach der Urteils-Verkündung zu hören waren, sorgte der Stiefvater von Leonie erneut für einen Eklat.

Auf einem Finger ist eine herausgestreckte Zunge zu sehen

Schon am ersten Prozesstag hatte er für Aufregung gesorgt, weil er dem leiblichen Vater des kleinen Mädchens den ausgestreckten Mittelfinger entgegen hielt. Ansonsten blieb er im Prozess stumm. Nun trieb er es noch geschmackloser: Er hatte sich auf seine Fingerknöchel mehrer Symbole gemalt. Unter anderem ein Herz, ein Kreuz und auf dem Mittelfinger prangte ein Smiley, der die Zunge rausstreckt.

+++ Alle Artikel zum Mordfall Leonie finden Sie hier. +++

Da er mit den Händen den Aktenordner hielt, hinter dem er sein Gesicht versteckte, waren die eindeutigen Zeichen die ganze Zeit über im Gericht gut zu erkennen. Wem die herausgestreckte Zunge gelten soll, ließ sich nicht ermitteln. Für seine tote Stieftochter hatte David H. am letzten Prozesstag keine Worte übrig.

[Video]

David H. soll Leonie getötet haben: Mord durch Unterlassen

Leonie wies an ihrem Todestag am 12. Januar 2019 massive Verletzungen und Knochenbrüche am Kopf und vielen anderen Körperteilen auf. Die heftigen und am Ende tödlichen Verletzungen seien laut eines rechtsmedizinischen Gutachtens durch heftige Schläge und Tritte verursacht worden. Der Fall hatte auch für Aufsehen gesorgt, weil David H. aus dem Polizeigewahrsam in Pasewalk geflohen war und anschließend tagelang gesucht wurde.

Die Urteilsbegründung dauerte derzeit noch an. Wir berichten weiter, sobald es neue Informationen gibt.

Video: Trauer um Leonie in Torgelow im Januar 2019

[Video]

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Kommentare (4)

Das der nun Verurteilte nicht das hellste Köpfchen ist, dürfte bekannt sein. Man mag von dieser Bemalung halten, was man will, aber ein Eklat ist etwas anderes. Herr Stiel, Sie sollten sich einmal mal der Definition des Wortes beschäftigen und die dann mit diesem "Vorfall" vergleichen! Die Erleuchtung wird Sie förmlich blenden.
Es ist aber typisch für den Nordkurier, dass er sich mit so einer belanglosen Geschichte beschäftigt.
Auch schön, dass sich Herr Stiel damit beschäftigt hat, "wem die herausgestreckte Zunge gelten soll". Dieses Wissen hätte auch eine wahnsinnige Relevanz für den Leser... Schade, dass Sie sich auf so ein billiges (BILD-)Niveau begeben und einen belanglosen Journalismus für die U-schicht praktizieren. Aber seien Sie nicht traurig, Herr Stiel! Sie sind damit beim Nordkurier nicht alleine! Chefredakteure und allen voran eine journalistisch völlig talentfreie Claudia M. sind in dieser Beziehung auf einer Wellenlänge mit und noch vor Ihnen.
Na ja, da die Mutter der Kleinen auch noch angeklagt werden soll, können Sie (und andere beim Nordkurier) in dieser Beziehung fleißig weiter üben. Glückwunsch dazu! Und natürlich viel Erfolg!

Wer regelmäßig Bettelbriefe um neue Leser zugewinnen, verschickt , bzw. mit der Wochenendbeilage verteilt,um den kann’s nicht gut bestellt sein. Der schreibt auch über Hundehaufen in einer Nebengasse. Ich war Zeitungszusteller, nicht beim NK, kenne zahlreiche ex Leser des NK. Und noch mehr Menschen werden dies Blatt abbestellen.

Der Mörder hat lebenslänglich bekommen.Seine Abschiedsbemalungen sind uninteressant. Ob er überhaupt die mindestens 15 Jahre in Haft übersteht, ist eher unwahrscheinlich.

... bemalen der Fingernägel ist nach meinem Empfinden kein Eklat. Unter Eklat versteht mann ein aufsehendes Ereignis, das sind eben nicht bemalte Fingernägel. Die Tathandlung an sich sehr wohl. Sie übertrifft jegliches menschliches Vorstellungsvermögen. Aus meiner Sicht ist es Abartig und an Brutalität nicht zu überbieten. Würde ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen, müsste ich mich selbst anzeigen.
Es erschließt sich mir aber nicht, warum das Gericht nicht auf die besonders Schwere Schuld des Angeklagten plädiert hat. Dazu gibt der Artikel zu wenig her.

An dieser Stelle hätte ich mir mehr investigativen Journalismus gewünscht. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt.