STADTENTWICKLUNG NEUBRANDENBURG

Debatte über Bauplan für Gerstenstraße

Wo einst Garagen standen, dann die Hunde tollten, könnten in absehbarer Zeit die Bagger rollen. Nahe dem Reitbahnsee soll dringend benötigter Wohnraum entstehen, worüber nicht alle glücklich sind.
Über 50 Einfamilienhäuser sowie 130 Wohneinheiten in bis zu viergeschossigen Bauten sollen auf einem ehemaligen Gara
Über 50 Einfamilienhäuser sowie 130 Wohneinheiten in bis zu viergeschossigen Bauten sollen auf einem ehemaligen Garagenareal unweit vom Reitbahnsee entstehen, das für mehrere Jahre Hundefreilauffläche war. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Rund 20 Jahre nach den ersten Planungsbeschlüssen soll in der Gerstenstraße ein neues Wohngebiet entstehen. Die Stadtvertretung hat einen Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 65 „Gerstenstraße“ auf den Weg gebracht, der am Montag einstimmig vom Ausschuss für Umwelt, Ordnung und Sicherheit (UOS) verwiesen wurde und am Donnerstag noch mal Thema im Stadtentwicklungsausschuss ist.

Die Stadtvertretung der Vier-Tore-Stadt hatte bereits im Jahr 2000 beschlossen, für das Gebiet „Gerstenstraße“ einen Bebauungsplan aufzustellen. Es wird begrenzt durch gewerblich genutzte Flächen an der Gerstenstraße und die Wohnbebauung an der Brauereistraße sowie im Süden und Westen vor allem durch den Fluss Datze.

Auf dem 10,5 Hektar großen, ehemals für Garagen genutzten Plangebiet nahe dem Reitbahnsee, soll ein „durchgrüntes Wohnquartier mit hoher Wohnqualität“ entwickelt werden, heißt es in dem Papier für den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. Entwickelt wird das Areal durch die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges).

Massive Torfschichten bereiten Probleme

Geplant sind auf dem Grundstück laut Stadt 51 Parzellen für Einfamilienhäuser sowie 130 Wohneinheiten, die in drei- bis viergeschossigen Bauten realisiert werden sollen. Die Erschließung ist über Gersten- sowie Brauereistraße vorgesehen. Deren Öffnung am südlichen Ende auf die Demminer Straße hatte Anfang dieses Jahres bereits für Unmut bei den Anwohnern gesorgt (der Nordkurier berichtete). Nach dem Abriss der Garagen war das Areal eine Hundeauslauffläche, vor Monaten wurden die Schilder aber entfernt, die Besitzer sollen mit ihren Vierbeinern etwa auf die Fläche südwestlich vom Reitbahnsee ausweichen.

Probleme beim Baugrund auf dem Areal bereiten massive Torfschichten. Diese seien entgegen ersten Schätzungen bis zu 11,5 Meter dick, berichtete eine Mitarbeiterin der Stadt den Ausschussmitgliedern. Da deren Bebauung unwirtschaftlich sei, sollten auf diesen Bereichen Grünflächen oder Spielplätze entstehen.

Beschluss wird am 25. Juni eingebracht

Das in Auftrag gegebene Umweltgutachten zum B-Plan schätzt zusammenfassend ein, dass erhebliche Beeinträchtigungen auf streng geschützte sowie gefährdete Arten oder Artengruppen bei Einhaltung der Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen nicht zu erwarten sind. Die Eingriffs-Ausgleichsplanung kommt laut Stadt allerdings mit veranschlagten 450 000 Euro recht teuer, was der Erschließungsträger und letztlich die Häuslebauer übernehmen müssten. Das Rathaus ist auf der Suche nach passenden Ausgleichsflächen und will auch versuchen, die Kosten zu reduzieren.

Der Ausschussvorsitzenden Hans-Jürgen Schwanke (CDU) sieht wegen der Pläne für den B-Plan schon Ärger aufziehen. Sowohl wegen der Hundeauslauffläche als auch einer Erschließung über die Brauereistraße werde es wohl einen „Aufschrei“ geben, prognostizierte er. Frank Renner, Fachbereichsleiter für Stadtplanung, Wirtschaft, Bauaufsicht und Kultur in der Stadtverwaltung, sagte, die Verkehrsmengen, über die man rede, bewegten sich in einem „verträglichen Rahmen“. Eine Erschließung über die Brauereistraße müsse aber nicht zwingend aufrechterhalten werden. „Wir werden uns alles genau anschauen.“

Der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss soll am 25. Juni in die Stadtvertretung eingebracht werden, danach folgt bei Verabschiedung die öffentliche Auslegung.

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