BESICHTIGUNG AM TAG DES OFFENEN DENKMALS

Dem alten Marstall wird der Hof gemacht

Wer je ein altes Haus saniert hat, weiß, dass dabei unliebsame Überraschungen eher die Regel sind. Daniela und Peter Them schreckt das nicht. Nach und nach haben sie den alten Marstall wieder belebt. Am Sonntag laden sie zur Besichtigung ein.
Willkommensgruß: Wer den Saal des alten Marstall betritt, sieht eine Wand voller Wissen.
Willkommensgruß: Wer den Saal des alten Marstall betritt, sieht eine Wand voller Wissen. S. Haerter
Pflaster drauf: Wo noch vor einem Jahr eine schlammige Fläche war, gibt es nun einen gepflasterten Innenhof. Auch Labrador Veto kann nun trockenen Fußes mit seinen Besitzern toben.
Pflaster drauf: Wo noch vor einem Jahr eine schlammige Fläche war, gibt es nun einen gepflasterten Innenhof. Auch Labrador Veto kann nun trockenen Fußes mit seinen Besitzern toben. S. Haerter
Wiederbelebung: Seit dreieinhalb Jahren wird dem Alten Marstall in der Behmenstraße wieder neues Leben eingehaucht.
Wiederbelebung: Seit dreieinhalb Jahren wird dem Alten Marstall in der Behmenstraße wieder neues Leben eingehaucht. S. Haerter
Neubrandenburg.

Es sieht aus wie eine dörfliche Idylle mit leicht morbidem Charme: Blätternder Putz, windschiefe Balken und rissige Farbschichten. Dahinter eine große Wiese mit Obstbaum, Esche und Sonnenblume. Doch dieser Ort liegt mitten in Neubrandenburg, fünf Minuten Fußweg vom Marktplatz entfernt. Es ist der Hinterhof des ehemaligen Marstalls Herzog Adolph Friedrich IV. von Mecklenburg-Strelitz.

Seit dreieinhalb Jahren stecken Daniela und Peter Them jede Minute ihrer Zeit und nicht zuletzt ihr Geld in das vermutlich 1782 errichtete Ensemble. Am Sonntag lädt das Ehepaar alle Neugierigen zwischen 10 und 18 Uhr zum Besuch des geschichtsträchtigen Hauses, denn es ist der Tag des offenen Denkmals. Konnten die Gäste im vergangenen Jahr vor allem den neu gestalteten 170 Quadratmeter großen Saal bewundern, locken dieses Jahr der frisch gepflasterte Hof und der Garten zur Besichtigung. Vor einem Jahr fand man noch eine Schlammwüste vor, wenn man bei entsprechender Witterung aus dem Saal trat, nun ist alles mit Granit gepflastert und strahlt fast ein wenig mediterranes Flair aus.

Nebenan schließt sich der Garten an. Wobei die Bezeichnung „Garten“ noch etwas Fantasie erfordert, wie Daniela Them freimütig zugibt. Gegenwärtig kann man die eingangs beschriebene große Wiese, ein paar Bäume und einen tollen Blick auf Konzertkirche und Schauspielhaus genießen. „Ein Gefühl wie auf dem Dorf“, so das Ehepaar unisono. Doch bald soll hier nach dem Willen der Eigentümer noch ein Bauerngarten entstehen. „Über ein paar Pflanzen, die bei manch einem im Garten vielleicht überzählig sind und die zum Denkmaltag mitgebracht werden, würden wir uns sehr freuen“, sagt Daniela Them.

20 Jahre Leerstand haben Spuren hinterlassen

Geht der Blick in die andere Richtung, rückt in den Fokus, womit sich das Ehepaar Them in den nächsten Jahren beschäftigen wird: Die dunkle Seite des Marstalls, wenn man so will. Mittlerweile ist auch dieser Teil gekauft und soll in den nächsten Jahren wieder neu erstehen. Es wird auch Zeit nach 20 Jahren Leerstand: Vermauerte Fenster, bröselnde Balken und stabiliserende Stahlbänder im Innern deuten an, dass hier jede Menge Arbeit wartet. „Erheblicher Sanierungsstau“, meint Daniela Them ebenso fachmännisch wie lakonisch – als Maklerin für historische Gebäude ist sie viel Kummer zwischen Schwammbefall, undichten Dächern und Vandalismus gewohnt.

Und da Neubrandenburg nach dem verheerenden Stadtbrand von 1945 vergleichsweise arm an historischer Bausubstanz ist, ist der Erhalt dieses Kleinods umso wichtiger. Im Gegensatz zum ersten Bauabschnitt mit Saal, Wohnung und Ferienwohnung wird dieser Teil des Komplexes allerdings kalt bleiben und nur im Sommer nutzbar sein. „Zum Beispiel für Märkte“, so eine erste Nutzungsidee. Dafür ist geplant, die historischen Zufahrten zur Behmenstraße wiederherzustellen, durch die einst die herzoglichen Kutschen in die Remise gelangten.

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