Trotz neuem Standort hatten sich bereits bei der Eröffnung des Demokratiefestes viele Besucher auf dem Parkplatz versammelt.
Trotz neuem Standort hatten sich bereits bei der Eröffnung des Demokratiefestes viele Besucher auf dem Parkplatz versammelt. Tobias Holtz
Der Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte Heiko Kärger (v. l.) pflanzt gemeinsam mit Oberbürgermeister Silvio Witt und Herbord von Raven den "Demokratie-Baum" neben der Stadthalle ein.
Der Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte Heiko Kärger (v. l.) pflanzt gemeinsam mit Oberbürgermeister Silvio Witt und Herbord von Raven den „Demokratie-Baum” neben der Stadthalle ein. Tobias Holtz
Tag der Arbeit

Demokratiefest setzt Zeichen gegen Rechts

Zahlreiche Neubrandenburger besuchten am Tag der Arbeit das Demokratiefest. Der DGB hatte die Veranstaltung bewusst an einen anderen Standort verlegt.
Neubrandenburg

Imbissbuden, Kinderanimation und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm – so präsentierte sich das 9. Demokratiefest auf dem Parkplatz an der Stadthalle. Bereits kurz nach der Eröffnung tummelten sich viele Schau- und Feierlustige auf dem Festgelände. Unter dem Motto „Vielfalt, Gerechtigkeit und Solidarität“ hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zahlreiche Verbände, Organisationen und Parteien eingeladen.

Mehrere Tausend Besucher, so die Angaben des Veranstalters, nutzen den freien Tag, um sich umzusehen. Die Parteien SPD, CDU, Die Linke, FDP und die Grünen stellten ihre Landratskandidaten vor und nahmen sich Zeit für die Fragen und Sorgen der Bürger.

DGB für Angleichung der Arbeitsbedingungen

Die DGB-Vorsitzende in Neubrandenburg, Gisela Ohlemacher, hatte sich in ihrer Ansprache vor allem für eine Angleichung der Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse in Ost und West stark gemacht. Zudem müsse es mehr Chancengleichheit für alle Menschen geben, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Behinderung oder sexuellen Orientierung.

Gerade deshalb habe sich der DGB auch dazu entschieden, den Marktplatz in diesem Jahr nicht mit der Alternative für Deutschland (AfD) zu teilen. „Die demokratie- und arbeitnehmerfeindlichen Ansichten der AfD sind nicht mit denen der hier vertretenen Parteien und Gewerkschaften vereinbar“, sagt Ohlemacher.

Bei einigen Besuchern gingen die Meinungen über diese Entscheidung auseinander. „Natürlich ist der Entschluss des DGB, sich von der AfD distanzieren zu wollen, legitim. Es hätte mich auch nicht gestört, wenn die Partei hier mit ihren Stand vertreten wäre“, sagt Jürgen Wever aus Neubrandenburg.

Linksradikale mischten sich unter die Menge

André Rohloff hätte es besser gefunden, wenn beide Veranstaltungen parallel auf dem Marktplatz gewesen wären, da es sich bei der AfD auch um eine demokratisch gewählte Partei handle. „Wenn alle extremistischen Parteien laut DGB vom Fest ausgeschlossen werden sollen, dann frage ich mich, was die Mitglieder der linksradikalen Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) hier verloren haben“, so Rohloff.

Tatsächlich hatten sich einige Mitglieder der MLPD für kurze Zeit unter die Menschenmenge gemischt und fleißig Flugblätter verteilt. Leider würden sich solche Aktionen laut DGB-Chefin Ohlemacher nicht verhindern lassen. Einen eigenen Stand hätten sie aber nicht erhalten.

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