ALARMANLAGE WECKTE ALLE NACHBARN AUF

Den "Kiosk 2000" räumt so schnell niemand aus

Weil der Neubrandenburger Gastronom Thomas Tietz in unmittelbarer Nachbarschaft seiner Gaststätte wohnt, haben Langfinger hier so gut wie keine Chance.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Haben gut lachen – Thomas und Bärbel Tietz. Der Einbrecher hatte in ihrem „Kiosk 2000“ keine Chance.
Haben gut lachen – Thomas und Bärbel Tietz. Der Einbrecher hatte in ihrem „Kiosk 2000“ keine Chance. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Fast alle Mitbewohner haben Anteil genommen. Wenn auch unfreiwillig. Als am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe die Alarmanlage schrillte, war nicht nur die Nacht von Thomas und Bärbel Tietz auf einen Ruck beendet. Auch in nahezu sämtlichen Nachbarwohnungen im Reitbahnweg hatten Frauen und Männer die Fenster aufgerissen. „Die ist gut, unsere Alarmanlage“, grinst Thomas Tietz, der Inhaber des „Kiosk 2000“. Als er aus dem Haus stürmte, um in der 80 Meter entfernten Gaststätte für Ordnung zu sorgen, sah er schon Leute aus den Fenstern schauen.

Unter denen auch seine Frau. Die hat, als Ehemann Thomas notdürftig bekleidet noch auf dem Weg war, den potenziellen Einbrecher beobachtet. Der hatte sich kurz zuvor am Kiosk zu schaffen gemacht und überhaupt erst den Alarm ausgelöst (Nordkurier berichtete). Per Telefon hielt sie Kontakt zu ihrem Mann. Als der nach zwei Minuten an dem am Reitbahnsee gelegenen Kiosk eintraf, war der Verdächtige schon weg – und lief der Polizei fast in die Arme. Umkehren nutzte nichts, da stand Thomas Tietz. „Der war völlig daneben“, sagt der Gastronom. „Wohl zugekifft bis zum Hals. Und rumgeschrien hat er“, so die Gattin.

Polizisten kannten Verdächtigen

Wer von den Nachbarn bis dahin noch nicht von der Alarmanlage geweckt, sei spätestens jetzt wach gewesen. Die Polizisten, die aus dem Streifenwagen ausstiegen, hätten den Verdächtigen gekannt. Sogar mit Vornamen, hat der Kioskbesitzer gehört, hätten die Ordnungshüter den Mann angesprochen. Die Polizei bestätigte das. Der 31-jährige Neubrandenburger sei polizeibekannt, heißt es vielsagend.

Nutzte aber alles nichts – weil er keine Ruhe geben wollte, mussten die ihm vertrauten Polizisten dem Mann Handschellen anlegen. Und später sogar feststellen, dass der Mann wohl auch für einen zweiten Einbruch in derselben Nacht verantwortlich war – in einem Imbiss in der Woldegker Straße. Dort entdeckten die Spurensicherer den Abdruck eines Fußes. Und weil auch der Verdächtige am Kiosk 2000 barfuß unterwegs war, zählten die Ermittler nach dem Vergleich der Spuren an beiden Tatorten nur noch eins und eins zusammen.

Sorgen um den Fortbestand

Ein Schaden am „Kiosk 2000“ ist nicht entstanden, Gott sei Dank, sagt der in Sichtnähe wohnende Thomas Tietz. Der in der jüngsten Vergangenheit schon einige Male mitten in der Nacht zu seinem „Laden“ eilen musste – auch wenn kein Einbrecher in der Nähe war. Aber weil die Feuerwehr regelmäßig in die benachbarten völlig verwilderten Kleingärten eilen musste – hier standen Lauben in hellen Flammen –, sorgte sich auch regelmäßig das Ehepaar Tietz zu nachtschlafender Zeit um den Fortbestand ihres „Kiosk 2000“. Vorläufig herrscht Ruhe an der Feuer-Front – am Zustand der Nachbargärten hat sich aber immer noch nichts geändert. Obwohl schon vor Monaten der Besitzer der wüsten Fläche, ein Mann aus Berlin, unmissverständlich von der Stadtverwaltung zur Räumung aufgefordert wurde.

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Kommentare (1)

weiter so - sehr nette Leute dort - Bierchen immer frisch - alles sauber - Essen schmeckt - Bockwurst auf den Punkt heiß - ich komme bald wieder - !!!