Unrat am Oberbach

Den Neubrandenburgern stinkt’s langsam

Stinkender Unrat, zerstörte Sitzbänke, ausgedrückte Zigarettenkippen und herausgerissene Papierkörbe – am Oberbach sieht es derzeit alles andere als einladend aus. Ein Problem, das die Stadt schon seit einiger Zeit beschäftigt. Kommt nun Abhilfe?
Tobias Holtz Tobias Holtz
Krähen durchsuchen oft die gut gefüllten Mülleimer.
Krähen durchsuchen oft die gut gefüllten Mülleimer. Mirko Hertrich
Wo mancherorts noch Mülleimer vorhanden sind, sieht es so aus.
Wo mancherorts noch Mülleimer vorhanden sind, sieht es so aus. privat
Manchmal sucht man Papierkörbe am Oberbach vergeblich.
Manchmal sucht man Papierkörbe am Oberbach vergeblich. Tobias Holtz
Eine Bank – beschmiert und zerstört.
Eine Bank – beschmiert und zerstört. Tobias Holtz
Müll am Ringhotel
Müll am Ringhotel privat
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Neubrandenburg.

„Dieser Mist liegt hier nicht erst seit gestern. Es fängt langsam an zu stinken“, sagt ein aufgebrachter Rentner. Er zeigt kopfschüttelnd auf einen kleinen Abfallberg aus verschimmelten Essensresten, benutzten Taschentüchern, Windeln und Plastikbechern, der neben einer Sitzbank am Oberbach liegt. Vom aufgestellten Papierkorb, in dem der ganze Müll eigentlich landen sollte, ist lediglich die Halterung übrig geblieben. „Der Behälter wurde mutwillig herausgerissen. Und das ist leider nicht der einzige“, sagt der Neubrandenburger.

Denn wer dem Fuß- und Radweg von der Rostocker Straße in Richtung Oberbachbrücke folgt, der sieht, dass in der sonst so grünen Oase anscheinend gleich mehrfach Vandalen am Werk gewesen sein müssen. Etliche Papierkörbe fehlen, Holzbänke wurden mit Graffiti beschmiert und teilweise sogar stark beschädigt. „Die noch vorhandenen Mülleimer quellen auch über. Meist liegt die Hälfte daneben auf dem Rasen, obwohl hier zweimal die Woche geleert wird“, sagt ein Ehepaar, das dort täglich mit seinem Hund spazieren geht. Die beiden würden sich wegen des „ekligen Anblicks“ regelrecht für die Stadt schämen. Es sei wirklich schade, dass solche Müllsünder und Vandalen nur selten erwischt werden. Direkt hinter der Brücke wurde eine Bank im Tollensesee versenkt.

Die Übeltäter sind nicht immer Menschen

„Wir werden uns schnellstmöglich selbst ein Bild davon machen und arbeiten bereits an neuen Lösungen, um dem Müllproblem ein Stück weit entgegenzuwirken“, teilte die Stadt auf Nordkurier-Anfrage mit. So sollen die alten, offenen Papierkörbe am Oberbach nach und nach durch größere ersetzt werden. Diese werden dann auch mit einem festen Deckel ausgestattet sein – aus gutem Grund. Oft sind es nämlich nicht nur Spaziergänger, die ihren Unrat achtlos wegwerfen. „Auch so manche hungrige Krähe hat schon etliche Müllbehälter in der Stadt auf der Suche nach Futter geplündert und dabei für eine Menge Abfall am Straßenrand gesorgt“, so eine Stadtsprecherin.

Dennoch sind die zusätzlichen Papierkörbe nur ein kleiner Schritt, um Müllberge aus dem Stadtbild künftig weitestgehend zu verbannen. „Es wäre wünschenswert, wenn die Einwohner im Interesse einer sauberen und lebenswerten Stadt selbst mehr darauf achten, ihren Abfall nicht einfach überall herumliegen zu lassen“, heißt es aus dem Rathaus.

Kommentare (2)

Ja … Neubrandenburg wird immer dreckiger. Ob am Oberbach, Marktplatz, am See oder im Kulturpark ... überall. Fehlende oder beschädigte Mülleimer verschärfen dieses. Die Stadtreinigung ist bemüht, diese Situation in den Griff zu bekommen. Wenn ich mich aber umschaue, dann sehe ich eine heutige Gesellschaftsform, die nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Ich gebe da unsere Stadt Recht, wenn sie sagt, dass wir Bürger auch in der Pflicht stehen… Früher haben wir uns so ein Mist nicht zugetraut, da gab's nämlich was auf die Finger. Alleine die häusliche Erziehung von früher, hat uns daran gehindert. Das nannte man Verstand und Heimatbewusstsein. Heute heißt es, ist nicht mein Problem, dafür zahle ich Steuern… Aber jetzt wird alles besser!!! Ja, unsere Fridays for Future Bewegung wird es richten… das ich nicht lache. Ihr seid es, die nach jeder Veranstaltung,Schulpausen oder in der Freizeit auf den Marktplatz zu den Fastfood-Ständen rennt und den Müll durch unsere Stadt bis zum See schleppt. Ihr seid es, die bis zum Broda Strand die Einkaufswagen schleppt und in den Seitengraben schiebt. Ihr seid es ,die die Holzzäune, die Holzstege am Wasser, die Spielplätze, die Sitzbänke und die Mülleimer, auf Grund von Alkoholismus, demoliert. … Fridays for Future ist nur eine Modeerscheinung der junge Generation und hat nichts mit Klimawandel zu tun. Ihr wollt die Umwelt und das Klima retten, dann handelt auch… !!! Also Mopedführerschein mit 16, aber nur mit Elektromotoren. Begleitendes Fahren mit 17 entfällt, weil eure Eltern sich keine Elektroautos leisten können. Autoführerschein erst mit 25, weil ihr euch mit 18 noch kein Elektroauto leisten könnt. Alternativ: Bus, Bahn, Fahrrad…ging früher auch. Ihr Hundebesitzer schaut hin und nicht weg, wenn eure Hunde ihren Geschäften nachkommen. Ekelhaft diese Ignoranz!!! Wir Bürger tragen unseren Teil zum Stadtbild bei. Auch gezielte Schulprojekte wie "meine Stadt" , "unser Kulturpark" oder "unser See" … könnten das Bewusstsein unserer Kinder oder unserer Jugend stärken und vielleicht schaut man dann wieder in eine saubere Zukunft. ERZIEHUNG statt Grün, weil Grün=Verbote

Wahnsinn, wie schnell Sie die Schuldigen gefunden haben! Respekt! Also sind alle jungen Besucher von Veranstaltungen Grüne? Und damit Unterstüzer von Fridays for Future? Und die obengenannten Müllsünder? Das sehe ich aber nicht so. Ich gebe Ihnen vollkommen Recht, daß es leider riesige Erziehungsdefizite gibt, was Entsorgung und Verschmutzung der Umwelt angeht. Ich denke aber, daß dieses Problem sich durch alle Schichten, Wählerschaften und Altersgruppen zieht. Und wenn junge Menschen gegen den Klimawandel auf die Strasse gehen, finde ich das sehr unterstützenswert. Vieleicht ist das Umweltbewußtsein bei Menschen, die sich als "Grün" einordnen auch viel besser ausgeprägt? Vieleicht hat es auch etwas damit zu tun, das heute alles zigmal in Plastik verpackt werden muss. Und es einfach schlichtweg mehr Plastikverpackungen gibt, als vor zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren. Und das man so etwas früher nicht gemacht hat, weil "es eins auf die Finger gab", halte ich auch für ein nicht haltbares Argument. Am Ende ist einfach dieser ausufernde Konsum, herbeigeführt durch einen entfesselten Kapitalismus, das Problem. So lange wir unseren Planeten nur wegkonsumieren, wird sich hier leider auch nicht viel ändern. Schulprojekte sind da sicherlich ein guter Ansatz. Aber ich denke Verbote braucht man auch. Und Strafen die weh tun. Nicht Körperlich, im Portemonaie. Unsere Gesellschaft hat sich nunmal stark verändert. Das tut Gesellschaft immer. Menschen leben einsamer und holen sich Haustiere in die Wohnung und in die Stadt. Vor 50 Jahren waren die Hunde auf dem Land und selten in der Stadt. Es gibt soviele Faktoren, die zur Verschmutzung unserer Lebensräume beitragen. Man sollte alle betrachten. Und jeder sollte seinen eigenen Konsum hinterfragen, um festzustellen wie Müll vermieden werden kann. Meine Meinung...