ÜBUNG DER LUFTWAFFE

Der große Knall über Neubrandenburg

Ein ruhiger Sommervormittag und dann so etwas. Aber was genau hat die Einwohner der Kreisstadt so aufgeschreckt?
Thomas Beigang Thomas Beigang
Waren Jagdflieger "schuld" am großen Knall über Neubrandenburg? 
Waren Jagdflieger „schuld” am großen Knall über Neubrandenburg? Boris Roessler
Screenshot flightradar.com
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Neubrandenburg.

Die Luftwaffe war es - mal wieder. Ein Manöver über dem Himmel des südlichen Mecklenburg mit internationaler Beteiligung war schuld an dem großen Knall am Vormittag, der zahlreiche Neubrandenburger und ihre Nachbarn aufgeschreckt hat. Wie es auf Nachfrage aus dem Informationsamt der Luftwaffe in Berlin hieß, würden Eurofighter- und Tornadopiloten Luftkampfübungen absolvieren und die Betankung in der Luft trainieren.

"Gut möglich", so ein Presseoffizier der Luftwaffe, "dass während der Luftkampfübung Flieger die Schallmauer durchbrochen haben". Das aber, ist sich der Offizier sicher, muss in einer Höhe über 10.000 Meter passiert sein. In geringerer Höhe darf nämlich selbst die Luftwaffe in Friedenszeiten nicht mit Überschallgeschwindigkeit durch den Himmel rasen.

Der Knall hat zahlreiche besorgte Neubrandenburger bei der Polizei anrufen lassen. Aus dem Nachtjackenviertel wurde bekannt, dass dort in einer Dachausbau-Wohnung sogar der Putz von der Decke fiel.

Auf der Flugradar-Seite flightradar24.com konnte man sehen, dass zu der Zeit zwei Flugzeuge vom Typ Learjet 35 über der Wittstock-Ruppiner Heide kreisten. Sie kamen aus Schleswig-Holstein, wo mehrere Luftwaffen-Geschwader stationiert sind.

Auch in den sozialen Medien gab es Anfragen nach dem Rums über Neubrandenburg. Viele Menschen haben in zeitlicher Nähe zum Knall Bundeswehr-Flugzeuge gesehen.

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Kommentare (3)

So ein Unsinn, deswegen die Polizei zu belästigen. Bis zur Wende sind die Russen Tag und Nacht geflogen sogar Sonntags und Feiertage, da hatts überall geknallt mehrfach täglich. Das hat niemand interessiert. Da ist auch kein Putz von der Decke gefallen. Wichtigtuerei sich zu beschweren, kommt eh nichts bei raus, geknallt ist geknallt.

Eigentlich wäre es zum totlachen wenn jemand wegen einem eizelnen Überschallknall die Polizei anruft.
Eigentlich......denn was mag die wohl geängstigt haben?
Was waren das noch für Zeiten als die MiG 21 im Tiefflug über die Landschaft düsten und die Schallmauer durchbrachen.
Die Druckwelle ließ die Hosenbeine flattern, die Karpfen aus dem Wasser springen und die Frauen im Dorf hatten Angst, daß die Eier unter der Glucke absterben.
Daß das schon so lange her ist, beunruhigt mich viel mehr. Man(n) ist nicht mehr der Jüngste.

Es waren nicht nur Sowjets sondern auch die DDR-Militärs des Jagdgeschwader 2, die bis Anfang der 1980er Jahre über Neubrandenburg regelmäßig und wahrhaftig Hauswände und Fundamente erzittern liessen. Dem wurde damals ein Ende gesetzt, weil der Klinikbetrieb in der Oststadt massiv beeinträchtigt wurde.