Die Fraktionen um Robert Schnell (AfD), Diana Kuhk (BfN), Toni Jaschinski (Linke), Björn Bromberger (CDU/FDP), Rainer Kir
Die Fraktionen um Robert Schnell (AfD), Diana Kuhk (BfN), Toni Jaschinski (Linke), Björn Bromberger (CDU/FDP), Rainer Kirchhhefer (Grüne) und Michael Stieber (SPD) (von links unten im Uhrzeigersinn) haben unterschiedliche Vorstellungen vom neuen Schwimmbad. NK-Bildmontage, NK-Archiv
Schwimmbadpläne

Der schwere Weg zum Schwimmbad für Neubrandenburg

Schon die Suche nach einem Standort hatte gedauert. Nun sollen sie Stadtvertreter über die genaue Gestaltung des neuen Schwimmbads entscheiden. Denn vier Varianten auf einmal zu planen, ist zu teuer. Doch jede Fraktion hat ihren eigenen Favoriten.
Neubrandenburg

Über das Frustrationslevel von Frank Renner ließ sich zuletzt nur spekulieren. Vergeblich versuchte der städtische Fachbereichsleiter Stadtplanung, Wirtschaft und Bauordnung in den vergangenen Wochen, sich ein grobes Meinungsbild der Stadtvertreter zu verschaffen. Was für eine Schwimmhalle soll es werden? Unterschiedliche Kombinationen wurden durchgesprochen, sogar Ausflüge zu anderen Schwimmhallen wie etwa in Anklam gemacht. Doch noch immer stehen vier verschiedene Varianten zur Auswahl.„Wir wollen nicht für jede eine 700 000 Euro Vorplanung anstoßen“, machte Renner in der Ausschusswoche deutlich.

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Zur Auswahl stehen weiterhin die Variante A mit sechs 25-Meter Bahnen und einem Lehrschwimmbecken sowie die Variante B mit acht 25-Meter Bahnen. Die Variante C hat stattdessen vier 50-Meter-Bahnen, die in der Mitte teilbar sind. Die „Mischvariante“ D ist noch mal differenzierter: Hier gibt es zwei teilbare 50-Meter-Bahnen und sechs 25-Meter Bahnen. Ein Kinderschwimmbecken ist bei jeder Variante dabei.

Stadtvertreter können keine Entscheidung treffen

Die Stadtvertreter sahen sich jedoch lange keineswegs in der Lage, bereits eine Entscheidung zu treffen. In fast jedem Fachausschuss holte sich Frank Renner eine Abfuhr ein. Erst wolle man es noch mal in den Fraktionen durchkauen, lautete meist die Antwort. Einzig der Sportausschuss gab ein erstes Votum für die Variante D ab. Zur Stadtvertretersitzung am Donnerstag sollen alle Fraktionen eine Entscheidung mitbringen. Wohlwissend, dass bereits die lange Standortsuche Monate ins Land gehen ließ. Und, dass die Varianten bereits seit Monaten bekannt sind.

Zumindest den Grünen war früh klar, dass es die Variante A werden soll.„Wir glauben, das ist für die Bevölkerung der flexibelste Vorschlag“, begründet Fraktionsvorsitzender Rainer Kirchhefer. „Die Wasserfläche ist auch kleiner und erscheint somit für uns betreibbarer“, fügt er angesichts der explodierenden Energiekosten hinzu.

Was für den Sport gut ist, muss nicht wirtschaftlich sein

Die Verwaltung hat neben den sportfachlichen und finanziellen auch weitere Aspekte der Varianten wie Familienfreundlichkeit und Barrierefreiheit überprüft. Im Ergebnis ist die Variante C knapp vor der Variante A der Favorit. Mit Abstand folgen Variante D und Variante B.

Tatsächlich ist die wegweisende Entscheidung der Stadtvertreter keine leichte. Aus sportfachlicher Sicht hat die Variante D knapp die Nase vorn, aus wirtschaftlicher Sicht ist sie den anderen deutlich unterlegen. Es sind die mit Abstand höchsten Bau- und Betriebskosten, das Ganze in einer Zeit schlecht planbarer Bau- und Energiepreise. Zugleich werden laut einer Machbarkeitsstudie knapp 22 Prozent der erwarteten 206.000 Schwimmer jährlich aus dem Sportbereich kommen.

Ein ganz großer Wurf ist möglich

Mittlerweile hat jede Variante auch eine Fraktion, von der sie favorisiert wird. SPD-Fraktionschef Michael Stieber ist klar bei der günstigsten Variante C. Die „Bürger für Neubrandenburg einigten sich in ihrer Sitzung laut Fraktionschefin Diana Kuhk am späten Dienstagabend auf Variante  B. Parallel tagten auch die CDU/FDP-Fraktion sowie die Linksfraktion und entschieden sich jeweils für die Variante D, wie die Fraktionsvorsitzenden Björn Bromberger und Toni Jaschinski auf Anfrage sagten. Dieser ganz große Wurf ist laut Robert Schnell auch Favorit der AfD, alle drei Fraktionen sehen in ihr die größte Nutzungsvielfalt. Damit dürfen diesem Entwurf die größten Chancen eingeräumt werden.

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