Protest-Gründe

Deshalb gehen die Menschen montags demonstrieren

Warum gehen die Menschen montags eigentlich auf die Straße? Das konnten zuweilen nicht einmal die Organisatoren einwandfrei sagen – und schufen nun mit einer Umfrage Klarheit.
Nach der Demo am Montag werteten die Organisatoren mehr als 1700 Umfragezettel zu den Teilnahme-Gründen aus.
Nach der Demo am Montag werteten die Organisatoren mehr als 1700 Umfragezettel zu den Teilnahme-Gründen aus. Tim Prahle
Neubrandenburg

Es war eine Frage, die sich die Organisatoren der Demonstrationen am Montag Woche für Woche in Neubrandenburg gefallen lassen mussten: „Was wollt ihr eigentlich?“ Zu allgemein schienen die Redebeiträge, zu unterschiedlich war die Meinung der Demo-Teilnehmer selbst. Die Ergebnisse einer Umfrage unter den Teilnehmern brachte nun etwas Licht ins Dunkel: „Für eine freie Impfentscheidung“ ist offenbar der wichtigste Grund, um auf der Straße wöchentlich zu demonstrieren.

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Wirklich überraschend sei das nicht, für eine Priorisierung aber wichtig, kommentierten die Organisatoren, nachdem sie mehr als zwei Stunden lang die 5180 Kreuze ausgewertet hatten. Doch der Zuwachs an Teilnehmern in den vergangenen Monaten brachte selbst sie, die schon seit Mai 2020 regelmäßig „spazieren“, ins Grübeln. „Wir haben selbst ja auch unterschiedliche Gründe“, sagte etwas Mitorganisator Thomas Dehmelt.

Vorschläge aus Chat-Gruppe

Jeder Teilnehmer durfte bis zu drei von neun Gründen angeben, weswegen er demonstriert. Knapp 50 der mehr als 1700 Zettel wurden aussortiert, weil mehr Kreuze gesetzt wurden. Nach der freien Impfentscheidung mit einem Anteil von knapp 30 Prozent bekamen der „psychische Schutz der Kinder ohne Masken und Tests“ mit etwa einem Fünftel der Stimmen sowie die „Wiederherstellung und feste Zusicherung der Grund- und Menschenrechte“ mit ungefähr einem Sechstel die meisten Stimmen.

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Die neun vorgegebenen Gründe hätten sich aus mehr als 100 Vorschlägen aus der eigenen „Telegram“-Chat-Gruppe ergeben. Auffällig: Die „Rettung von Kultur, Einzelhandel und Gastronomie“ – also jene Branchen, die wegen der Maßnahmen besonders hohe finanzielle Einbußen haben – waren für gerade mal 150 Teilnehmer einer der wichtigsten Gründe, um zu demonstrieren.

Die Umfrageergebnisse sollen neben einer eigenen Priorisierung auch bei Gesprächen mit lokalen Politikern helfen. Die Demo-Organisatoren haben nach eigener Aussage neben Rathauschef Silvio Witt (parteilos) auch den Neubrandenburger Parteien Gesprächsangebote gemacht. Dabei, so die Überlegung, kann es helfen, wenn sich die breit gestreute Unzufriedenheit der Teilnehmer etwas gewichten lässt.

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