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Die Harten und Zarten schaffen wieder im Garten

Familie Schuster geht gemeinsam in den Garten. Sohn Eike soll mitbekommen, was dort alles so passiert.[KT_CREDIT] FOTOs (2): D. Kleindienst

VonDenny KleindienstWelch ein Gewusel und Gewimmel in den Kleingartensiedlungen: Hobbygärtner gehen derzeit mit Harke und Spaten zu Werke, denn endlich ist ...

VonDenny Kleindienst

Welch ein Gewusel und Gewimmel in den Kleingartensiedlungen: Hobbygärtner gehen derzeit mit Harke und Spaten zu Werke, denn endlich ist die Gartensaison eröffnet. Die ersten Kartoffeln, Zwiebeln und Radieschen sind auch schon gelegt.

Altentreptow.Erich Schuster unterbricht das Umgraben des Beetes. „Gartenarbeit ist schwere Arbeit“, sagt er. Beim Blick über die hüfthohen Zäune in Altentreptows Gartensiedlungen sieht man in diesen Tagen viel beschäftigte Menschen. Die Sonnenstrahlen haben sie nach draußen gelockt. Doch statt auf ihren Gartenliegen, sieht man sie mit Werkzeugen und Geräten in der Hand.
Simone Schuster sagt, nach dem langen Winter habe es schon gekribbelt, dass es endlich wieder los geht.In der nächsten Woche wollen sie das Beet in ihrem Garten „Am Klosterberg“ bestellen. Um anzubauen, was in ein paar Monaten auf dem heimischen Teller landet.Bohnen, Kartoffeln, Kräuter, Rote Bete und Möhren. „Alles quer Beet durch“, sagt Simone Schuster. Die Ernte reicht dann für das ganze Jahr. Marmelade und Apfelmus machen sie selbst. Weiter hinten in dem großen Garten bearbeitet Großvater mit einer Harke den Boden. Und Sohnemann Eike haben die Schusters auch mitgebracht. Er soll sehen, was in einem Garten alles passiert, wie sich im Laufe des Jahres alles verändert.
Auch in der „Gartensparte Süd“ wird über Veränderung gesprochen. „Schade, dass viele aufhören“, sagt ein Rentner. Er zeigt auf angrenzende Gärten. „Die meisten haben ihren Garten zehn Jahre und länger.“ Der Rentner ist schon seit 42 Jahren vor Ort. Die einzelnen Gärten grenzen direkt aneinander. Die Nachbarn haben einen guten Blick auf die nebenan liegenden Beete. Da kennt man sich auch mit Namen. Das Problem ist, dass für die älteren Leute, die aufhören, kaum junge Leute nachkommen, sagt der Rentner. Ihm selbst gefällt am Gärtnern, dass er mal rauskommt aus der Wohnung. „Was soll ich auch sonst machen?“, fragt er.
Die ersten Kartoffeln, Zwiebeln und Radieschen hat er schon gelegt. „Was ich selbst gemacht habe, schmeckt besser“, sagt er, tippt sich mit dem Finger an die Schläfe und meint: „Vielleicht ist dies aber auch nur eine Kopfsache.“
Frei von chemischen Mitteln ist die eigene Ernte aber gewiss, sagt Heike Maaß, deren Garten wenige Meter entfernt liegt. Sie genießt das schöne Wetter und empfindet die Gartenarbeit „als schönen Gegensatz zur Arbeit im Büro.“ Für die eigene Ernte lohne sich auch die Anstrengung, sagt sie. Spaß mache die Arbeit im Garten aber nur bei schönem Wetter.

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d.kleindienst@nordkurier.de