VANDALISMUS

Die Treptower Straße bleibt Neubrandenburgs Problemzone

Die Treptower Straße wird als die meistbefahrene Fußgängerzone Deutschlands verspottet. Eine viele Jahre lang diskutierte Neugestaltung bewirkt aber wenig.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Der Poller wurde herausgerissen.
Der Poller wurde herausgerissen. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Kaum ist die neue Abgrenzung der Fußgängerzone in der Treptower Straße fertig, ist sie auch schon wieder kaputt. Eigentlich sollte sie ja dazu dienen, dass Pkw-Lenker nicht mehr so häufig die Fläche in der Neubrandenburger Innenstadt ansteuern und zuparken, die ja Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist. Doch geholfen hat die Neugestaltung auf den ersten Blick wenig. Teils im Minutentakt fahren Autos auf die Fläche zwischen Marktplatz Center und C&A.

Symptomatisch ist, dass eine Stange, die zur Verengung der Einfahrt auf vier Meter eingesetzt worden war, wahrscheinlich umgefahren wurde. Sie lag zeitweise an einer Stelle, wo bislang ein Blumenkübel ebenfalls ohne großen Erfolg Pkw-Lenker von der Einfahrt abhalten sollte. Neue Schilder, welche auf die Fußgängerzone hinweisen sowie die zeitlich begrenzte Einfahrterlaubnis für den Lieferverkehr verkünden, wurden zu allem Übel auch noch mehrfach beklebt: mit Stickern verschiedener Fußball-Fanclubs.

Schilder gereinigt

Eine „Schande“ nennt das eine Nordkurier-Leserin in einem Brief an die Redaktion. „Da wurden nun einige tausend Euro verwendet, um die Treptower Straße zur sicheren Fußgängerzone auszugestalten“, empört sie sich. „Das Ergebnis ist beschämend und auch lachhaft.“ Neben dem Ärgernis mit den Aufklebern echauffiert sich die Dame, dass sie dort nach eigenen Worten noch nie das Ordnungsamt oder die „Polizei in Aktion“ gesehen habe. Die Stadt hat mittlerweile reagiert und die Schilder reinigen sowie die Metallstange wieder einsetzen lassen. Zudem habe das Ordnungsamt am Freitag kontrolliert, sagte Stadtsprecherin Anett Seidel.

Das Problem mit den Wildparkern in der Fußgängerzone treibt Stadtpolitik und Bürger schon seit Jahren um. Nachdem die Ratsfrauen und -herren im Frühjahr Druck gemacht hatten, noch vor Ende der abgelaufenen Legislaturperiode eine Lösung für das Dauerproblem zu schaffen, zauberte die Verwaltung einen Plan aus dem Hut.

Elektrisch versenkbarer Poller abgelehnt

Um den Autofahrern die Lust aufs ordnungswidrige Einfahren und Parken zu nehmen, wurde die Einfahrtbreite auf besagte vier Meter begrenzt, durch die Stangen, von denen nun eine gleich „abrasiert“ wurde. Zudem wurde das Gehwegband der Dümperstraße farblich abgegrenzt, damit es optisch auffällig wird. Optisch auffällig sind jetzt aber vor allem die Autoreifenspuren, die darauf deutlich zu sehen sind.

Das Setzen eines Pollers, der elektrisch versenkt werden oder herausgenommen werden kann, hat die Stadt verworfen, zum einen aus Kostengründen und wegen Störanfälligkeit etwa im Winter. Dauerhaft dichtmachen, das geht nicht, weil Zufahrt für den Lieferverkehr frei bleiben muss. Andere Städte scheinen da aber mehr Geld in der Tasche oder ein milderes Klima zu haben. „Im viel kleineren Güstrow geht das, im reichen Neubrandenburg aber nicht“, hatte jüngst der ADFC Tollense gefrotzelt. Auch die Nordkurier-Leserin äußert sich skeptisch: „Ich garantiere, dass in kürzester Zeit die Schilder wieder beschmiert sind. Es wird ja nichts kontrolliert.“

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Kommentare (5)

Schon ist das Problem gelöst.

Das ist das einzige was hilft. Eine konsequente Kontrolle und sofortiges ABSCHLEPPEN wirkt Wunder. Das einpaar Monate durchhalten und man hat Ruhe. Guter Nebeneffekt die Stadtkasse profitiert.

... nutzt kein Sterblicher die Mitte dieser kopfsteinbeflasterten Straße/Fahrbahn als Fussweg, es sei denn zum Überqueren. Die meisten Radfahrer meiden ebenso diesen wenig einladenden Radweg. Wer auch immer sich über die dort haltenden Fahrzeuge aufregt, muss einen langweiligen Alltag haben.

Die Scheiß Autos nehmen soviel Platz weg daß sie auch Mal aus dem Blickfeld gehören. Sicher kann man das Kopfsteinpflaster mit einer Grünfläche austauschen, oder den Platz anderweitig aufwerten. Nur nicht mit parkenden Autos. Wobei eine Autofreie Innenstadt ehr wünschenswert ist.

Seit über die Fußgängerzohne berichtet wird frage ich mich warum sich jemand diese magischen 4 Meter ausgedacht hat und warum das Falschfahrer und Falschparker von ihrem Tun abhalten soll ? Ich komme nicht drauf. Wirken 4 Meter abschreckend auf Autofahrer? Was ist mit 3.99m oder 4,13 m ?