UNTER DENKMALSCHUTZ

Die vielleicht schlimmste Ruine Neubrandenburgs

Bei der Entscheidung über die Zukunft einer Ruine in der Ihlenfelder Straße bremsen jetzt die Denkmalschützer. Doch der Eigentümer will lieber gar nicht darüber nachdenken, was eine Sanierung kosten könnte.
Ein Teil des Gebäudekomplexes steht unter Denkmalschutz. Der Eigentümer will trotzdem alles abreißen lassen. Aus der Stadtverwaltung kommen dagegen widersprüchliche Signale.
Ein Teil des Gebäudekomplexes steht unter Denkmalschutz. Der Eigentümer will trotzdem alles abreißen lassen. Aus der Stadtverwaltung kommen dagegen widersprüchliche Signale. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Auch ein gutes Jahr nach dem Kauf des Grundstücks Ihlenfelder Straße 108/109 durch die Kommunale Entwicklungsgesellschaft (KEG) hat sich an dem ruinösen Bild nichts geändert. „Leider“, sagt Thomas Riemer, KEG-Geschäftsführer. Aber sein Plan, die Ruinen abzureißen und das Grundstück potenziellen Investoren zum Kauf anzubieten, werde noch vom Denkmalschutz gebremst.

Käufer fordern Abriss

Jetzt sollten sie sogar, klagt Riemer, einen Plan über mögliche Kosten der Sanierung des aus den 1950er Jahren stammenden Baus auf den Tisch legen. „Dem“, sagt Riemer, „verweigern wir uns.“ Dabei habe es sogar schon lose Anfragen für das Grundstück gegeben – allerdings nur für ein geräumtes Areal.

Auf Nordkurier-Nachfrage lenkt jetzt auch die Stadtverwaltung ein. An den Plänen der KEG und der Stadt, das Grundstück zu einer Gewerbefläche zu entwickeln, habe sich nichts geändert, versichert eine Sprecherin. Der Plattenbau auf dem Areal aus den 1970er Jahren stehe nicht unter Denkmalschutz und könne abgerissen werden. Für das Gebäude aus den 1950er Jahren müsse der Denkmalwert geprüft werden, da ein großer Teil der Bausubstanz durch einen Brand zerstört wurde. Klares Ziel sei aber die Schaffung einer Gewerbefläche und das Grundstück künftig nicht so ruinös zu belassen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

Kommende Events in Neubrandenburg (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (2)

"der Eigentümer will lieber gar nicht darüber nachdenken, was eine Sanierung kosten könnte"
Genau das ist das Problem: Wenn man nicht nachdenkt, findet man auch keine Lösung.

Heißt es eigentlich. Nur nicht für Spekulanten und Heuschrecken. Die Kaufen bewusst Grundstücke mit maroden Immobilien. Aber nicht zum sanieren sondern damit der Steuerzahler die Immobilie abreißt, solange wird nichts getan und dem Verfall zugesehen. Und den Gewinn macht der Inhaber dann mit dem leeren Grundstück.