Katja Sievert möchte am 12.  Juni eine ernst zu nehmende Alternative zu Tilo Lorenz im Rathaussessel sein.
Katja Sievert möchte am 12.  Juni eine ernst zu nehmende Alternative zu Tilo Lorenz im Rathaussessel sein. Tim Prahle
Bürgermeisterkandidatin

Sie will neue Bürgermeisterin von Burg Stargard werden

Im Juni wählt Burg Stargard den Rathauschef für die kommenden sieben Jahre. Mit Katja Sievert bekommt Amtsinhaber Tilo Lorenz eine ernst zu nehmende Gegenkandidatin.
Burg Stargard

Die „Abteilung Attacke“ ist ihre Sache nicht. Keineswegs will Katja Sievert ihren Wahlkampf einzig mit Angriffen auf den jetzigen Bürgermeister gestalten. „Ich möchte den Burg Stargardern eine Alternative bieten, damit wir die Stadt gemeinsam voranbringen können“, sagt die 46-Jährige.

Für die Burg Stargarder Bürgermeisterwahl am 12.  Juni ist Katja Sievert von der Wählergruppe Stargard 2030 ins Rennen geschickt worden. Sie ist die einzige Gegenkandidatin von Tilo Lorenz, der bereits seine dritte Amtszeit anstrebt. Obwohl erst 41 Jahre alt, gilt der Burg Stargarder Bürgermeister bereits als ausgewiesener und alteingesessener Kommunalpolitik-Profi. Katja Sievert hingegen wirkt erst seit 2019 in der Stadtvertretung mit, ist mittlerweile Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Soziales. Ein Nachteil sei das für sie nicht, findet die Diplom-Pädagogin. „Ich kann mir vorstellen, dass einige Menschen Lust auf frischen Wind in der Stadtverwaltung haben“, sagt sie lächelnd. Es sei ihr auch schon etwas Naivität nachgesagt worden, doch der Drang, etwas in der Stadt zu verändern, sei für sie eine unerschöpfliche Energiequelle.

Besseres Arbeitsklima ganz oben auf der Liste

Der Beruf und die Liebe führten die gebürtige Warenerin über Neubrandenburg, Rostock und Anklam bis nach Burg Stargard. Seit elf Jahren wohnt die zweifache Mutter in der Kleinstadt und sagt: „Es ist ein Ort, an dem man alt werden kann.“ Burg Stargard sei eine Stadt mit Charakter und durchaus lebenswert.

Sie fühle sich bereit, sich voll und ganz dafür weiter einzubringen. „Man kann nicht immer nur meckern und keine Idee zur Verbesserung haben“, betont Katja Sievert. Und davon gebe es bei ihr und der Wählergruppe einige. Ganz oben auf der Wunschliste steht ein besseres Arbeitsklima: „Die Stadtentwicklung dürfe nicht weiter alleine in der Hand eines CDU-Bürgermeisters und der CDU-Stadtvertreter liegen.

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„Nur weil ich als Stadtvertreterin gewählt werde, zählt doch nicht nur alleine meine Meinung zu einem Thema. Ich bleibe doch Vertreterin der Bürger“, sagt die Kandidatin und impliziert damit diplomatisch, dass vor allem die CDU zuletzt nicht diesen Eindruck erweckte. Jüngstes Beispiel: das Einzelhandelskonzept (EHK), mit dessen Hilfe zuletzt die Ansiedlung des Discounters Norma in der Stadt unterbunden wurde. „Erst lässt man sich mit dem EHK zehn Jahre Zeit und dann muss es plötzlich trotz Beratungsbedarf ganz schnell beschlossen werden“, meint Katja Sievert kopfschüttelnd. Die Kommunikation zwischen der Verwaltung und allen gewählten Stadtvertretern sei ermüdend.

Schon einiges an Führungserfahrung gesammelt

Sie setze nicht nur auf Diskussionen ohne Fraktionszwang und Parteienpolitik, sondern auch auf eine offenere Rathausführung insgesamt. „Die Einwohner müssen viel mehr mitgenommen werden.“ Nur dann entstehe wieder eine lebenswerte Gemeinschaft, sagt Katja Sievert. Und das könne in einer kleinen Stadt doch nicht so schwierig sein.

An Führungserfahrung mangelt es ihr dabei nicht. Für verschiedene soziale Träger war sie im Landkreis bereits in der Kinder- und Jugendhilfe tätig, leitete zwischendurch 65 Mitarbeiter. „Das war nie meine Intention, aber ich gehe neue Herausforderungen offen und neugierig an“, sagt sie. So sei es auch mit der Bürgermeisterkandidatur. „Ein bisschen Illusion macht man sich vorher bestimmt“, räumt sie ein. Doch wichtiger seien die Visionen, die sie umsetzen möchte. „Und wenn die Stargarder vollends zufrieden mit dem jetzigen Bürgermeister sind, kann ich damit auch leben“, betont sie. Aber die Einwohner haben am 12.  Juni zumindest eine ernsthafte Alternative.

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