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Diese Straße soll als Schulweg nicht gefährlich sein?

Für Schüler ab Klasse 7 ist das ein sicherer Schulweg, findet der Landkreis.
Für Schüler ab Klasse 7 ist das ein sicherer Schulweg, findet der Landkreis.
Anett Seidel

Laster brausen vorbei, Autofahrer weichen aus – an der Kreisstraße bei Burg Stargard wird es für Fußgänger eng. Solchen Gefahren können sich Jungen und Mädchen ab Klasse 7 ruhig aussetzen, findet man beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Die Straße von Kreuzbruchhof nach Burg Stargard ist nicht gefährlich genug. „Wir haben wieder eine Ablehnung vom Landkreis bekommen“, sagt Martin Strübing. Seine Schwester Laura wohnt in Kreuzbruchhof und geht in Burg Stargard zur Schule. Dank Schulbus und Schülerticket stellte der Schulweg bisher kein Problem dar. Doch nun hat der Landkreis seine Satzung über die Schülerbeförderung geändert. Laura wohnt mit knapp drei Kilometern nicht mehr weit genug weg, damit ihr ein Schülerticket für den Schulbus kostenlos zur Verfügung steht (der Nord-kurier berichtete). Der Tipp vom Kreis: Sie solle den kürzesten verkehrsüblichen Fußweg nutzen. Nur den gibt es gar nicht. Und so hat die Familie sich gegen die abschmetternde Nachricht vom Kreis zur Wehr gesetzt. Vergebens.

Dabei lässt die Satzung durchaus Ausnahmen zu, wenn der Schulweg als besonders gefährlich eingeschätzt wird. „Der Schulweg von Kreuzbruchhof zur Schule nach Burg Stargard unter der Betrachtung der Witterung, des Straßenzustands und des Verkehrsaufkommens wird als nicht gefährlich eingeschätzt“, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Würde Laura nicht täglich die 1,10 Euro für den Schulbus von ihren Eltern bekommen, würde dies bedeuten: Sie muss sich morgens von Kreuzbruchhof auf den Weg bis zur Kreisstraße machen. Wenn sie das auch ohne Gehweg und Straßenbeleuchtung problemlos schafft, so braust auf der Kreisstraße zwischen Burg Stargard und Neubrandenburg der Verkehr ganz mächtig. Einen Gehweg gibt es hier ebenfalls nicht. Die wenigen Meter bis zum Abzweig nach Quastenberg haben es in sich. Die viel befahrene Kurve wird nicht nur von Autos, sondern auch von Lkw genutzt. Wenn sich Lkw und Pkw begegnen, wird es schon eng. Nun muss auch noch auf Laura mit Schultasche und Sportbeutel am Wegesrand geachtet werden – und das möglicherweise im Dunkeln bei Nebel, Regen und Schnee. Zumutbar, findet der Landkreis. Erst auf dem Quastenberger Damm hat die Siebentklässlerin endlich die höchste Gefahrenzone verlassen. Doch auf einem sicheren Gehweg ist sie immer noch nicht...

„Mitarbeiter der Kreisverwaltung aus dem Straßenverkehrsamt und aus dem Schulverwaltungsamt sowie ein Mitarbeiter vom Burg Stargarder Ordnungsamt haben die Strecke begutachtet“, setzt der Landkreis dagegen. Somit steht Laura kein Schülerticket zu. Die Familien aus Kreuzbruchhof und weitere Betroffene haben deshalb erneut eine Absage im Briefkasten gehabt. Dagegen können sie Widerspruch einlegen. „Gegebenenfalls werden die Bedingungen noch einmal geprüft“, so der Kreis.

Im Ordnungsamt in Burg Stargard zeigen sich die Mitarbeiter verwundert über die Auskunft des Landkreises. Von einer Begutachtung wissen sie nichts. Auch Ordnungsamtschef Tilo Granzow ist der Meinung, dass der Weg eine Katastrophe ist und im Dunkeln unzumutbar. „An dieser viel befahrenen Kreisstraße die Kinder zur Schule zu schicken, ist unverantwortlich“, so die Meinung in der Stadtverwaltung. Auch Lauras Familie ist sauer und legt erneut Widerspruch ein, sagt Bruder Martin Strübing.

Kommentare (1)

Ich würde gerne den Namen des Mitarbeiters des Landkreises erfahren. Bitte melden Sie sich doch bei mir. Holger Möller, Lindenhof 6, 17094 Burg Stargard. Dann würde ich gerne gegen Sie eine Strafanzeige stellen. Es kann nicht sein das hier solch eEntscheidungen getroffen werden. Langsam muß man um den Geisteszustand manch MItarbeiter im Land und Stadt bangen. Diese Possen die hier so zustande kommen.... Die Entscheidung die getroffen werden, erfreuen wohl nur die Rechtsanwälte dieser Region. Hier sei nur an den letzten Bauabschnitt der Lindenhofer Strasse erinnert. Richtig toll wie hier kommunale Politik gemacht wird und der Bürger hat es zu bezahlen. Wie immer. In diesem Sinne: weiter so !!! Holger Möller Lindenhof/Burg Stargard